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Unwetter sorgte für große Schäden im Bezirk

Bundespräsident Alexander Van der Bellen musste aus Railjet evakuiert werden

Umgestürzte Bäume, Straßensperren und Stromausfälle: Die jüngsten Unwetter haben die Einsatzorganisationen tirolweit einmal mehr gefordert. Auch im Bezirk Imst kam es zu besonders großen Schäden.
25. Juli 2023 | von Martin Grüneis & Gebi G. Schnöll
Unwetter sorgte für große Schäden im Bezirk<br />
Bundespräsident Van der Bellen bedankte sich bei Bezirks-Feuerwehrinspektor Stefan Rueland für die reibungslos verlaufene Evakuierung. RS-Foto: Schnöll
Aufgrund drohender Hangrutschungen infolge der starken Gewitter blieben sowohl die L 16 Pitztalstraße zwischen Wenns und Jerzens (Höhe Recyclinghof) als auch die B 186 Ötztalstraße im Ortsteil Astlehn (Gemeinde Längenfeld) vorsorglich in beide Richtungen gesperrt. Im Bereich „Pillerbach Brücke“ (Pitztal) wurde zudem ein Pkw von einem Baum erfasst. Die Insassen wurden aus dem Auto begleitet und vom Roten Kreuz betreut – sie blieben aber unverletzt. Das Unwetter am vergangenen Dienstag hatte auch für umfangreiche Einsätze der Tinetz-Störtrupps bis in die späte Nacht gesorgt. Zeitweise waren bis zu 18.000 Haushalte in 31 Gemeinden unversorgt. Besonders betroffen waren auch das Ötz- und Pitztal. Die Servicemannschaften waren ab dem Nachmittag im Dauereinsatz, um die Störstellen zu lokalisieren und die Wiederversorgung durchzuführen. Mit Hochdruck wurde etwa an der Reparatur der 110 kv-Leitung im Ötztal gearbeitet. Hier war es um circa 14.50 Uhr zu einem Ausfall gekommen. Davon betroffen waren die Umspannwerke Habichen und Sölden. Auch war im hinteren Pitztal (Gemeinde St. Leonhard) sowie im hinteren Ötztal (Gemeinden Längenfeld und Sölden) das Mobilfunknetz außer Betrieb. Mit Hochdruck wurde an der Wiederherstellung gearbeitet. Um bei Bedarf Notfälle per Funk weiterzugeben, waren die Feuerwehrstationen besetzt. Für die Gemeinde Silz wurde eine Zivilschutzwarnung ausgegeben. Grund dafür waren – laut dem Bürgermeister der Gemeinde Silz – herumfliegende Teile durch abgedeckte Dächer. Die Bevölkerung war aufgerufen, die Gebäude nicht zu verlassen.

DANKESMESSE IM STEFANSDOM. m Bereich des Bahnhof Roppen blieb wegen eines Oberleitungsschadens ein Railjet stecken, der nach Bregenz unterwegs war. Im Zug befand sich auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der samt Gefolge ins Ländle unterwegs war, um dort die Bregenzer Festspiele zu eröffnen. Mit Van der Bellen wurden  noch rund 400 andere Bahnreisende aus dem Railjet evakuiert, zum Kultursaal geleitet und dort versorgt, bis die Fahrt mit Schienenersatzbussen fortgesetzt werden konnte. Der Bundespräsident war nachher voll des Lobes für die Einsatzkräfte der ÖBB und der FF Roppen sowie für die Bevölkerung, die hervorragende Hilfsdienste geleistet haben. Der Wiener Dompfarrer Toni Faber, der ebenfalls im Zug saß und sich vor der Weiterfahrt von Pfarrer Johannes Laichner durch die Roppner Kirche führen ließ, versprach für die vorbildliche Hilfe eine Dankesmesse im Stefansdom zu lesen.

WALDSCHÄDEN. Besonders große Schäden sind freilich auch in den Wäldern zu verzeichnen: Gemäß Schätzungen sind bedingt durch die starken Sturmböen rund 400.000 Festmeter Schadholz entstanden – allen voran in den hauptbetroffenen Gebieten im Ötztal, Pitztal und in der Inntalfurche sowie im Zillertal, aber auch im Wipp- und Stubaital. Für betroffene Waldbesitzer stehen die Bezirksforstinspektionen als Ansprechpartner zur Verfügung. Bei landwirtschaftlichen Schäden ist die jeweilige Bezirkslandwirtschaftskammer die erste Anlaufstelle. „Wir stehen einmal mehr vor der großen Herausforderung, das Schadholz in den nächsten Wochen möglichst rasch aufzuarbeiten und aus dem Wald zu bringen. Nur so können wir Folgeschäden durch Borkenkäfer verhindern“, schildert Forstreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler die Situation. Neben Stamm- und Wipfelbrüchen wurden nach dem Unwetterereignis auch größere Windwurfflächen festgestellt. Hauptbetroffen ist der Bezirk Imst mit schätzungsweise 150.000 Festmeter Schadholz. Die Landwirtschaftskammer Tirol empfiehlt, den Frischholzeinschlag nach Möglichkeit einzustellen.
Unwetter sorgte für große Schäden im Bezirk<br />
Abgedeckte Wohn- und Wirtschaftsgebäude und unzählige Bäume auf der L16 Pitztalstraße: Auch die Freiwillige Feuerwehr Wenns war vergangenen Dienstag im Dauereinsatz. Foto: FF Wenns

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