Zwischen Euphorie und Verantwortung
Künstliche Intelligenz birgt enormes Potenzial – aber auch Risiken: Jungunternehmer Tobias Rieger im RS-Gespräch
11. November 2025 | von
Martin Grüneis
Zwischen Innovation und Ethik: Tobias Rieger sieht in der Künstlichen Intelligenz große Chancen – warnt aber auch vor Risiken. RS-Foto: Grüneis
Schon früh begeisterte sich Tobias Rieger für Technologie. Nach dem Abschluss der IT-HAK arbeitete er zunächst beim Land und später in einer führenden Position im IT-Bereich einer Bank. Doch die psychischen Belastungen wurden für ihn zunehmend zu groß. Nach einer sehr schwierigen Phase kam schließlich der Wendepunkt. In dieser Zeit beschäftigte er sich intensiv mit dem Thema Künstliche Intelligenz. „Ich lerne und probiere gerne neue Dinge aus“, erzählt der Jungunternehmer. Ursprünglich betrachtete er KI als Werkzeug zur Selbsthilfe, um sich selbst besser zu verstehen und seiner technischen Neugier nachzugehen. Dabei erkannte er, dass Technik den Menschen sowohl helfen als auch belasten kann. Für Rieger steht fest: Systeme sollten so gestaltet sein, dass sie den Menschen tatsächlich helfen. Mit gerade einmal 23 Jahren gründete er sein eigenes IT-Unternehmen, um genau solche Lösungen zu entwickeln.
DIE SCHATTENSEITEN DES DIGITALEN FORTSCHRITTS. Tobias Rieger ist von den Chancen der Künstlichen Intelligenz fasziniert, sieht aber auch die Schattenseiten des technischen Fortschritts. Im Gespräch mit der RUNDSCHAU spricht der Jungunternehmer offen über die Gefahren und Risiken, die mit der Nutzung von KI einhergehen. Ihm sei insbesondere die starke Machtkonzentration bei großen Technologiekonzernen bewusst geworden. Viele digitale Angebote seien nicht wirklich kostenlos, betont Rieger, denn bezahlt werde mit den eigenen Daten. Diese werden wiederum verwendet, um KI zu trainieren – ungefiltert und ohne ethische Kontrolle. Die Unternehmen versuchen mit allen Mitteln, die Nutzerinnen und Nutzer möglichst lange auf ihren Plattformen zu halten. Dabei bewirken Algorithmen, dass bestehende Meinungen und Überzeugungen verstärkt werden, da den Menschen vor allem jene Inhalte angezeigt werden, die zu ihrem Weltbild passen. So geraten Nutzerinnen und Nutzer in eine gefährliche Filterblase. Umso bedeutender sind seriöse Informationsquellen. Im Zusammenhang mit KI verweist Rieger zudem auf neue Gefahren wie das Klonen von Stimmen oder die Erstellung sogenannter Deepfakes, also täuschend echter Fälschungen von Bild- und Videomaterial.
ZWISCHEN DYSTOPIE. Zwischen Euphorie und Skepsis bleibt die Frage offen, wohin die Reise führt. Ist die KI ein Werkzeug des Menschen oder hat sie Macht über ihn? Für Tobias Rieger ist entscheidend, wie wir und die Politik mit dieser Technologie umgehen und welche Werte wir ihr mitgeben. Sicherheit und Ethik müssten über Geschwindigkeit gestellt werden, betont er. Transparenz sei zentral. Rieger warnt, dass, wenn Daten unkontrolliert gesammelt und zentralisiert werden, Systeme irgendwann mehr über uns wissen als wir selbst. Europa habe in Hinsicht auf Datenschutz, Menschenrechte und ethische Standards gute Ansätze. Zugleich müsse der Kontinent aber auch wieder die Kontrolle über seine eigenen Technologien erlangen und die Abhängigkeit von amerikanischen oder chinesischen Konzernen verringern. Europa verfügt jedenfalls über das Wissen, das Talent und die ethische Grundlage, um eigene Wege zu gehen. Er selbst versucht, soweit möglich, auf europäische Anbieter und Lösungen zu setzen, um Datenschutz und Transparenz bestmöglich zu gewährleisten. Dass Künstliche Intelligenz, wie oft befürchtet, massenhaft Arbeitsplätze vernichten wird, glaubt Rieger nicht. Vielmehr werde sie in vielen Bereichen unterstützend zum Einsatz kommen, monotone Aufgaben übernehmen und dem Menschen als eine Art Sparringpartner dienen. „KI ist etwas, das bleiben wird“, ist Rieger überzeugt. Allerdings werde es in Zukunft wohl keinen „Alleskönner“ geben, sondern spezialisierte Expertensysteme.
