„Wolfsproblem“ ist Fall für Feber-Landtag
Anpassung des Jagdgesetzes soll Abschüsse von Problemwölfen rascher und unbürokratischer ermöglichen
31. Jänner 2023 | von
Gebi G. Schnöll
Die Landwirtschaft will die Risse von Nutztieren durch Problemwölfe nicht länger hinnehmen. Von der Politik verlangt man nun ernsthafte Hilfe.
Foto: privat
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Im vergangenen Jahr waren in Tirol 19 Wölfe unterwegs, 420 Schafe sowie ein Jungrind wurden nachweislich von Wölfen gerissen, rund 200 Schafe gelten seit der Almsaison 2022 als vermisst. Die Landwirte sind wegen den Problemwölfen seit Jahren auf den Barrikaden, geholfen wurde ihnen bisher von der Politik nur wenig bis gar nicht. Von Seiten des Landes Tirol mussten nach vier ausgestellten Entnahmebescheiden Rückwärtsrollen gemacht werden, weil sich das Landesverwaltungsgericht gegen die Abschussbescheide stellte und auf eine Vorabentscheidung beim Europäischen Gerichtshof pochte. Jetzt will die Landespolitik reagieren und im Feber-Landtag Veränderungen herbeiführen. ÖVP und SPÖ wollen im Feber-Landtag mit der Anpassung des Jagdgesetzes sowie einer Verkürzung der Verfahren zum Abschuss von Problemwölfen einen Weg ebnen, der ein rascheres Handeln ermöglicht und unbürokratischer ist als bisher. Den bisherigen Bescheid soll eine Abschussverordnung ersetzen. Umweltorganisationen wie dem WWF würde damit unter anderem auch die Möglichkeit von Abschuss-Einsprüchen genommen.
„SCHWEDEN ZEIGT VOR, WIE ES GEHT!“ Die Tiroler Tageszeitung berichtete vergangenen Freitag über zwei Gutachten vom Innsbrucker Europarechtsexperten Walter Obwexer und dem an der Universität Luzern tätigen Rechtsexperten für den ländlichen Raum, Roland Norer. Während Obwexer der Ansicht ist, dass die von der ÖVP und SPÖ geplante Neuregelung für Wolfsentnahmen EU-widrig ist, glaubt Norer, dass der Abschuss von Problemwölfen mit einer Landesverordnung unter Ausschluss des Beschwerderechts geeignet sei. Bis die EU über Recht oder Unrecht entscheide, würden nämlich Jahre vergehen. Der Sölder Schafzüchter und Obmann des fast 20.000 Mitglieder umfassenden Vereines „Weidezone Tirol“, Stefan Brugger, hat der RUNDSCHAU jetzt die Kopie eines „Manifestes für die traditionelle Alm- und Weidewirtschaft“ übermittelt, mit welchem auf das Wolfsproblem und dessen Folgen hingewiesen wird. Das Papier, das unter anderem auch von LH Anton Mattle, Bauernbundobmann LH-Stv. Josef Geisler und LK-Präsident NR Josef Hechenberger unterzeichnet wurde, soll beim Feber-Landtag den Abgeordneten aller Parteien vorgelegt werden. Brugger glaubt, dass sich neben der ÖVP und SPÖ auch die FPÖ, Neos und die „Liste Fritz“ hinter die Interessen der Almwirtschaft stellen und für eine Neuregelung stimmen.
