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Wie sich das Klima im Oberland verändert

Auf einen Klick: Die neue Online-Plattform oberlandklima.at liefert fundierte Klimadaten für jede Gemeinde

Auch im Tiroler Oberland sind die Auswirkungen des Klimawandels spürbar. Auf der Online-Plattform oberlandklima.at werden die Entwicklungen des Klimas auf Gemeindeebene und die damit verbundenen Folgen anschaulich und verständlich dargestellt. Entwickelt wurde das Projekt unter der Leitung des Meteorologen Thomas Pichler, finanziell unterstützt vom Rotary Club Imst-Landeck.
7. April 2026 | von Martin Grüneis
Wie sich das Klima im Oberland verändert<br />
Thomas Pichler veranschaulichte die Funktionsweise von oberlandklima.at.
Dank der neuen Online-Plattform oberlandklima.at lassen sich klimatische Entwicklungen im Tiroler Oberland bis auf Gemeindeebene einfach nachvollziehen. Das Angebot richtet sich gleichermaßen an Bevölkerung, Gemeinden und Wirtschaft und stellt fundierte Daten zum lokalen Klima auf leicht verständliche Weise bereit. Ziel ist es, nicht nur zu informieren, sondern auch dabei zu unterstützen, sich gezielt an die klimatischen Veränderungen anzupassen.

FAKTEN STATT BAUCHGEFÜHL. Mit einem lachenden, aber auch einem weinenden Auge blickte Thomas Pichler bei der Vorstellung des Projekts in der Stadtbühne Imst auf den Start der neuen Plattform. „Die Daten zeigen nämlich, dass der Klimawandel im Tiroler Oberland zwei- bis zweieinhalbfach so stark stattfindet wie im globalen Durchschnitt“, so der Meteorologe und Geograf. In Diskussionen hat es ihn immer wieder gefrustet, mit subjektiven Einschätzungen konfrontiert zu werden. Für Pichler ist klar: Der Klimawandel ist ein naturwissenschaftliches Thema – es brauche Fakten und Daten statt Gefühle und Erzählungen. 

PROJEKT MIT REGIONALER UNTERSTÜTZUNG. Mit dem Rotary Club Imst-Landeck konnte er schließlich einen starken Partner finden, sodass das Projekt auf den Weg gebracht werden konnte. „Es ist uns ein sehr gutes Ergebnis gelungen“, zeigt sich Pichler zufrieden. Das Ziel besteht darin, ein Bewusstsein für das Klima direkt vor der eigenen Haustür zu schaffen und ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie sich dieses in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat – und was künftig zu erwarten ist. Die Plattform soll damit nicht nur informieren, sondern auch die Anpassung an den Klimawandel vorantreiben. ,oberlandklima.at‘ steht allen Bürgerinnen und Bürgern kostenlos zur Verfügung“, betont Pichler. „Sie wurde aus der Region für die Region entwickelt.“ Die Datengrundlage der Plattform ist breit gefächert: Verwendet werden reale Messdaten (SPARTACUS und Snowgrid), die laufend ergänzt werden, ebenso wie Klimaszenarien aus ÖKS15. Lokale Expertise ist ebenfalls in die Entwicklung eingeflossen.

WERTVOLLES WERKZEUG. Neben den Risiken werden auch die Chancen aufgezeigt, die sich durch den Klimawandel für das Tiroler Oberland ergeben könnten. Für Pichler steht fest: „Dieses Projekt ermöglicht es, an den Start zu gehen, aber Klimawandelanpassung ist ein Marathon.“ Anpassungen hat es immer gegeben. Und sie wird auch künftig mehr denn je notwendig sein.  Auch der Rotary Club unterstreicht die Bedeutung des Projekts. „Wir sind bemüht, große Herausforderungen anzunehmen, wenn wir zum Wohle aller etwas bewirken können“, so Hans Georg Kreuzer, Präsident des Rotary Clubs Imst-Landeck.  Mit der Plattform wurde ein Service geschaffen, von dem sowohl die breite Bevölkerung als auch Entscheidungsträger profitieren. Gerade in herausfordernden Zeiten haben diejenigen die besten Chancen, die informiert, vorbereitet und in der Lage sind, mit veränderten Bedingungen umzugehen. Roman Markowski, Vorstandsmitglied des Rotary Clubs Imst-Landeck und geschäftsführender Gesellschafter der AVT Vermessung GmbH, erkennt auch aus beruflicher Sicht großes Potenzial. Ob bei der Planung von Bauprojekten oder im Bereich (kritischer) Infrastruktur – überall besteht ein klarer Konnex zum Klima.

BREITE DATENGRUNDLAGE FÜR ENTSCHEIDUNGEN. Für Landesrat René Zumtobel ist klar: „In diesen schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass das Thema Klimaschutz nicht unter den Teppich fällt.“ Entscheidend sei es jedoch, nicht mit erhobenem Zeigefinger aufzutreten, sondern Fakten zugänglich zu machen. Menschen sollen die Informationen kennen und in ihre Entscheidungen einbeziehen. Die Plattform bringe den Klimawandel genau dorthin, wo Entscheidungen getroffen werden – etwa in Gemeinderäte, wenn es um die Gestaltung von Orten geht. „In ganz Tirol zeigt sich bei vielen Projekten, dass der Klimaschutz und die Anpassung in der Bevölkerung angekommen sind“, so Zumtobel. „Wenn man die Personen in den Regionen einbindet, dann wirkt es.“ Auch das Land Tirol setzt entsprechende Initiativen, etwa mit der regionalen Klimaanalyse, deren Ergebnisse in das Tiroler Rauminformationssystem tiris integriert wurden, sowie mit der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie.
Wie sich das Klima im Oberland verändert<br />
Thomas Pichler (Entwicklungsleiter), Hans Georg Kreuzer (Präsident Rotary Club Imst-Landeck), Roman Markowski (Vorstandsmitglied Rotary Club und Geschäftsführung AVT Vermessung GmbH) und Landesrat René Zumtobel (v. l.) bei der Präsentation der neuen Online-Plattform oberlandklima.at.

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