Wolf wurde im Pitztal erlegt
Wolfabschuss sorgt für Diskussionen – sieben Ziegen wurden in Arzlair gerissen
In Arzl im Pitztal wurden im Ortsteil Arzlair in der Nähe eines Wohnhauses sieben Ziegen mit Kehlbiss tot aufgefunden. Als der Wolf, der für den Riss verantwortlich gemacht wird, an den Ort zurückkehrte, wurde das Tier erlegt. Eine Abschussverordnung lag zu diesem Zeitpunkt nicht vor. Nun laufen Untersuchungen zum Vorfall. Während der Abschuss von verschiedenen Seiten verteidigt wird, kommt vom WWF Kritik.
14. September 2026
In Arzl im Pitztal wurden sieben tote Ziegen aufgefunden. Ein Wolf soll sie gerissen haben und später an den Ort zurückgekehrt sein. Dabei wurde er erlegt. Symbolfoto: Pixabay
„Aus meiner Sicht hat die Jägerschaft vorbildlich gehandelt“, so Landesjägermeister Anton Larcher. Naturschutz, Land- und Almwirtschaft, Tourismus, Wildschadensvermeidung und Tierschutz: Die Jäger würden seit Jahrzehnten zwischen unterschiedlichsten Interessen stehen. „Genau dieses Spannungsfeld macht die Jagd heute anspruchsvoller denn je“, erklärt Larcher. Kaum jemand würde die Jagdprüfung absolvieren, um eines Tages Wölfe zu erlegen. Die Tiroler Jägerschaft betreibe seit Generationen aktives Wildtiermanagement. „Warum sollte dieses Wissen und diese Erfahrung nicht auch beim Management von Großraubwild eingesetzt werden?“, wirft der Landesjägermeister die Frage auf. „Besonders erstaunt mich die Doppelmoral mancher Wolfsbefürworter. Der Schutz des Wolfs wird lautstark eingefordert – aber wo bleibt der Tierschutz für unsere Nutztiere? Wo bleibt die Sorge um Schafe, Ziegen und Kälber, die auf unseren Almen gehalten werden und deren Halter bereits heute enorme Herausforderungen bewältigen müssen?“, so Larcher. Er verweist darauf, dass in den mehr als 1.400 Tiroler Jagdrevieren täglich Jagdpächter, Jagdschutzorgane und viele engagierte Jäger im Interesse eines funktionierenden Wildtiermanagements tätig sind. Sie investieren dafür nicht nur Zeit und Verantwortung, sondern oft auch erhebliche finanzielle Mittel. „Fakt ist auch: Die Wolfspopulation in Europa wächst seit Jahren“, erklärt Larcher. „Wer langfristig über ein ausgewogenes Zusammenleben von Mensch, Nutztierhaltung und Großraubwild sprechen will, wird daher auch über ein professionelles Bestandsmanagement sprechen müssen.“ Emotionen allein würden dieses Problem nicht lösen. Es brauche eine sachliche Diskussion, Respekt vor allen Betroffenen und Entscheidungen, die sowohl den Schutz der Natur als auch die Interessen der Menschen im ländlichen Raum berücksichtigen.
Schöpf fordert Rückendeckung für Jägerschaft und Landwirtschaft. Der Bezirksparteiobmann der Tiroler Volkspartei und Bürgermeister von Mils bei Imst, Bernhard Schöpf, stellt sich klar hinter die betroffene Landwirtschaft und die Jägerschaft. „Sieben tote Ziegen, darunter zumindest ein trächtiges Muttertier, sind sieben zu viel. Dabei geht es nicht nur um einen wirtschaftlichen Schaden. Es geht um Tiere, die durch Kehlbisse getötet wurden. Auch dieses Tierleid dürfen wir in der Diskussion nicht einfach ausblenden. Wer hier noch immer glaubt, man müsse zuerst abwarten, bis der nächste Schaden passiert, hat die Realität verkannt“, erklärt Schöpf. Der Vorfall wurde gemeldet und nicht verheimlicht. Schöpf geht davon aus, dass die Prüfung zeigen wird, dass im konkreten Fall richtig und im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben gehandelt wurde. „Mit dem neuen § 52b des Tiroler Jagdgesetzes wurde bewusst die Möglichkeit geschaffen, in einer akuten Gefahrensituation rasch zu handeln. Wenn ein Wolf Nutztiere reißt und anschließend an den Ort des Geschehens zurückkehrt, kann man nicht einfach wegschauen und auf den nächsten Vorfall warten“, so Schöpf. Für ihn sei klar: Wenn die Politik den Jägern gesetzlich die Möglichkeit gebe, in einer solchen Situation Verantwortung zu übernehmen, müsse sie auch hinter ihnen stehen, wenn sie davon Gebrauch machten. Er warnt vor den Folgen, wenn die Jägerschaft bei jedem raschen Einschreiten befürchten muss, anschließend selbst zum Problem gemacht zu werden. Auch die Sorgen der Bevölkerung und der betroffenen Tierhalter müssten ernst genommen werden. Ein Wolfsriss in unmittelbarer Nähe eines Wohnhauses sei etwas anderes als eine Sichtung in einem abgelegenen Gebiet. „Der Schutz von Menschen und Nutztieren darf nicht zur Nebensache werden. Wir dürfen beim Wolf nicht immer erst handeln, wenn es zu spät ist. Was es braucht, ist ein rasches, konsequentes und gesetzes-konformes Vorgehen – und die volle Rückendeckung für jene, die dabei Verantwortung übernehmen“, betont Schöpf abschließend.
