Von virtuellem Eifer und analoger Herzlichkeit
Ein Besuch bei dem High End Gaming Verein in Rietz
29. Jänner 2026 | von
Benjamin Hofer
In Action – zu hören sind klappernde Tastaturen und klare Ansagen von Coach Praxmarer.
Fotos: Hofer
Fotos: Hofer
„Angefangen hat alles mit den LAN-Partys in meinem Wohnzimmer“, erinnert sich Mario Meinschad, Obmann und Gründer des High End E-Sports Verein in Rietz. Für Uneingeweihte: Eine LAN-Party ist ein Treffen, bei dem eine Freundesgruppe ihre Computer lokal miteinander verbindet, um gemeinsam in virtuellen Welten gegeneinander oder miteinander zu spielen. Nach zahllosen durchzockten Nächten wuchs in Mario der Wunsch, einen Ort zu schaffen, der auch anderen zugänglich ist: „Zum einen, damit ich nicht jedes Mal mein Wohnzimmer umbauen muss, zum anderen, weil aus diesen Abenden die schönste Zeit mit meinen Freunden entstanden ist. So etwas möchte ich vielen anderen auch ermöglichen.“ Gedacht, getan: 2020 wandte sich der selbstständige Elektriker an seine Heimatgemeinde. Der Bürgermeister, von der Idee angetan, verwies auf einen freien Raum im Vereinsheim. Gemeinsam mit seiner „Zocker-Gruppe“, wie Meinschad sie liebevoll nennt, machte er sich ans Werk. In Eigenregie, ehrenamtlich und mit nicht unerheblichen privaten Investitionen entstand ein Raum, der nicht nur technisch auf der Höhe der Zeit, sondern auch atmosphärisch ein wahres Gaming-Paradies ist. Die technische Ausstattung wuchs mit den Ansprüchen: von den anfänglichen, selbst mitgebrachten Rechnern über erste eigene Konsolen bis hin zu fünf Hochleistungs-PCs und einer eigenen Sim-Racing-Station – eine Förderung des Bundes für E-Sports-Projekte kam dabei zur rechten Zeit. Heute zählt der Verein 23 Mitglieder – Tendenz steigend. „Jede und jeder ist willkommen: zum gemeinsamen Zocken, für unseren Marvel-Montag, bei dem wir chronologisch das Marvel-Universum auf der Leinwand abarbeiten, oder einfach für ein Feierabendgetränk und ein nettes Gespräch“, sagt der Obmann. Wie aus virtuellem Spiel reale Freundschaft werden kann, zeigt eine persönliche Anekdote: „Durch das viele Online-Zocken habe ich vor einigen Jahren einen Salzburger kennengelernt. Wir haben uns auf Anhieb bestens verstanden und unzählige Stunden gemeinsam in virtuellen Welten verbracht“, erzählt Meinschad. „Mit der Zeit entstand eine so enge Verbundenheit, dass er schließlich persönlich nach Rietz kam – um mich endlich einmal von Angesicht zu Angesicht zu treffen und sich unser Vereinsheim anzuschauen.“ Was als flüchtige Begegnung im digitalen Raum begann, wuchs zu einer Freundschaft, die tief ins Leben hineinreicht: „Mittlerweile bin ich sogar Taufpate seines Kindes. Solche besonderen Beziehungen – die verdankt man manchmal einfach einem gemeinsamen Hobby.“
LIGA DER LEGENDEN. Seit Kurzem darf sich der High End E-Sports Verein Rietz über einen Meilenstein freuen: die Gründung seines ersten semiprofessionellen E-Sports-Teams. Gespielt wird „League of Legends“ – ein weltweit populäres Online-Strategiespiel, bei dem zwei Teams aus je fünf Spielerinnen und Spielern mit einzigartigen Figuren und individuellen Fähigkeiten gegeneinander antreten. Ziel ist es, durch kluges Zusammenspiel, taktische Raffinesse und präzise Koordination die gegnerische Basis zu zerstören – eine digitale Schachpartie im Hochgeschwindigkeitsmodus. Das neu formierte Team setzt sich aus hochmotivierten Spielern des Tiroler Oberlandes zusammen. Ein wahrer Coup gelang dabei mit der Wahl des Trainers: Florian Praxmarer aus Mötz – einer der drei besten Spieler Österreichs auf seiner Position, mehrfach in hochklassigen Ligen erprobt – übernimmt das Coaching. Dass diese Konstellation bereits erste Früchte trägt, zeigt die sogenannte Kalibrierungsphase: In acht Spielen gegen unterschiedlich starke Gegner konnte das Team genügend Siege erringen, um sich direkt für Liga 7 zu qualifizieren – ein deutlicher Hinweis auf die beachtliche individuelle und vor allem kollektive Klasse der Rietzer Formation. Statt wie üblich am unteren Ende der Rangordnung zu starten, wurde das Team gleich eine Liga höher eingestuft. „Es ist ein Traum, der in Erfüllung geht“, sagt Vereinsobmann Mario Meinschad. „Unser erstes eigenes Team – und wir wollen noch weiter: Auch für andere Spiele möchten wir E-Sports-Teams aufbauen, vereint unter der Flagge von High End Gaming Rietz.“ Dass die League-of-Legends-Truppe ehrgeizige Pläne hegt, bestätigt auch ihr Kapitän Lukas Kunter, im Spieluniversum besser bekannt als „Le9 Lechi“: „Wir freuen uns riesig, dass uns eine derart großartige Infrastruktur zur Verfügung steht – damit sind die Weichen für eine erfolgreiche Saison definitiv gestellt.“ Als offizielles Saisonziel gibt er den Aufstieg an – nicht ohne ein schelmisches Augenzwinkern im persönlichen Gespräch: „Und ganz unter uns: Wenn’s klappt, feiern wir das mit einem gemeinsamen Urlaub auf Mallorca.“
