Imposanter Damm schützt Weißwald
Schutz vor Steinschlag wird in Tirol immer wichtiger
22. August 2023 | von
Martin Grüneis
Vor dem Hintergrund des Klimawandels gewinnt der Schutz vor Steinschlag an Bedeutung. Das Projekt Weißwald im hinteren Pitztal zeigt, wie die erfolgreiche Umsetzung von Maßnahmen aussehen kann – von den notwendigen Sofortmaßnahmen über das Monitoring bis zum finalen Schutzbauwerk.
RS-Foto: Grüneis
RS-Foto: Grüneis
Von Martin Grüneis
Im Weiler Weißwald (St. Leonhard) kam es im November 2020 zu einem Steinschlagereignis. Ein Sturzblock überrollte die Landesstraße und blieb in einer naheliegenden Wiese liegen. Daraufhin rückte die Landesgeologie aus. Im oberen Bereich des Hanges konnte ein Blockstapel ausgemacht werden, der eine Gefährdung für den Siedlungsraum darstellte. „Es war ein sehr schwieriges Projekt“, erinnert sich Gebhard Walter, Leiter der Sektion Tirol der Wildbach- und Lawinenverbauung. Die L16 musste gesperrt und sogar ein Haus evakuiert werden. Außerdem wurde ein Mess- und Vorwarnsystem installiert. Die Steinblöcke sind in Bewegung und daher ist damit zu rechnen, dass diese irgendwann auch herunterkommen, erklärte Michael Mölk vom Fachzentrum für Geologie und Lawinen der WLV. Verschiedene Schutzmaßnahmen wurden geprüft. Die Wahl fiel schließlich auf einen Schutzdamm. Dies sei sowohl wirtschaftlich als auch sicherheitstechnisch die beste Lösung, erläutert Gebhard Walter. Die Grundlage für die Bemessung des Schutzdammes lieferten 3D-Steinschlagsimulationen.
AUFWÄNDIGES VORHABEN. Der Schutzbau ist rund 230 Meter lang und hat eine endgültige Schüttkubatur von circa 47000 Kubikmeter. Auf der Bergseite ist der Damm 10,5 Meter zur Straße hin 19 Meter hoch. Dass der Felssturz vom Herbst 2020 in solch ein massives Bauwerk mündet, hätte zu diesem Zeitpunkt niemand gedacht, blickt Philipp Eiter (Vize-Bürgermeister St. Leonhard) zurück. Wirft man einen Blick auf diesen imposanten Damm, so ist es eigentlich kaum vorstellbar, dass dieser in einer Bauzeit von nur vier Monaten errichtet wurde. Die Bauarbeiten starteten Ende April 2022. Sicherheit wurde durch die Wildbach- und Lawinenverbauung freilich großgeschrieben. So wurden noch vor Baubeginn moderne, hochpräzise Sicherheits- und Warnsysteme mit Radaranlage, Rissmessern sowie hochauflösender Webcam eingerichtet. Die Straße wurde automatisch mit Ampeln gesperrt, sobald das System Bewegungen am Berg gemessen hatte. „Monitoring eignet sich auch dazu, maßgebliche Prozesse und Mechanismen besser nachvollziehen zu können und darauf aufbauend spezifische Maßnahmen passgenau zu planen“, berichtet Michael Mölk. Der Großteil des Dammes wurde in bewehrter Erde errichtet. Dabei konnten „zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden“, wie Daniel Kurz, Gebietsbauleiter Oberes Inntal der WLV, verrät. Für den Bau konnte nämlich Material aus verschiedenen Geschiebeablagerungsbecken im hinteren Pitztal verwendet werden. In diesem Jahr soll noch die Begrünung erfolgen. Die Gesamtkosten für das Projekt betragen rund 2,7 Millionen Euro. Eine sinnvolle Investition, wie Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler findet. Es gehe um die Sicherheit sowie den Erhalt von Lebens- und Wirtschaftsräumen – dies sollte auch in peripheren Region gewährleistet sein. Der Damm im Weiler Weißwald konnte sich jedenfalls bereits bewähren – im Juli dieses Jahres kam es zu einem Felssturz.
SCHUTZ VOR STEINSCHLAG WIRD IN TIROL WICHTIGER. Der Schutz vor Steinschlag spielt in einem alpinen Land wie Tirol natürlich seit vielen Jahren eine wichtige Rolle für das Naturgefahrenmanagement. Es ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen des Klimawandels und die damit verbundenen Wetterextreme in Zukunft vermehrt zu Steinschlagereignissen führen werden. Die Wildbach- und Lawinenverbauung spüre das bereits – 10 bis 15 Prozent des Budgets von rund 50 Millionen Euro fließen mittlerweile in den Schutz vor Steinschlag. Zum Klimawandel kommt natürlich die intensivere Nutzung der Infrastruktur (Straßen etc.) hinzu.
