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Volksbefragung in Oetz: Streit um Hotelprojekt

Gegner warnen vor Überdimensionierung – Befürworter sehen neue Chancen für den Tourismus und die Gemeinde

Am Sonntag stimmen die Bürgerinnen und Bürger von Oetz über ein Hotelprojekt ab, das im Vorfeld für intensive Diskussionen gesorgt hat. Befürworter wie Gegner haben in den vergangenen Wochen ihre Positionen deutlich gemacht. Nun liegt es an den Oetzerinnen und Oetzern, dem Gemeinderat eine klare Richtung vorzugeben. Kurz vor der Entscheidung nutzten die Anrainer noch einmal die Gelegenheit, gemeinsam mit der Oppositionspartei „Oetzer Zukunft“ sowie der Liste Fritz ihre Sorgen öffentlich zu äußern.
22. August 2025 | von Martin Grüneis
Volksbefragung in Oetz: Streit um Hotelprojekt
Ein Hotelprojekt mit 150 Betten und Reitanlage sorgt für kontroverse Diskussionen im Dorf. Am Sonntag wird in Oetz das Volk befragt. Im Bild: Liste Fritz-Klubobmann Markus Sint, Bernhard Friedle (Oetzer Zukunft) und Anrainerin Christine Prantl (v. l.)

„Ein solches Projekt würde das ganze Dorf und die Anrainer regelrecht erschlagen“, kritisiert Bernhard Friedle von der Oppositionspartei „Oetzer Zukunft“. Er verweist darauf, dass der Bau eines solchen Hotels vor allem auch jene Anwohner beeinträchtigen würde, die selbst Zimmer vermieten. Der geplante Neubau des Hotels Berghof im Ortsteil Schrofen umfasst 150 Betten sowie eine Reitanlage. Befürworter argumentieren, dass die Dimension mit bestehenden Hotels in Oetz vergleichbar sei und die vor Jahren festgelegte Bettenobergrenze eingehalten werde. Liste-Fritz-Klubobmann Markus Sint sieht das anders: „Im Großen und Ganzen ist das aus meiner Sicht zu viel für den Standort.“ Das Projekt sei überdimensioniert. Gerade mit Blick auf die Reitanlage warnt er vor künftigen Nutzungskonflikten: Lärm, Geruch und zusätzlicher Verkehr würden Probleme verursachen. Sint betont zudem, dass Oetz kein Nächtigungsproblem habe und es nicht an Betten fehle. Er fragt sich, ob es wirklich immer mehr sein müsse: „Ist das für ein Dorf, für eine Region, für einen Ortsteil verträglich oder nicht – das muss klar sein.“  Er warnt außerdem, dass ein derart großes Hotel mit bestehenden Betrieben konkurrieren würde und diesen die Gäste und Mitarbeiter entziehen könnte. Sein Appell: „Geht hin zur Volksbefragung und nehmt euer Wahlrecht wahr. Ein Nein ist letztlich ein Ja zu einem vernünftigen, maßvollen, gesunden Tourismus.“ Der Klubobmann der Liste Fritz zeigt sich überzeugt, dass der Gemeinderat das Votum der Bevölkerung ernst nehmen werde. Friedle stellt fest, dass man sich eine Verkleinerung des Projekts erwartet. Den Mehrwert für die Region bezweifelt er. Für Friedle ist es außerdem nicht akzeptabel, dass sich der Ortsausschuss von Ötztal Tourismus für das Projekt ausspricht – die betroffenen Zimmervermieter würden sich dadurch nicht vertreten fühlen. Befürworter wiederum, darunter Touristiker aus Oetz, sehen in dem Familienbetrieb eine Bereicherung für das bestehende Angebot, zusätzliche Wertschöpfung, sichere Arbeitsplätze und einen nachhaltigen Mehrwert für die Gemeinde. Sie betonen, dass es für einen wirtschaftlichen Betrieb die Zahl der geplanten Betten brauche. Anrainerin Christine Prantl hingegen sieht Existenzgrundlagen durch das Hotelprojekt gefährdet. Vor allem der geplante Pferdestall bereite ihr Sorgen. „Wir sind auch für den Tourismus, aber er muss in Grenzen bleiben“, so Prantl. Friedle zufolge wurden die Anrainer viel zu wenig in das Projekt einbezogen.

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