Rückhalt gefordert. Auch für Stefan Brugger von der „Weidezone Tirol“ ist der Abschuss des Wolfes im Pitztal legal. „Was mich viel mehr stört und auch zugleich extrem enttäuscht, ist das gegenwärtige Verhalten unserer Vertreter“, so Brugger. Er erwartet sich „eine klare Ansage der Politik, um den unnötigen Wirbel sofort ein Ende zu bereiten“ und „eine Solidarisierung mit dem Schützen, der nichts falsch gemacht hat“.
WWF fordert „rasche und lückenlose strafrechtliche Aufklärung“. Kritik gibt es hingegen vom WWF. Die Naturschutzorganisation fordert konsequente Ermittlungen, denn für das betreffende Jagdgebiet war keine Abschussverordnung in Kraft. „Damit steht der Verdacht eines rechtswidrigen Abschusses einer geschützten Art im Raum. Die Behörden müssen diesen Fall umfassend aufklären und bei einem Gesetzesverstoß die vorgesehenen Konsequenzen ziehen“, sagt WWF-Artenschutz-Experte Christian Pichler. Zugleich fordert der WWF einen Kurswechsel von der Landesregierung: „Anstatt vor allem auf Abschüsse und Stimmungsmache zu setzen, müssen rechtssichere, wissenschaftlich fundierte Lösungen dominieren. Dazu zählen die Einhaltung des EU-Artenschutzrechts, mehr Herdenschutz und ein konsequentes Vorgehen gegen Wildtierkriminalität“, sagt Pichler. „Als großer Beutegreifer hilft der Wolf, übermäßig hohe Wildbestände zu regulieren und die Artenvielfalt und die Waldverjüngung zu fördern.“
Schöpf fordert Rückendeckung für Jägerschaft und Landwirtschaft. Der Bezirksparteiobmann der Tiroler Volkspartei und Bürgermeister von Mils bei Imst, Bernhard Schöpf, stellt sich klar hinter die betroffene Landwirtschaft und die Jägerschaft. „Sieben tote Ziegen, darunter zumindest ein trächtiges Muttertier, sind sieben zu viel. Dabei geht es nicht nur um einen wirtschaftlichen Schaden. Es geht um Tiere, die durch Kehlbisse getötet wurden. Auch dieses Tierleid dürfen wir in der Diskussion nicht einfach ausblenden. Wer hier noch immer glaubt, man müsse zuerst abwarten, bis der nächste Schaden passiert, hat die Realität verkannt“, erklärt Schöpf. Der Vorfall wurde gemeldet und nicht verheimlicht. Schöpf geht davon aus, dass die Prüfung zeigen wird, dass im konkreten Fall richtig und im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben gehandelt wurde. „Mit dem neuen § 52b des Tiroler Jagdgesetzes wurde bewusst die Möglichkeit geschaffen, in einer akuten Gefahrensituation rasch zu handeln. Wenn ein Wolf Nutztiere reißt und anschließend an den Ort des Geschehens zurückkehrt, kann man nicht einfach wegschauen und auf den nächsten Vorfall warten“, so Schöpf. Für ihn sei klar: Wenn die Politik den Jägern gesetzlich die Möglichkeit gebe, in einer solchen Situation Verantwortung zu übernehmen, müsse sie auch hinter ihnen stehen, wenn sie davon Gebrauch machten. Er warnt vor den Folgen, wenn die Jägerschaft bei jedem raschen Einschreiten befürchten muss, anschließend selbst zum Problem gemacht zu werden. Auch die Sorgen der Bevölkerung und der betroffenen Tierhalter müssten ernst genommen werden. Ein Wolfsriss in unmittelbarer Nähe eines Wohnhauses sei etwas anderes als eine Sichtung in einem abgelegenen Gebiet. „Der Schutz von Menschen und Nutztieren darf nicht zur Nebensache werden. Wir dürfen beim Wolf nicht immer erst handeln, wenn es zu spät ist. Was es braucht, ist ein rasches, konsequentes und gesetzes-konformes Vorgehen – und die volle Rückendeckung für jene, die dabei Verantwortung übernehmen“, betont Schöpf abschließend.
Rückhalt gefordert. Auch für Stefan Brugger von der „Weidezone Tirol“ ist der Abschuss des Wolfes im Pitztal legal. „Was mich viel mehr stört und auch zugleich extrem enttäuscht, ist das gegenwärtige Verhalten unserer Vertreter“, so Brugger. Er erwartet sich „eine klare Ansage der Politik, um den unnötigen Wirbel sofort ein Ende zu bereiten“ und „eine Solidarisierung mit dem Schützen, der nichts falsch gemacht hat“.
WWF fordert „rasche und lückenlose strafrechtliche Aufklärung“. Kritik gibt es hingegen vom WWF. Die Naturschutzorganisation fordert konsequente Ermittlungen, denn für das betreffende Jagdgebiet war keine Abschussverordnung in Kraft. „Damit steht der Verdacht eines rechtswidrigen Abschusses einer geschützten Art im Raum. Die Behörden müssen diesen Fall umfassend aufklären und bei einem Gesetzesverstoß die vorgesehenen Konsequenzen ziehen“, sagt WWF-Artenschutz-Experte Christian Pichler. Zugleich fordert der WWF einen Kurswechsel von der Landesregierung: „Anstatt vor allem auf Abschüsse und Stimmungsmache zu setzen, müssen rechtssichere, wissenschaftlich fundierte Lösungen dominieren. Dazu zählen die Einhaltung des EU-Artenschutzrechts, mehr Herdenschutz und ein konsequentes Vorgehen gegen Wildtierkriminalität“, sagt Pichler. „Als großer Beutegreifer hilft der Wolf, übermäßig hohe Wildbestände zu regulieren und die Artenvielfalt und die Waldverjüngung zu fördern.“
Martin Grüneis





