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„Rauf!“ – „Ball flach halten!“ – „Wollen dabei sein!“

Trainer formulieren Unterhaus-Ziele für letzte Frühjahrssaison mit alten Strukturen

Kaum mehr erwarten können die Fußball-Fans die anrückende Frühjahrsmeisterschaft. Nach dem Start der Tiroler Liga beginnt auch in den unteren Ligen am kommenden Wochenende der Kampf ums runde Leder, darüber freuen sich nicht nur Spieler und Trainer. Die von den Verantwortlichen gemalten Szenarien könnten unterschiedlicher nicht sein. Oder: Wenn ein vorletzter Platz wohl wie ein Meistertitel gefeiert werden könnte. Die RUNDSCHAU holte sich ungeschminkte Infos ein.
16. März 2026 | von Albert Unterpirker
„Rauf!“ – „Ball flach halten!“ – „Wollen dabei sein!“<br />
Unterschiedliche Vorzeichen bei Haiming (r.) und Längenfeld Foto: Unterpirker
TIROLER LIGA. Nach dem Eröffnungsmatch von Längenfeld in Hall wartet demnächst Schlitters auswärts (Freitag, 20.3., 20 Uhr), dann hat man eine Runde spielfrei, anschließend soll – so es die Bedingungen zulassen – zur Heimpremiere gegen Haiming geladen werden. Allerdings: Ob diese Partie wie angesetzt stattfinden kann, erscheint ziemlich fraglich, ist der Fußballplatz in Längenfeld doch noch von einer dicken Schneedecke eingehüllt. Dieses Datum sei nicht wirklich gerechtfertigt, „da muss der Verband (endlich) Einsicht haben“, sagt Christoph Kuprian, der sich mit der gesamten Vorbereitungsphase nicht zufrieden zeigt. „Extrem viele kranke Spieler und sonstige Abwesenheiten“, erzählt der Trainer. Zudem habe Fabian Birschner seine Karriere beendet. Andreas Gritsch sei auf eigenen Wunsch in die Zweiermannschaft gewechselt, und Luca Pult hat sich im Testspiel gegen Landeck eine schwere Sprunggelenksverletzung zugezogen. Nicht mit dabei sind derzeit auch Claudio Scheiber (gesundheitliche Gründe), Fabio Riml und Keeper Ferdinand Holzknecht (Schulter) – wann diese Akteure zurückkehren können, ist ungewiss. Angesichts dieser Tatsachen müsse der Ball (extrem) flach gehalten werden. „Die Erwartungshaltung ist sehr niedrig. Wir gehen zwar gleich motiviert in die Spiele wie immer, aber es wird sehr schwer.“
Nach dem Auftakt in Mayrhofen empfängt Haiming in der nächsten Runde Götzens zum heißen Tanz (Samstag, 21.3., 16 Uhr). Mit Innenverteidiger Gabriel Gstrein gab es nur einen Neuzugang aus Sölden. „Sonst ist alles gleich geblieben“, gibt Michael Schennach (bildet mit Manuel Rott das Trainergespann) zu Protokoll. Anders als bei Längenfeld hatte man eine „sensationelle Trainingsbeteiligung – so gut war es noch nie“, sagt Schennach. Aber es kommt noch besser: „Alle außer Simon Ribis (angeschlagen) sind fit und gesund! Das ist sehr positiv, nicht zuletzt für eine gute Trainingsplanung.“ Die Vorbereitung sei „wirklich top“ gewesen, und man habe den Jungs die Möglichkeit gegeben, erst Ende Jänner zu starten. „Die Testspiele (u. a. gegen Wattens, Völs, Imst II) waren top, die Ergebnisse haben gepasst.“ Nur das Wetter habe nicht immer in die Karten gespielt, „aber das hatte ja jeder“. Ziel? „Rauf! Da nehmen wir uns kein Blatt vor den Mund!“ Nach der Reform gibt es bekanntlich u. a. die Regionalliga Tirol nicht mehr, dafür eine verstärkte (echte) Tiroler Liga. „Die hat dann auf jeden Fall eine höhere Qualität“, so Schennach abschließend.
Umhausen startet mit dem ersten Spiel am kommenden Samstag bei Absam (15 Uhr). Ein brutal leichter Gegner (Obacht: Zynismus!) Danach laden die Ötztaler zur Heimpremiere gegen Mayrhofen und Kirchbichl. Das offizielle erste Heimspiel gegen Kirchbichl wurde auf 6. April verschoben. Da hätte man sich wohl eher andere Gegner in der Startphase gewünscht, oder? „Absam kann sich zum Start keiner wünschen“, gibt René Reinstadler zu. „Technisch brutal stark! Sicher nicht optimal, aber wir nehmen es, wie es ist, fahren ohne Druck hin, keiner wird sich was erwarten.“ Nachsatz: „Vielleicht unterschätzen sie uns.“ Ansonsten: „Alles gleich geblieben“, erzählt der Coach, nur mit Johannes Tinzl habe man einen Spieler aus der zweiten KM raufgezogen. Vorbereitung? „Ich kann nur zufrieden sein, sie haben im Kollektiv sehr gut mitgezogen.“ Trainiert habe man u. a. in Arzl am Kunstrasen und in Telfs. „Wir haben schon einige Kilometer abgespult, ein großes Lob an die Mannschaft, es war nicht einfach, aber die Einstellung und Trainingsbeteiligung waren sehr gut.“ Zum Glück gäbe es auch keine Verletzten. „Wir hoffen, dass es so bleibt!“ Wie schaut’s mit dem taktischen Konzept aus? „Wir haben einiges probiert, manches könnte funktionieren.“

