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Urväter des Rock begeisterten in Imst

Der Art Club Imst brachte eine der größten Hard-Rock-Legenden aller Zeiten auf die Stadtbühne

Mit Klassikern, neuer Energie und neuem Sänger im Tourgepäck lieferten Nazareth einen umjubelten Auftritt in Imst ab. Mit über 60 Millionen verkauften Tonträgern sind sie (neben den Simple Minds) die erfolgreichste Rockband Schottlands aller Zeiten. Mit neuem Frontmann Gianni Pontillo brachte Nazareth alle Songs auf die Stadtbühne, die Rockgeschichte geschrieben haben – von This Flight Tonight über Hair of the Dog bis zur unsterblichen Rockballade Love Hurts.
14. April 2026 | von Friederike Hirsch
Urväter des Rock begeisterten in Imst<br />
Der Schweizer Musiker Gianni Pontillo ist die neue Stimme der Kultband Nazareth – energiegeladen, rau, sanft und facettenreich. Foto: Hirsch
Die Urväter des Rock machten auf Einladung des Art Club Imst einen umjubelten Halt auf ihrer mit Spannung und Vorfreude erwarteten Europa-Tournee 2026. Unterwegs sind sie dabei nicht nur mit Klassikern, die Rockgeschichte geschrieben haben, sondern auch mit einigen neuen Songs vom aktuellen 25. Studioalbum „Surviving The Law“. Nach mehr als 55 Jahren bewies die Kultband in Imst immer noch, dass sie nichts von ihrer Energie verloren hat. Konventioneller, sauber gespielter Hard Rock mit einem wohlklingend klagenden Gesang ist das Markenzeichen von Nazareth. Mit dem Personalwechsel am Mikrofon setzen Nazareth ihre personelle Weiterentwicklung fort, nachdem sich die Band in den vergangenen Jahren immer wieder neu aufgestellt hat, um ihr musikalisches Erbe auch live und auf neuen Veröffentlichungen fortzuführen. Mit dem aktuellen Line-up, bestehend aus Jimmy Murrison (dem dienstältesten Nazareth-Gitarristen der Bandgeschichte), Lee Agnew (Schlagzeuger seit Darrell Sweets Tod 1999), Pete Agnew (Bass und Gründungsmitglied) und Gianni Pontillo (Gesang seit Jänner 2026), begeisterten sie die ausverkaufte Stadtbühne in Imst. 

NEUER FRONTMANN. Nazareth stellt während ihrer „Still Rockin´ Hard Tour 2026“ mit Gianni Pontillo einen neuen Sänger vor, nachdem sich die Wege mit Carl Sentance (Ex-Krokus) getrennt haben. Der Schweizer Ausnahmesänger zeigte sich als kraftvoller und vielseitiger Rock-Vokalist und führte die Band mit kraftvoller Stimme durch ein Set aus Klassikern sowie Liedern vom aktuellen Studioalbum „Surviving The Law“. In den vergangenen Jahren machte er sich vor allem als Frontmann der deutschen Hard-Rock-Band Victory einen Namen, mit der er international tourte und Studio- sowie Live-Produktionen umsetzte. Die Band Nazareth äußerte sich im Vorfeld der Umbesetzung positiv über die Zusammenarbeit und hob Pontillos musikalische Erfahrung sowie seine stimmliche Bandbreite hervor. Die Fans in Imst konnten sich von seiner unglaublichen Stimme live überzeugen. 

UMJUBELTES KONZERT. Eine Band wie Nazareth, die seit mehr als 55 Jahren auf der Bühne steht und zur ersten Generation der Hard- & Heavy-Bands zählt und nach ihrer Gründung 1968 gemeinsam mit Bands wie Led Zeppelin, Deep Purple, Uriah Heep und Black Sabbath ganz maßgeblich die Stilrichtung des harten Rock prägte, läuft Gefahr, dass sie den Erwartungen ihrer Fans nicht mehr gerecht werden kann. Nazareth hat allen Unkenrufen getrotzt und eine Show auf die Stadtbühne gebracht, die einfach nur grandios war. Gianni Pontillo hat den klassischen Nazareth-Sound modern interpretiert und zugleich eigene Akzente gesetzt. Die Klassiker klangen vertraut und dann doch wieder nicht. Die Band hat es geschafft, den Groove der 70er-Jahre in das Jetzt zu übersetzen, ohne die eigene musikalische Identität zu verlieren. Stimmlich reiht sich Gianni an Größen wie den verstorbenen Steve Lee (Gotthard) ein. Energiegeladen, rau, wenn nötig, und sanft, wenn gebraucht. Mancher mag den schmerzhaften Schmelz bei „Dream On“ oder „Love Hurts“ vermisst haben, den Dan McCafferty in die Balladen legte. Der Spirit der 70er, treibende Riffs und die Besinnung auf Blues-Wurzeln ließen die Hard- & Heavy-Herzen höher schlagen. Die Hard-Rock-Legende Nazareth bewies mit ihrem Konzert in Imst, dass Legenden weder alt noch verstaubt sind, sondern energiegeladen, publikumsnah und „never too old to rock“.
Urväter des Rock begeisterten in Imst<br />
Er ist das letzte verbliebene Gründungsmitglied von Nazareth und rockt seit Jahrzehnten den Bass: Pete Agnew, auch in Imst wie immer mit Herzblut dabei. Foto: Hirsch

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