Im Weiler Weißwald (St. Leonhard) kam es im November 2020 zu einem Steinschlagereignis. Ein Sturzblock überrollte die Landesstraße und blieb in einer naheliegenden Wiese liegen. Daraufhin rückte die Landesgeologie aus. Im oberen Bereich des Hanges konnte ein Blockstapel ausgemacht werden, der eine Gefährdung für den Siedlungsraum darstellte. „Es war ein sehr schwieriges Projekt“, erinnert sich Gebhard Walter, Leiter der Sektion Tirol der Wildbach- und Lawinenverbauung. Die L16 musste gesperrt und sogar ein Haus evakuiert werden. Außerdem wurde ein Mess- und Vorwarnsystem installiert. Die Steinblöcke sind in Bewegung und daher ist damit zu rechnen, dass diese irgendwann auch herunterkommen, erklärte Michael Mölk vom Fachzentrum für Geologie und Lawinen der WLV. Verschiedene Schutzmaßnahmen wurden geprüft. Die Wahl fiel schließlich auf einen Schutzdamm. Dies sei sowohl wirtschaftlich als auch sicherheitstechnisch die beste Lösung, erläutert Gebhard Walter. Die Grundlage für die Bemessung des Schutzdammes lieferten 3D-Steinschlagsimulationen.
AUFWÄNDIGES VORHABEN. Der Schutzbau ist rund 230 Meter lang und hat eine endgültige Schüttkubatur von circa 47000 Kubikmeter. Auf der Bergseite ist der Damm 10,5 Meter zur Straße hin 19 Meter hoch. Dass der Felssturz vom Herbst 2020 in solch ein massives Bauwerk mündet, hätte zu diesem Zeitpunkt niemand gedacht, blickt Philipp Eiter (Vize-Bürgermeister St. Leonhard) zurück. Wirft man einen Blick auf diesen imposanten Damm, so ist es eigentlich kaum vorstellbar, dass dieser in einer Bauzeit von nur vier Monaten errichtet wurde. Die Bauarbeiten starteten Ende April 2022. Sicherheit wurde durch die Wildbach- und Lawinenverbauung freilich großgeschrieben. So wurden noch vor Baubeginn moderne, hochpräzise Sicherheits- und Warnsysteme mit Radaranlage, Rissmessern sowie hochauflösender Webcam eingerichtet. Die Straße wurde automatisch mit Ampeln gesperrt, sobald das System Bewegungen am Berg gemessen hatte. „Monitoring eignet sich auch dazu, maßgebliche Prozesse und Mechanismen besser nachvollziehen zu können und darauf aufbauend spezifische Maßnahmen passgenau zu planen“, berichtet Michael Mölk. Der Großteil des Dammes wurde in bewehrter Erde errichtet. Dabei konnten „zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden“, wie Daniel Kurz, Gebietsbauleiter Oberes Inntal der WLV, verrät. Für den Bau konnte nämlich Material aus verschiedenen Geschiebeablagerungsbecken im hinteren Pitztal verwendet werden. In diesem Jahr soll noch die Begrünung erfolgen. Die Gesamtkosten für das Projekt betragen rund 2,7 Millionen Euro. Eine sinnvolle Investition, wie Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler findet. Es gehe um die Sicherheit sowie den Erhalt von Lebens- und Wirtschaftsräumen – dies sollte auch in peripheren Region gewährleistet sein. Der Damm im Weiler Weißwald konnte sich jedenfalls bereits bewähren – im Juli dieses Jahres kam es zu einem Felssturz.
SCHUTZ VOR STEINSCHLAG WIRD IN TIROL WICHTIGER. Der Schutz vor Steinschlag spielt in einem alpinen Land wie Tirol natürlich seit vielen Jahren eine wichtige Rolle für das Naturgefahrenmanagement. Es ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen des Klimawandels und die damit verbundenen Wetterextreme in Zukunft vermehrt zu Steinschlagereignissen führen werden. Die Wildbach- und Lawinenverbauung spüre das bereits – 10 bis 15 Prozent des Budgets von rund 50 Millionen Euro fließen mittlerweile in den Schutz vor Steinschlag. Zum Klimawandel kommt natürlich die intensivere Nutzung der Infrastruktur (Straßen etc.) hinzu.