DIE SCHATTENSEITEN DES DIGITALEN FORTSCHRITTS. Tobias Rieger ist von den Chancen der Künstlichen Intelligenz fasziniert, sieht aber auch die Schattenseiten des technischen Fortschritts. Im Gespräch mit der RUNDSCHAU spricht der Jungunternehmer offen über die Gefahren und Risiken, die mit der Nutzung von KI einhergehen. Ihm sei insbesondere die starke Machtkonzentration bei großen Technologiekonzernen bewusst geworden. Viele digitale Angebote seien nicht wirklich kostenlos, betont Rieger, denn bezahlt werde mit den eigenen Daten. Diese werden wiederum verwendet, um KI zu trainieren – ungefiltert und ohne ethische Kontrolle. Die Unternehmen versuchen mit allen Mitteln, die Nutzerinnen und Nutzer möglichst lange auf ihren Plattformen zu halten. Dabei bewirken Algorithmen, dass bestehende Meinungen und Überzeugungen verstärkt werden, da den Menschen vor allem jene Inhalte angezeigt werden, die zu ihrem Weltbild passen. So geraten Nutzerinnen und Nutzer in eine gefährliche Filterblase. Umso bedeutender sind seriöse Informationsquellen. Im Zusammenhang mit KI verweist Rieger zudem auf neue Gefahren wie das Klonen von Stimmen oder die Erstellung sogenannter Deepfakes, also täuschend echter Fälschungen von Bild- und Videomaterial.
ZWISCHEN DYSTOPIE. Zwischen Euphorie und Skepsis bleibt die Frage offen, wohin die Reise führt. Ist die KI ein Werkzeug des Menschen oder hat sie Macht über ihn? Für Tobias Rieger ist entscheidend, wie wir und die Politik mit dieser Technologie umgehen und welche Werte wir ihr mitgeben. Sicherheit und Ethik müssten über Geschwindigkeit gestellt werden, betont er. Transparenz sei zentral. Rieger warnt, dass, wenn Daten unkontrolliert gesammelt und zentralisiert werden, Systeme irgendwann mehr über uns wissen als wir selbst. Europa habe in Hinsicht auf Datenschutz, Menschenrechte und ethische Standards gute Ansätze. Zugleich müsse der Kontinent aber auch wieder die Kontrolle über seine eigenen Technologien erlangen und die Abhängigkeit von amerikanischen oder chinesischen Konzernen verringern. Europa verfügt jedenfalls über das Wissen, das Talent und die ethische Grundlage, um eigene Wege zu gehen. Er selbst versucht, soweit möglich, auf europäische Anbieter und Lösungen zu setzen, um Datenschutz und Transparenz bestmöglich zu gewährleisten. Dass Künstliche Intelligenz, wie oft befürchtet, massenhaft Arbeitsplätze vernichten wird, glaubt Rieger nicht. Vielmehr werde sie in vielen Bereichen unterstützend zum Einsatz kommen, monotone Aufgaben übernehmen und dem Menschen als eine Art Sparringpartner dienen. „KI ist etwas, das bleiben wird“, ist Rieger überzeugt. Allerdings werde es in Zukunft wohl keinen „Alleskönner“ geben, sondern spezialisierte Expertensysteme.