Artikel teilen
Artikel teilen >

Wolf, Fuchs oder Goldschakal?

Neue Gutachten und Erkenntnisse nach gerissenen Ziegen im Pitztal

Neue DNA-Ergebnisse zu den Ziegenrissen in Arzl im Pitztal sorgen für eine überraschende Wendung – VP-Bezirksobmann Bernhard Schöpf fordert Rückendeckung für Jäger und Bauern.

13. Oktober 2026
Wolf, Fuchs oder Goldschakal?
Fuchs, Wolf oder Goldschakal (Bild)? Bei den gerissenen Ziegen in Arzl im Pitztal wurde DNA aller drei Raubtiere nachgewiesen. Welches Tier tatsächlich für die Risse verantwortlich ist, bleibt weiterhin unklar. Foto: Munoz
Wer hat die sechs Ziegen Anfang September in Arzl im Pitztal tatsächlich gerissen? Ein Fuchs, ein Goldschakal oder doch ein Wolf? Neue DNA-Untersuchungen bringen Bewegung in den Fall, der zuletzt für heftige Diskussionen gesorgt hatte. Nachdem zunächst lediglich Erbgut von Fuchs und Goldschakal nachgewiesen worden war, wurde in weiteren Proben nun auch Wolfs-DNA entdeckt. Welches Tier die Ziegen tatsächlich getötet hat, lässt sich daraus allerdings nicht eindeutig ableiten. Für den Imster VP-Bezirksobmann Bernhard Schöpf bestätigen die neuen Erkenntnisse vor allem eines: Vorschnelle Schuldzuweisungen seien fehl am Platz.

RÜCKENDECKUNG GEFORDERT. Nach dem Vorfall am 6. September war in der darauffolgenden Nacht ein Wolf erlegt worden. Als zunächst nur Goldschakal- und Fuchs-DNA festgestellt wurde, geriet der Abschuss in die Kritik. Die zusätzlichen Untersuchungsergebnisse werfen nun ein neues Licht auf das Geschehen. „Gerade dieser Fall zeigt, wie vorsichtig man mit voreiligen Schuldzuweisungen sein muss. Solange nicht alle Untersuchungsergebnisse vorliegen, sollte niemand vorschnell an den Pranger gestellt werden“, betont Schöpf. Bereits unmittelbar nach dem Vorfall hatte er klare rechtliche Rahmenbedingungen für die Jägerschaft eingefordert. Jäger müssten oft unter schwierigen Umständen Entscheidungen treffen und dabei auf entsprechende Rechtssicherheit vertrauen können. Ebenso wichtig sei es, die Sorgen der Landwirtschaft ernst zu nehmen. Schließlich seien es die Bauern, die nach Rissereignissen unmittelbar mit den Folgen konfrontiert würden.

FAKTEN STATT VORVERURTEILUNGEN. Für Schöpf unterstreicht der Fall die Bedeutung umfassender Untersuchungen und einer sachlichen Beurteilung. „Es geht nicht darum, vorschnell Schuldige zu suchen. Es geht darum, auf Grundlage gesicherter Fakten zu handeln und jene zu schützen, die vor Ort Verantwortung tragen.“ Sein Appell an die Politik bleibt daher unverändert: „Wir brauchen klare Regeln, Rechtssicherheit und eine Politik, die sich schützend vor Jägerschaft und Landwirtschaft stellt.“ Offen bleibt indes, welches der drei nachgewiesenen Raubtiere letztlich für den Tod der Ziegen verantwortlich war. Daran „geknabbert“ dürften sie in diesem Fall wohl alle haben. 

Aktuelle Artikel

Kommentare

0 Posts