Das wirtschaftliche und politische Kuriosum Ochsengarten Kühtai
14. April 2026 | von
Manfred Wegleiter
Im Bild Walter Gritsch, Bürgermeister von 1950–1986, der sich zu seinem Begehren von den Nachbarbürgermeistern kalte Füße holte.
Foto: Manfred Wegleiter
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„Das wirtschaftliche und politische Kuriosum Ochsengarten Kühtai“ – so der Titel eines Beitrages in der Tiroler Tageszeitung vom 18. März 1953. Als Verfasser des Artikels zeichnete der Oetzer Bürgermeister Walter Gritsch verantwortlich, der mehrere Gründe anführte, dass die Aufnahme von Ochsengarten (Gemeinde Haiming) und Kühtai (Silz) in den Oetzer Gemeindeverband wirtschaftlich und touristisch große Vorteile brächte. So schrieb Gritsch: „Oetz als Interessent würde schon aus Verkehrs- und Wirtschaftsgründen eine andere öffentliche Investitionspolitik betreiben müssen, als es bisher durch die zuständigen Gemeinden geschah, die nichts oder nur Geringes leisteten.“
Die Antworten der betroffenen „Randgemeinden“-Bürgermeister folgten prompt. In der TT vom 28. März 1953 bemerkte das Haiminger Gemeindeoberhaupt Karl Kapeller: „Die Gemeinde Haiming hat in den letzten Jahren zugunsten der Bewohner von Ochsengarten folgende Leistungen erbracht: Sie hat einen nennenswerten Beitrag zum Bau eines 3 km langen Güterweges geleistet. Weiters wurde ein neues Schulhaus mit Lehrerwohnung im Rohbau fertiggestellt, für den Bau der dieses Jahr in Betrieb gehenden Telefonleitung wurde der Betrag von 20.000 Schilling geleistet und auch die Elektrifizierung wurde vorangetrieben.“
Ein paar Tage später, am 3. April 1953, folgte die Reaktion von Franz Heinz, dem Bürgermeister von Silz. Er wies darauf hin, dass das gesamte, das Kühtaier Anwesen umgebende Gelände, nämlich das Nedertal von der Haiminger Gemeindegrenze bis zur Stamser Gemeindegrenze und dazu noch das Issertal, das Mittertal und das Finstertal, nicht nur verwaltungsrechtlich, sondern auch privatrechtlich im Eigentum der Gemeinde Silz steht. Auch einen Seitenhieb ließ der Kühtai-affine und mächtige Dorfboss folgen: „Die Gemeinde Silz ist weiterhin gerne bereit, wie bisher das Vieh der Oetzer Bauern im Sommer auf ihren Almen um bescheidenen Weidezins aufzunehmen, aber niemals werden die Silzer ihr Vieh auf eine Oetzer Alm auftreiben.“
Die Antworten der betroffenen „Randgemeinden“-Bürgermeister folgten prompt. In der TT vom 28. März 1953 bemerkte das Haiminger Gemeindeoberhaupt Karl Kapeller: „Die Gemeinde Haiming hat in den letzten Jahren zugunsten der Bewohner von Ochsengarten folgende Leistungen erbracht: Sie hat einen nennenswerten Beitrag zum Bau eines 3 km langen Güterweges geleistet. Weiters wurde ein neues Schulhaus mit Lehrerwohnung im Rohbau fertiggestellt, für den Bau der dieses Jahr in Betrieb gehenden Telefonleitung wurde der Betrag von 20.000 Schilling geleistet und auch die Elektrifizierung wurde vorangetrieben.“
Ein paar Tage später, am 3. April 1953, folgte die Reaktion von Franz Heinz, dem Bürgermeister von Silz. Er wies darauf hin, dass das gesamte, das Kühtaier Anwesen umgebende Gelände, nämlich das Nedertal von der Haiminger Gemeindegrenze bis zur Stamser Gemeindegrenze und dazu noch das Issertal, das Mittertal und das Finstertal, nicht nur verwaltungsrechtlich, sondern auch privatrechtlich im Eigentum der Gemeinde Silz steht. Auch einen Seitenhieb ließ der Kühtai-affine und mächtige Dorfboss folgen: „Die Gemeinde Silz ist weiterhin gerne bereit, wie bisher das Vieh der Oetzer Bauern im Sommer auf ihren Almen um bescheidenen Weidezins aufzunehmen, aber niemals werden die Silzer ihr Vieh auf eine Oetzer Alm auftreiben.“