DREI ZONEN. Inzwischen haben sich LH Mattle und LH-Stv. Dornauer telefonisch bei Brugger gemeldet und nochmals beteuert, dass es bei der Landtagssitzung mittels eines Initiativ-Antrages zu einer Gesetzesänderung kommen wird. Stefan Brugger unterstreicht mit Bildern von in den vergangenen Wochen gerissenen Wildtieren, die er auch an LH Mattle und LH-Stv. Dornauer sowie FPÖ-Chef Markus Abwerzger und „Liste Fritz“-Klubobmann Markus Sint verschickt hat, wie groß das Problem mit den Problemwölfen ist. „Schweden hat im Alleingang die Anzahl der Wölfe auf 150 Stück festgesetzt. Im sechsmal kleineren Österreich halten sich rund 70 Wölfe auf, und es werden ständig mehr. Es muss etwas geschehen – dringend“, mahnt Brugger, der gegenüber der RUNDSCHAU ausdrücklich betont, dass die „Weidezone Tirol“ keine „wolfsfreien Zonen“ fordert, sondern drei Zonen vorschlägt, in denen zum einen der Wolf ein Recht zum Leben hat, zum anderen sollen Zonen geschaffen werden, in denen dem Weidevieh dasselbe Recht zugesprochen wird, und es soll Zonen geben, in denen ein aktives Wolfsmanagement betrieben wird.
„SCHWEDEN ZEIGT VOR, WIE ES GEHT!“ Die Tiroler Tageszeitung berichtete vergangenen Freitag über zwei Gutachten vom Innsbrucker Europarechtsexperten Walter Obwexer und dem an der Universität Luzern tätigen Rechtsexperten für den ländlichen Raum, Roland Norer. Während Obwexer der Ansicht ist, dass die von der ÖVP und SPÖ geplante Neuregelung für Wolfsentnahmen EU-widrig ist, glaubt Norer, dass der Abschuss von Problemwölfen mit einer Landesverordnung unter Ausschluss des Beschwerderechts geeignet sei. Bis die EU über Recht oder Unrecht entscheide, würden nämlich Jahre vergehen. Der Sölder Schafzüchter und Obmann des fast 20.000 Mitglieder umfassenden Vereines „Weidezone Tirol“, Stefan Brugger, hat der RUNDSCHAU jetzt die Kopie eines „Manifestes für die traditionelle Alm- und Weidewirtschaft“ übermittelt, mit welchem auf das Wolfsproblem und dessen Folgen hingewiesen wird. Das Papier, das unter anderem auch von LH Anton Mattle, Bauernbundobmann LH-Stv. Josef Geisler und LK-Präsident NR Josef Hechenberger unterzeichnet wurde, soll beim Feber-Landtag den Abgeordneten aller Parteien vorgelegt werden. Brugger glaubt, dass sich neben der ÖVP und SPÖ auch die FPÖ, Neos und die „Liste Fritz“ hinter die Interessen der Almwirtschaft stellen und für eine Neuregelung stimmen.
DREI ZONEN. Inzwischen haben sich LH Mattle und LH-Stv. Dornauer telefonisch bei Brugger gemeldet und nochmals beteuert, dass es bei der Landtagssitzung mittels eines Initiativ-Antrages zu einer Gesetzesänderung kommen wird. Stefan Brugger unterstreicht mit Bildern von in den vergangenen Wochen gerissenen Wildtieren, die er auch an LH Mattle und LH-Stv. Dornauer sowie FPÖ-Chef Markus Abwerzger und „Liste Fritz“-Klubobmann Markus Sint verschickt hat, wie groß das Problem mit den Problemwölfen ist. „Schweden hat im Alleingang die Anzahl der Wölfe auf 150 Stück festgesetzt. Im sechsmal kleineren Österreich halten sich rund 70 Wölfe auf, und es werden ständig mehr. Es muss etwas geschehen – dringend“, mahnt Brugger, der gegenüber der RUNDSCHAU ausdrücklich betont, dass die „Weidezone Tirol“ keine „wolfsfreien Zonen“ fordert, sondern drei Zonen vorschlägt, in denen zum einen der Wolf ein Recht zum Leben hat, zum anderen sollen Zonen geschaffen werden, in denen dem Weidevieh dasselbe Recht zugesprochen wird, und es soll Zonen geben, in denen ein aktives Wolfsmanagement betrieben wird.
