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Wieder „Aufruhr“ um Gletscherpiste

Greenpeace Österreich sind Arbeiten am Rettenbachferner ein Dorn im Auge

Fast schon „traditionell“ im Frühherbst, schießt Greenpeace Österreich wieder scharf gegen die Bergbahnen Sölden, die an der Instandhaltung der Weltcuppiste arbeiten. Die behördlich genehmigten Bauarbeiten am Rettenbachferner seien „notwendig, um die Piste für den Publikumsskilauf zu erhalten“, heißt es dazu von den Bergbahnen Sölden.
26. September 2023 | von Christoph Hablitzel
Wieder „Aufruhr“ um Gletscherpiste
Der Weltcuphang am Rettenbachferner in Sölden wird von den Bergbahnen Sölden, wie jeden Herbst, „Skifit“ gemacht, das Schneedepot wird der Piste wieder zurückgeführt. Foto: Greenpeace/KOBAT
Von Christoph Hablitzel

Aufgrund eines anonymen Hinweises sah sich Greenpeace Österreich veranlasst, Nachforschungen darüber anzustellen, ob Teile vom Tiroler Rettenbachgletscher für das Ski-Weltcup-Opening in Sölden zerstört werden. Die Organisation soll laut ihren Recherchen Beweise dafür haben, dass seit April mit Baggern das Eis abgetragen wird, um die Abfahrtsstrecke zu optimieren. Auch Sprengungen sollen vermutlich vorgenommen worden sein. Mit einer Anfrage an die Gemeinde Sölden, sowie an das Land Tirol will Greenpeace Klarheit schaffen. Anstatt zuzulassen, dass Gletscher in Tirol  vernichtet werden, fordert Greenpeace ÖVP-Landeshauptmann Mattle auf, den Schutz der letzten Gletscher abzusichern. „Die aktuelle Naturzerstörung am Rettenbachgletscher ist eine Katastrophe. Hier werden Skisport und Naturschutz gegeneinander ausgespielt. Unsere Gletscher dürfen nicht Prestigeprojekten zum Opfer fallen“, sagt Greenpeace-Sprecherin Ursula Bittner.

ALLES RECHTENS SEITENS DER BBS. Der Prokurist der Bergbahnen Sölden, Philipp Falkner, meint dazu zur RUNDSCHAU: „Bei Baggerarbeiten wie am Rettenbachgletscher handelt es sich um routinemäßige Gletschererhaltungsmaßnahmen. Diese fallen regelmässig in einem Skigebiet an, wenn man es als ein solches betreiben will, diese Maßnahmen finden an jedem Gletscher in Tirol statt. Transparenz ist uns hier sehr wichtig. Dazu haben wir die diesbezüglich nötigen Genehmigungen der Bezirkshauptmannschaft Imst selbstverständlich vorliegen. Diese Bescheide haben noch bis 2024 Gültigkeit. Zudem gab es auch von Beginn an einen schriftlichen Vermerk bei der Webcam.“  Weiters ergänzt er: „Wir machen das hier ja alles nicht zum Spaß. Dass der Gletscher zurückgeht, wissen auch wir. Dies würde allerdings auch geschehen, wenn wir nichts tun. Ich finde diese gezielten und medienwirksamen Aktionen jeden Herbst einfach nicht fair, zudem ist die chronologische Darstellung der Bilder vom Gletscher sehr einseitig.“

ZEICHEN DER ZEIT. „Auch wir haben die Zeichen der Zeit schon lange erkannt, eine intakte Umwelt ist auch uns sehr wichtig und täglich nehmen wir die Herausforderung so ökologisch wie möglich zu handeln, an – und das sehr ernst. Zudem darf man aber auch nicht vergessen, dass wir als einer der größten Arbeitgeber im Oberland eine Verantwortung gegenüber unseren geschätzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben“, stellt Falkner klar. Die Bergbahnen Sölden beschäftigen bis zu 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, „ein beträchtlicher Teil hat bei uns eine Ganzjahresanstellung, natürlich müssen wir im Winter auch auf Saisonskräfte zurückgreifen,“ sagt Philipp Falkner, der betont: „Ich bin stolz darauf, dass wir den Gletscher haben und somit unseren Gästen eine Schneesicherheit garantieren können.“ Für die Söldener gibt es heuer ja noch einen Grund stolz zu sein, findet doch bereits zum 30. Mal (28. bis 29. Oktober) der Alpine Skiweltcupauftakt am Rettenbachgletscher statt. „Ja, das wird schon was besonderes, da sind wir schon mitten in den Vorbereitungen. Neben anderen Highlights werden Melissa Naschenweng und ,Josh.‘ zu Gast sein. Heuer findet die Weltcupparty übrigens  nicht am Postplatz mitten im Dorf statt, sondern am großen Parkplatz der Giggijochbahn.“ Auch mit den „Ex-Siegern der letzten 30 Jahre ist was geplant – mehr wird aber nicht verraten“, so Falkner abschließend.
Wieder „Aufruhr“ um Gletscherpiste
Bagger an der Gletscherzunge sorgen wieder für herbstlichen Gesprächsstoff bei Greenpeace Österreich. Foto: Greenpeace
Wieder „Aufruhr“ um Gletscherpiste
Philipp Falkner, Prokurist der Bergbahnen Sölden. Foto: BBS

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