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Wenn die Mahd zur tödlichen Gefahr wird

Mit Wärmebilddrohnen gegen den Mähtod – Kitzrettung Tiroler Oberland kämpft für jedes Rehkitz

Seit Anfang 2023 setzt sich der Verein „Kitzrettung Tiroler Oberland-Team Ötztal“ mit großem Engagement dafür ein, möglichst viele Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren. Besonders in den Monaten Mai und Juni, wenn die Setzzeit ihren Höhepunkt erreicht, sind die freiwilligen Helfer beinahe täglich im Einsatz. Mithilfe moderner Wärmebilddrohnen werden Wiesen vor der Mahd abgesucht, die gefundenen Kitze anschließend vorsichtig aus der Gefahrenzone gebracht und so vor dem sicheren Tod gerettet.
26. Mai 2026 | von Christoph Hablitzel
Wenn die Mahd zur tödlichen Gefahr wird
Ein seltener Anblick – gleich drei Kitze setzte hier die Geiß. Wenn gewünscht, wird der Nachwuchs auch gleich markiert. Foto: Kitzrettung
„Für uns beginnt die intensivste Zeit der Kitzrettung im Mai und Juni, da in diesen Wochen besonders viele Rehkitze geboren werden. Die Tiere verlassen sich darauf, dass ihre Jungen im hohen Gras gut geschützt sind – genau das wird während der Mahd jedoch oft zur Gefahr. Für Landwirte sind die kleinen Kitze im dichten Gras leider meist kaum sichtbar“, sagt Carola Klotz vom Team Ötztal der Kitzrettung Oberland, einleitend im Gespräch mit der RUNDSCHAU.

hightech. Mit modernster Technik und viel Herzblut setzt sich der Verein „Kitzrettung Tiroler Oberland“ für den Schutz von Rehkitzen ein. Seit Anfang 2023 ist der Verein offiziell eingetragen und verfolgt ein klares Ziel: „Der Verein ‚Kitzrettung Tiroler Oberland‘, der seit Anfang 2023 offiziell eingetragen ist, hat es sich zum Ziel gemacht, so viele Rehkitze wie möglich vor dem Mähtod zu retten“, erklärt Vereinsobmann Heinrich Althaler.

setzzeit. Gerade in den Monaten Mai und Juni beginnt für die Landwirte die erste Mahd – eine gefährliche Zeit für junge Rehkitze. Die Tiere verstecken sich instinktiv im hohen Gras und bleiben bei Gefahr regungslos liegen. Ohne Hilfe werden sie daher von den Mähmaschinen oft zu spät entdeckt. Genau hier setzt die Arbeit der Kitzretter an. Das Team der Kitzrettung Oberland bietet Landwirten kostenlos an, Wiesen vor dem Mähen mit Drohnen abzufliegen. „Mithilfe von Wärmebildkameras können die versteckten Tiere rasch lokalisiert und anschließend vorsichtig in Sicherheit gebracht werden. Erst danach beginnen die Mäharbeiten – ohne Gefahr für die Jungtiere“, so Carola Klotz, die sich in Sachen Kitzrettung sehr stark im Ötztal engagiert. 

eng. Der Verein arbeitet dabei eng mit wichtigen Partnern zusammen. „Alles in Kooperation mit dem Tiroler Jägerverband, der Landwirtschaftskammer und in Abstimmung mit Jägern und Jagdpächtern. Diese gute Zusammenarbeit ist die Basis unserer Tätigkeit“, betont man seitens des Vereins. Die Kitzrettung Tiroler Oberland ist zudem Teil der Plattform Rehkitzrettung.at des Tiroler Jägerverbandes.

 pilotin. Die passionierte Jägerin Carola Klotz besitzt seit zwei Jahren den Drohnenpilotenschein und ist während der Setzzeit beinahe täglich unterwegs. „So konnten wir im Ötztal in der Setzzeit 2025 an die 20 Rehkitze retten“, berichtet sie. Neben ihrer Tätigkeit als Wirtin der „Giggi Tenne“ in Sölden engagiert sich Klotz auch in Schulen. Dort informiert sie Kinder und Jugendliche über die Arbeit der Rehkitzretter und vermittelt Wissenswertes über Jagd und Naturschutz. Großes Lob richtet Klotz auch an die heimischen Bauern: „Auch unsere Landwirte sind in dieser Sache sehr engagiert, sie unterstützen uns hier wirklich sehr tatkräftig. Teilweise führen sie uns auch zu Plätzen, wo Kitze sein könnten, sie kennen ja ihre Weiden. Auch bei Versammlungen nimmt uns die Landwirtschaft gern mit ins Boot.“

Wissenswertes über Rehkitze: In der Zeit von Mai bis Juni bringt die Rehgeiß ihre Jungen bevorzugt in hohen Wiesen zur Welt. Meist werden ein bis zwei Kitze gesetzt, in seltenen Fällen auch drei. Die Jungtiere sind nahezu geruchlos und verlassen sich auf ihren natürlichen Schutzmechanismus: den sogenannten Duckinstinkt. Bei Gefahr bleiben sie regungslos liegen, anstatt davonzulaufen. Die Mutter hält sich meist nur wenige Meter entfernt auf und kehrt regelmäßig zum Säugen zurück. Gerade deshalb ist die sorgfältige Suche vor dem Mähen entscheidend, um den Tieren das Leben zu retten.

MEHR INFOS. Wärst du auch gerne bei Kitzrettungsaktionen dabei? Bist du Drohnenpilot oder möchtest du einer werden? Du bist Jäger oder einfach nur naturverbunden und würdest gerne Teil unseres Teams werden? Auch Schulen können gerne anfragen! Benötigst du einen Drohnenpiloten, der deine Wiese vor der Mahd absucht? Dann melde dich bei uns! Tel. 05476/94101, E-Mail: info@kitzrettung.at, URL: www.kitzrettung.at
Wenn die Mahd zur tödlichen Gefahr wird
Gerettet! Carola Klotz bringt ein Kitz in Sicherheit. Foto: Klotz
Wenn die Mahd zur tödlichen Gefahr wird
Abgetrennter Hinterlauf: Solche, aber leider auch tödliche Verletzungen passieren in der Mähsaison. Foto: Klotz
Wenn die Mahd zur tödlichen Gefahr wird
Die „Kommandozentrale“ der Drohnenpilotin Carola Klotz. Foto: Klotz

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