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Tradition trifft moderne Produktion

Wie Handl Tyrol gemeinsam mit Fraunhofer Austria die Speckproduktion neu denkt

Die Herstellung von Speck ist eine jahrhundertealte Kunst. Gleichzeitig stehen Österreich und Europa an einem industriellen Wendepunkt: Kostendruck, Fachkräftemangel und globaler Innovationswettbewerb stellen heimische Produktionsbetriebe vor große Herausforderungen. Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen bewährte Traditionen neu gedacht und in die moderne Produktionswelt übertragen werden. Wie die Zusammenarbeit von Industrie und Forschung die Wettbewerbsfähigkeit stärken kann, zeigt sich am Beispiel von Handl Tyrol und Fraunhofer Austria.
14. April 2026 | von Martin Grüneis
Tradition trifft moderne Produktion<br />
Gemeinsam mit Fraunhofer Austria zeigte Handl Tyrol-Geschäftsführer Karl Christian Handl wie das Zusammenspiel aus Forschung und Industrie die Wettbewerbsfähigkeit stärkt und den Standort sichert. Foto: Grüneis
Lieferketten werden neu geordnet, Produktionsstandorte hinterfragt und Prozesse zunehmend automatisiert: Die Welt befindet sich im Wandel und verlangt von heimischen Betrieben entschlossenes Handeln. Es braucht zukunftsfähige Strukturen und Abläufe. „Die Kunst ist es, eine uralte Tradition auf neue Weise umzusetzen“, sagt Karl Christian Handl, Geschäftsführer von Handl Tyrol. In Haiming demonstrierte er kürzlich gemeinsam mit Fraunhofer Austria, wie die enge Verzahnung von Industrie und Forschung die Wettbewerbsfähigkeit stärkt und den Standort langfristig absichert. Hier wurde nämlich nicht einfach nur eine Fabrik errichtet.  Die beiden Projektpartner haben gemeinsam eines der modernsten Werke der fleischverarbeitenden Branche geschaffen. Mathias Rauch, Generalbevollmächtigter für den Europäischen Forschungsraum der Fraunhofer-Gesellschaft, sieht darin ein Modell mit Strahlkraft weit über Österreich hinaus, das zeigt, wie Unternehmen durch Technologie, Kooperation und langfristiges Denken wettbewerbsfähig und krisenfest bleiben können: „Was wir bei Handl Tyrol sehen, ist ein Erfolgsbeispiel par excellence.“ 

EINE FABRIK AUF BASIS VON DATEN. Die Zusammenarbeit zwischen Fraunhofer Austria und Handl Tyrol besteht bereits seit mehreren Jahren. In mehreren strategischen Planungsschritten gestalteten die Projektpartner eine innovative und auf die Zukunft ausgerichtete Fabrik mit über 20.000 Quadratmetern Nutzfläche. Bestehende Prozesse, Abläufe, Strukturen und Technologien wurden dabei genau hinterfragt und neu gedacht – auch unter Einbezug von Impulsen aus anderen Branchen. Manuelle Arbeitsschritte wurden so weit wie möglich reduziert. Auf Basis von Analysen erfolgte eine datenbasierte Fabrikplanung, in die von Anfang an ein gezieltes Technologie- und Innovationsmanagement sowie eine im Rahmen des Projekts entwickelte Strategie einflossen. Das Ergebnis ist eine der modernsten Produktionsstätten Europas, die einen echten Wettbewerbsvorteil bietet. 

UMSATZ GESTEIGERT. Handl Tyrol erzielte im Jahr 2025 einen Gesamtumsatz von 218 Millionen Euro. In den letzten zehn Jahren ist das ein Umsatzzuwachs von 100 Millionen Euro. Der Verbund von Handl Tyrol und Fraunhofer Austria zeigt somit, was Industrie und Forschung gemeinsam erreichen können. Geschäftsführer Karl Christian Handl: „Die Zusammenarbeit mit Fraunhofer Austria war für uns ein unverzichtbarer Schritt auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft. Gemeinsam haben wir unsere Produktionsprozesse analysiert, neue Technologien bewertet und konkrete Innovationsprojekte umgesetzt. Dadurch konnten wir unsere Effizienz steigern, digitale Lösungen erfolgreich integrieren und unsere Organisation langfristig weiterentwickeln.“ Sebastian Schlund, Geschäftsführer Fraunhofer Austria: „Heute haben wir bei Handl Tyrol – einem der modernsten Lebensmittelproduzenten Europas – die abgeschlossene Fabrikplanung präsentiert und dabei erstmals auch unsere Strategie 2035 vorgestellt. Ein passender Rahmen: Handl Tyrol steht als Vorzeigebetrieb genau für das, was diese Strategie antreibt – Forschung, die dort wirkt, wo sie gebraucht wird. Unser Anspruch ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse nicht nur zu entwickeln, sondern sie gemeinsam mit Unternehmen in die Praxis zu bringen. Die Globalisierung, wie wir sie kennen, ist vorbei. Und gerade in herausfordernden Zeiten zeigt sich, dass diejenigen besser dastehen, die frühzeitig in Innovation und Zukunftsfähigkeit investieren – und genau dabei wollen wir Unternehmen in ganz Österreich unterstützen.“
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In puncto Forschung und Innovation ist Österreich gut aufgestellt. Der Transfer in die industrielle Anwendung gelingt jedoch noch unzureichend, wie Fraunhofer Austria-Geschäftsführer Sebastian Schlund (r.) berichtet. Foto: Grüneis
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Alte Kunst, neue Wege: Das Werk in Haiming zählt zu den modernsten der fleischverarbeitenden Branche und ist ein konkretes Beispiel dafür, wie Fraunhofer Austria Unternehmen dabei unterstützt, aus Forschung echten Wettbewerbsvorteil zu schaffen. Foto: Grüneis

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