EIN KOLLEKTIVES "LEVEL UP". In den vielen Gesprächen, die zwischen Tastaturgeklapper und Gelächter aus dem Gemeinschaftsraum aufklingen, drängt sich eine Beobachtung mit frappierender Deutlichkeit auf: wie sehr das gemeinsame Interesse an der virtuellen Welt der Videospiele in ein analoges Miteinander transferieret werden kann – voller Herzlichkeit, Zusammenhalt und kollektiver Freude. „Genau darum geht es bei unserem Verein: gemeinsam eine gute Zeit zu haben und dass der ein oder andere seinen Alltagsstress im lustigen Miteinander vergisst“, resümiert Mario Meinschad grinsend. Und wer den Spieleabenden beiwohnt, wer zum gemeinsamen Snack an der großen Holztafel Platz nimmt oder beim kollektiven Filmeabend vor dem Beamer die Blockbuster-Atmosphäre aufsaugt, spürt rasch, dass dieses Credo kein bloßes Lippenbekenntnis ist, sondern gelebte Realität: ein Ort, der ein virtuelles Hobby mit menschlicher Nähe verbindet – ein Raum, in dem jede und jeder willkommen ist.
LIGA DER LEGENDEN. Seit Kurzem darf sich der High End E-Sports Verein Rietz über einen Meilenstein freuen: die Gründung seines ersten semiprofessionellen E-Sports-Teams. Gespielt wird „League of Legends“ – ein weltweit populäres Online-Strategiespiel, bei dem zwei Teams aus je fünf Spielerinnen und Spielern mit einzigartigen Figuren und individuellen Fähigkeiten gegeneinander antreten. Ziel ist es, durch kluges Zusammenspiel, taktische Raffinesse und präzise Koordination die gegnerische Basis zu zerstören – eine digitale Schachpartie im Hochgeschwindigkeitsmodus. Das neu formierte Team setzt sich aus hochmotivierten Spielern des Tiroler Oberlandes zusammen. Ein wahrer Coup gelang dabei mit der Wahl des Trainers: Florian Praxmarer aus Mötz – einer der drei besten Spieler Österreichs auf seiner Position, mehrfach in hochklassigen Ligen erprobt – übernimmt das Coaching. Dass diese Konstellation bereits erste Früchte trägt, zeigt die sogenannte Kalibrierungsphase: In acht Spielen gegen unterschiedlich starke Gegner konnte das Team genügend Siege erringen, um sich direkt für Liga 7 zu qualifizieren – ein deutlicher Hinweis auf die beachtliche individuelle und vor allem kollektive Klasse der Rietzer Formation. Statt wie üblich am unteren Ende der Rangordnung zu starten, wurde das Team gleich eine Liga höher eingestuft. „Es ist ein Traum, der in Erfüllung geht“, sagt Vereinsobmann Mario Meinschad. „Unser erstes eigenes Team – und wir wollen noch weiter: Auch für andere Spiele möchten wir E-Sports-Teams aufbauen, vereint unter der Flagge von High End Gaming Rietz.“ Dass die League-of-Legends-Truppe ehrgeizige Pläne hegt, bestätigt auch ihr Kapitän Lukas Kunter, im Spieluniversum besser bekannt als „Le9 Lechi“: „Wir freuen uns riesig, dass uns eine derart großartige Infrastruktur zur Verfügung steht – damit sind die Weichen für eine erfolgreiche Saison definitiv gestellt.“ Als offizielles Saisonziel gibt er den Aufstieg an – nicht ohne ein schelmisches Augenzwinkern im persönlichen Gespräch: „Und ganz unter uns: Wenn’s klappt, feiern wir das mit einem gemeinsamen Urlaub auf Mallorca.“
EIN KOLLEKTIVES "LEVEL UP". In den vielen Gesprächen, die zwischen Tastaturgeklapper und Gelächter aus dem Gemeinschaftsraum aufklingen, drängt sich eine Beobachtung mit frappierender Deutlichkeit auf: wie sehr das gemeinsame Interesse an der virtuellen Welt der Videospiele in ein analoges Miteinander transferieret werden kann – voller Herzlichkeit, Zusammenhalt und kollektiver Freude. „Genau darum geht es bei unserem Verein: gemeinsam eine gute Zeit zu haben und dass der ein oder andere seinen Alltagsstress im lustigen Miteinander vergisst“, resümiert Mario Meinschad grinsend. Und wer den Spieleabenden beiwohnt, wer zum gemeinsamen Snack an der großen Holztafel Platz nimmt oder beim kollektiven Filmeabend vor dem Beamer die Blockbuster-Atmosphäre aufsaugt, spürt rasch, dass dieses Credo kein bloßes Lippenbekenntnis ist, sondern gelebte Realität: ein Ort, der ein virtuelles Hobby mit menschlicher Nähe verbindet – ein Raum, in dem jede und jeder willkommen ist.
