Artikel teilen
Artikel teilen >

Verwalten oder gestalten?

TVB Imst präsentiert sich ambitioniert, Finanzdiskussion bei Vollversammlung

Nach einigen personellen Umstrukturierungen scheint im Team des Imster Tourismusverbands wieder Ruhe eingekehrt zu sein. Projekte gibt es einige in der Schublade. Ob alle ohne eine Erhöhung der Ortstaxe umgesetzt werden können, bleibt abzuwarten.

9. Dezember 2025
Verwalten oder gestalten?
In der Alpenrast fand die Vollversammlung vom Tourismusverband Imst Tourismus statt. RS-Foto: Dorn
Der neue Geschäftsführer von Imst Tourismus, Reinhold Werth, scheint angekommen zu sein. Zumindest hat er sich bereits in der Region bekannt gemacht und neben den Gemeinden auch 40 Betrieben und 30 Stakeholdern einen Besuch abgestattet. Zufrieden mit der Neuaufstellung zeigt sich auch die neue Vorsitzende im Aufsichtsrat, Kornelia Waltle. Sie sei froh, dass man nun nach den ganzen Turbulenzen wieder auf Zusammenhalt und Stabilität setze. Zufrieden zeigt sich die Touristikerin auch mit der Entwicklung von Hoch-Imst und dessen touristischem Gesamtkonzept. Es sei nur zu wenig bekannt, was Imst Tourismus alles mitfinanziere. Das müsse mehr nach außen hin kommuniziert werden, sieht Waltle hier Handlungsbedarf. 

IMST CARD ALS ZUGPFERD. Mit der Imst Card habe man genau aufs richtige Pferd gesetzt, zieht TVB-Obmann Paul Auderer Bilanz. Sie trage „nachweislich dazu bei, die Aufenthaltsdauer zu verlängern und die Region noch erlebbarer zu machen“. Die Nächtigungszahlen würden langsam, aber sicher wieder Vor-Corona-Niveau erreichen. Doch man müsse auch investieren, um den Standard halten zu können, betonten sowohl Auderer als auch Waltle. So hätten sich die Kosten für die Gästekarte seit 2020 mehr als verdoppelt und die Personalkosten seien in den letzten Jahren um 25 Prozent gestiegen. Eine Erhöhung der Aufenthaltsabgabe und des Promillesatzes ab 2027 sei daher notwendig. Diese müsse von der nächsten Vollversammlung beschlossen werden, andernfalls müsse gespart werden und der derzeitige Standard könne nicht gehalten werden, warnt Waltle.

EINNAHMEN – AUSGABEN. Doch die Vollversammlung zeigte sich nicht begeistert von der in den Raum gestellten Maßnahme und die wenigen Wortmeldungen ließen keinen Zweifel daran, dass die Stimmung eher ablehnend war. Man solle auch überdenken, ob alle geplanten Investitionen tatsächlich sofort umgesetzt werden müssten, meldete sich beispielsweise der langjährige frühere TVB-Obmann Hannes Staggl zu Wort, und der Imster Bürgermeister Stefan Weirather schlug in dieselbe Kerbe: „Gewisse Dinge sollte man in Zeiten wie diesen vielleicht abspecken. Es wurde ja schon etwas abgespeckt bei der Planung des Büros. Die Sanierung vom Römerturm in Obsaurs ist zum Beispiel toll, aber man sollte darüber nachdenken, ob das so wichtig ist“, empfahl Weirather weitere Rotstiftmaßnahmen. Man solle stattdessen mehr ins Marketing investieren, als kostenintensive Projekte so schnell wie möglich umzusetzen.

REVITALISIERUNG WÜRTENBERGERHAUS. Bei der Planung des neuen TVB-Gebäudes, für das ursprünglich 3 bis 3,5 Millionen Euro kalkuliert waren, habe man schon reduziert, aber das Projekt sei auf jeden Fall notwendig, rechtfertigte sich Auderer im Anschluss. Die AUVA habe schon einige Punkte am alten Standort bemängelt, zum Beispiel, dass „arbeitsmedizinische Empfehlungen ignoriert“ werden. Die AUVA kritisiere die „jahrelange Ignoranz und Untätigkeit des Geschäftsführers“, zitierte Auderer vor der Vollversammlung ein Schreiben der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt. Die letzte Besprechung bezüglich des Neubaus habe es gerade letzte Woche gegeben, nun sei die Baubox am Zug, die die Kosten neu evaluieren werde. „Wir haben in den Jahren 2024 und 25 schon viele Projekte umgesetzt und müssen auch nicht alle zukünftigen morgen sofort umsetzen“, so Auderer weiter. Fakt sei aber, dass man auch zum Beispiel für eine Ausweitung der Imst-Card auf weitere Tage bei Bedarf Geld brauche. Als er schließlich die Stimmung zur angedachten Erhöhung der Ortstaxe abfragen wollte, sprach sich keiner der anwesenden Touristiker für eine Erhöhung aus. „Dann werden wir in Zukunft nur mehr verwalten“, ließ der Obmann die Vollversammlung daraufhin sichtlich verärgert wissen. 
Verwalten oder gestalten?
Für künftigen Handlungsspielraum sei eine Erhöhung der Ortstaxe notwendig, zeigte sich TVB-Obmann Paul Auderer überzeugt. RS-Foto: Dorn
Verwalten oder gestalten?
Auch der frühere TVB-Obmann Hannes Staggl ließ es sich nicht nehmen, sich an der Diskussion über das künftige Budget zu beteiligen. RS-Foto: Dorn

Aktuelle Artikel

Kommentare

0 Posts
Wir verwenden Cookies, Tracking- und (Re-) Targeting-Technologien. Damit wollen wir unsere Webseite nutzerfreundlicher gestalten und fortlaufend verbessern. Wenn Sie unsere Webseite weiter nutzen, stimmen Sie dadurch der Verwendung von Cookies zu – ausgenommen sind Cookies für Google-Marketing-Produkte.
Einverstanden
Weiter ohne Google-Marketing-Produkte.
Weitere Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.