Tourismusreferenten-Treffen in Sölden
Regionalflughäfen unter Druck – Länder fordern Abschaffung der Flugabgabe
Beim Treffen der Landestourismusreferenten in Sölden standen zentrale Zukunftsfragen des österreichischen Tourismus im Mittelpunkt. Einigkeit herrschte vor allem in der Kritik an der Flugabgabe, die nach Ansicht der Länder die Wettbewerbsfähigkeit der Regionalflughäfen gefährdet. Zudem wurden Betriebsnachfolgen, Einheimischentarife und die Digitalisierung des Meldewesens intensiv diskutiert.
16. Dezember 2025
Landestourismusreferentenkonferenz in Sölden: LR Markus Achleitner (Oberösterreich), LH-Stv. Stefan Schnöll (Salzburg), Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, LR Mario Gerber, LR Marco Tittler (Vorarlberg) (v. l.) Foto: Land Tirol/Jovanovic
Beim Treffen der Landestourismusreferenten in Sölden erhöhten die Bundesländer geschlossen den Druck auf die Bundesregierung: Auf Antrag von LR Gerber, unterstützt von Salzburgs LHStv. und Tourismusreferent Stefan Schnöll sowie Oberösterreichs Wirtschafts- und Tourismuslandesrat Markus Achleitner, wird die Abschaffung der österreichischen Flugabgabe gefordert. Diese sei ein erheblicher Wettbewerbsnachteil für die heimischen Flughäfen und den Tourismusstandort. „Die Flugabgabe belastet den heimischen Wirtschafts- und Tourismusstandort und schwächt die internationale Anbindung. Das Fliegen im Land wird dadurch deutlich verteuert“, erklärt Gerber. Während die Einnahmen zwar beträchtlich seien, bleibe die ökologische Lenkungswirkung gering. Besonders die Regionalflughäfen, die für alpine Tourismusregionen eine zentrale Rolle spielen, dürften im europäischen Wettbewerb nicht zurückfallen. „Sie ermöglichen direkte Anbindungen, verkürzen Reisezeiten und schaffen eine wesentliche Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit“, so Gerber.
UNTERSTÜTZUNG. Auch LHStv. Schnöll warnt vor negativen Folgen: „Die Flugabgabe verursacht nicht nur höhere Ticketpreise, sondern führt auch messbar zur Verlagerung von Flugverbindungen ins Ausland.“ Achleitner betont, dass gleiche Rahmenbedingungen in Europa nötig seien, damit ganze Regionen nicht ins Hintertreffen geraten. Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens in Sölden war die Zukunft der Betriebsnachfolgen. Rund 35.000 Betriebe wechselten in den letzten fünf Jahren österreichweit ihre Eigentümer, ein Viertel davon aus der Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Allein in Tirol stehen in den kommenden fünf Jahren etwa 5.000 Übergaben bevor. Gerber nennt das Finden geeigneter Nachfolger, Finanzierung und Bürokratie als größte Herausforderungen. Staatssekretärin Zehetner verweist auf geplante steuerliche Entlastungen sowie Maßnahmen zur Verfahrensbeschleunigung und Genehmigungserleichterung. Außerdem soll eine neue Businessplan-Förderung die Vorbereitung von Übergaben erleichtern.
EINHEIMISCHENPREISE. Ebenfalls ein Thema war die Einführung rechtssicherer Einheimischentarife. Mit einem Antrag aus Tirol fordern alle Länder eine rasche europäische Lösung. „Einheimischentarife sind ein Ausdruck der Wertschätzung gegenüber der ansässigen Bevölkerung“, betont Gerber. Die Bundesregierung solle dieses Anliegen in Brüssel mit Nachdruck vertreten. Zehetner bezeichnete die Tarife als „wichtiges Signal der Wertschätzung“ und sicherte Unterstützung zu.
JEDER GAST GEMELDET. Schließlich rückte die Digitalisierung des Gästemeldewesens in den Fokus. Tirol hat mit der elektronischen Meldepflicht einen wichtigen Schritt gesetzt. Für eine österreichweit einheitliche Lösung brauche es nun klare rechtliche und technische Rahmenbedingungen. Zehetner kündigte an, die Tiroler Erfahrungen zu nutzen, um ein modernes, effizientes und sicheres System für alle Länder zu schaffen.
UNTERSTÜTZUNG. Auch LHStv. Schnöll warnt vor negativen Folgen: „Die Flugabgabe verursacht nicht nur höhere Ticketpreise, sondern führt auch messbar zur Verlagerung von Flugverbindungen ins Ausland.“ Achleitner betont, dass gleiche Rahmenbedingungen in Europa nötig seien, damit ganze Regionen nicht ins Hintertreffen geraten. Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens in Sölden war die Zukunft der Betriebsnachfolgen. Rund 35.000 Betriebe wechselten in den letzten fünf Jahren österreichweit ihre Eigentümer, ein Viertel davon aus der Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Allein in Tirol stehen in den kommenden fünf Jahren etwa 5.000 Übergaben bevor. Gerber nennt das Finden geeigneter Nachfolger, Finanzierung und Bürokratie als größte Herausforderungen. Staatssekretärin Zehetner verweist auf geplante steuerliche Entlastungen sowie Maßnahmen zur Verfahrensbeschleunigung und Genehmigungserleichterung. Außerdem soll eine neue Businessplan-Förderung die Vorbereitung von Übergaben erleichtern.
EINHEIMISCHENPREISE. Ebenfalls ein Thema war die Einführung rechtssicherer Einheimischentarife. Mit einem Antrag aus Tirol fordern alle Länder eine rasche europäische Lösung. „Einheimischentarife sind ein Ausdruck der Wertschätzung gegenüber der ansässigen Bevölkerung“, betont Gerber. Die Bundesregierung solle dieses Anliegen in Brüssel mit Nachdruck vertreten. Zehetner bezeichnete die Tarife als „wichtiges Signal der Wertschätzung“ und sicherte Unterstützung zu.
JEDER GAST GEMELDET. Schließlich rückte die Digitalisierung des Gästemeldewesens in den Fokus. Tirol hat mit der elektronischen Meldepflicht einen wichtigen Schritt gesetzt. Für eine österreichweit einheitliche Lösung brauche es nun klare rechtliche und technische Rahmenbedingungen. Zehetner kündigte an, die Tiroler Erfahrungen zu nutzen, um ein modernes, effizientes und sicheres System für alle Länder zu schaffen.
Christoph Hablitzel 





