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Walder Schützen suspendiert

Beschlussfassung beim außerordentlichen Bundesausschuss am vergangenen Samstag

Angesetzt am letzten Samstag war eine „außerordentliche Versammlung“ des Bundesausschusses des „Bundes der Tiroler Schützenkompanien“. Dazu trafen sich im „Reschenhof“ in Mils bei Hall die stimmberechtigten Mitglieder der Bundesleitung, die Kommandanten der Schützenviertel, der Schützenregimenter, der Schützenbezirke sowie der Schützenbataillone und Talschaften, die Vierteljungschützenbetreuer, die Viertelmarketenderinnen und die Viertelschießreferenten. Neben dem Thema „Schützinnen“ ging es auch um den Ausschluss der Schützenkompanie Wald im Pitztal aus dem Pitztaler Schützenbataillon.
11. November 2025 | von Ewald Krismer
Walder Schützen suspendiert<br />
Das Objekt der Begierde ist die aufgelassene Postbusgarage, die für die Gemeindeführung von Arzl als Heim nur für die Walder Schützen nicht in Frage kommt. Foto: Archiv Krismer
Gleich vorweg: Es kam zum Ausschluss aus den Reihen des Pitztaler Schützenbataillons – vorerst bis zur „ordentlichen Versammlung“ des Bundesausschusses am 7. März 2026. Der Suspendierung vorausgegangen war das Ansuchen des Schützenbataillons Pitztal an die Bundesleitung des Bundes der Tiroler Schützenkompanien, die Kompanie Wald wegen unrühmlichen Verhaltens ihres Kommandanten und einiger Kompaniemitglieder aus besagtem Bataillon auszuschließen, wie die RUNDSCHAU in Ausgabe 43 bereits berichtet hat. Sollte sich bis zum 7. März 2026 nichts zum Guten geändert haben, erfolgt eine weitere Suspendierung auf drei Jahre. Wenn es dazu kommen sollte, ist es für die Walder Schützen nicht möglich, beim 28. Alpenregionstreffen der Schützen am 17. Mai 2026 in Innsbruck und beim 63. Oberinntaler Regimentsschützenfest und Pitztaler Bataillonsfest vom 29. bis 31. Mai 2026 in Zaunhof teilzunehmen.  
 
KONFLIKT. In der Causa Walder Schützenheim trägt die Kontroverse seltsame Blüten. Wie aus der schriftlichen Stellungnahme der Walder Schützen – die der RUNDSCHAU anonym zugespielt wurde – hervorgeht, gab es im vorigen Jahr eine kompanieinterne Auseinandersetzung, nachdem es in Wald erstmals eine Fronleichnamsprozession ohne Beteiligung der Schützenkompanie gegeben hatte. Grund des Fernbleibens von dieser für das Dorf so wichtigen kirchlichen Zeremonie war das öffentliche Kundtun der drei ehemaligen (?) Mitglieder Josef Knabl, Anselm Neururer und Reinhard Schuler gegen den von der Kompanieführung vorgeschlagenen „Projekt Postbusgarage“ – obwohl zuvor bei einer Ausschusssitzung am 5. Mai 2024 „einstimmig“ beschlossen worden war, die Pläne dafür der Gemeinde vorzulegen und das Projekt zu unterstützen. „Selbst wenn diese drei Herren zu diesem Zeitpunkt noch für das besagte Vorhaben gewesen sind, so wird es doch erlaubt sein, seine Meinung zu ändern und sich für ein sinnvolleres Projekt auszusprechen“, wie von oberer Stelle zu erfahren war, „und außerdem dürfte ohnehin die Gemeinde Arzl – zu der der Ortsteil Wald gehört – eine Entscheidung treffen. Die Gemeinde Arzl ist es auch, die dauernd verbale Angriffe aus Wald über sich ergehen lassen muss“, wie ein Informant (Name der Redaktion bekannt) der RUNDSCHAU mitteilte.
 
PROVOKATIONEN. Hingegen entschuldigen wollen sich die Walder Schützen dafür – wie aus der schriftlichen Stellungnahme weiters hervorgeht –, dass es wegen wiederholter Provokationen und ständiger Einmischungen von außen zu verbalen Auseinandersetzungen gekommen ist; bitten gleichzeitig aber um Verständnis dafür (welches sie der Gegenpartei scheinbar nicht zugestehen wollen), dass dies in Anbetracht der Lage kaum zu vermeiden gewesen ist. Die Kompanie Wald fühlt sich durch das Verhalten des Bataillons und einzelner Akteure in ihrer Autorität und Selbstständigkeit verletzt. Weiters wird in der Stellungnahme festgehalten: „Wir ersuchen daher den Bundesausschuss, bei der anstehenden Abstimmung zu bedenken, dass es sich hierbei um eine rein interne Angelegenheit handelt, die keine andere Kompanie betrifft und auch keine Einmischung von außen rechtfertigt.“ Die RUNDSCHAU wird weiter
berichten!
Walder Schützen suspendiert<br />
Beim Pitztaler Bataillonsfest am 3. Juli 2022: Da dürfte noch alles in Ordnung gewesen sein zwischen Hauptmann und Obmann Daniel Eiter (l.) und Ehrenhauptmann Reinhard Schuler. Foto: Archiv Krismer
LANDESKOMMANDAT MAJOR THOMAS SAURER. „Die Schützenkompanie Wald im Pitztal hat im Rahmen dieser zeitlichen Beschränkung dieser Suspendierung nun Zeit, Offenes zu erledigen: die ordnungsgemäße Verwahrung ihrer Schützengewehre, die statutenkonforme Einsetzung eines Schiedsgerichtes im Zusammenhang mit den vorgenommenen Ausschlüssen, ebenso wie ein dem Tiroler Schützengeist entsprechender, respektvoller Umgang mit allen Beteiligten. Dieses leidige Thema hat dem Tiroler Schützenwesen bereits sehr geschadet – jetzt gilt es, dies wieder in Ordnung zu bringen!“

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