LANDESLIGA WEST. Von einer allgemein „positiven Stimmung“ berichtet Imst-Übungsleiter Benjamin Köll. Die Juniors starten am Samstag, 21.3., um 17.30 Uhr daheim gegen die Reichenau Juniors ins Geschehen und dürfen auf eine „gute Vorbereitung“ zurückblicken. Quasi alle sechs Testspiele seien „durch die Bank positiv“ absolviert worden, allerdings habe man auch ein paar Sachen ansprechen müssen. „Wir müssen auf alle Fälle die defensive Stabilität verbessern“, weiß Köll um diese Stellschrauben Bescheid. Derweil ist der Kader so ziemlich gleich geblieben, außerdem schmecken Lorenz Heidegger und Matteo Mair in die KM rein. „Wir sind froh, dass diese beiden an Bord sind.“ Abgänge? Andreas Schöpf nach Fließ. Verletzte gibt es keine. „Wir haben einen guten, breiten Kader, und die Zielsetzung der Mannschaft ist sehr ambitioniert. Wir wollen in die Top 3 (derzeit Dritter, Anm.), das würde auch an und für sich von dem her reichen für die höhere Liga. Wir sehen uns absolut in der Jägerrolle“, sagt der Trainer, der mit seiner Truppe gegen die Reichenau erstmals auf Rasen aufläuft. Taktisches Konzept, alles gut? „Wir waren die beste Offensive im Herbst, das ist unsere Stärke – unsere Idee: hoher Ballgewinn.“
Schönwies/Mils darf im ersten Spiel Thaur zur Heimpremiere begrüßen (Sonntag, 22.3., 16 Uhr). Trainiert habe man u. a. in Fließ „unter super Bedingungen“, blickt Simon Lentsch zurück. Allerdings habe man es immer wieder mit Verletzten und Kranken zu tun gehabt. Auch Einser-Keeper Manuel Mark hat auf die gesamte Vorbereitung verzichten müssen (Schulterprobleme). „Er ist sehr wichtig für uns“, ist dem FG-Trainer klar, welch (negative) Auswirkungen ein längerer Ausfall von Mark mit sich bringen könnte. Dennoch: „Die Trainingsbeteiligung hat gepasst, nur bei den Spielen waren wir nicht alle vollzählig“, hadert Lentsch, das sei für eine erfolgreiche Frühjahrsmeisterschaft aber unerlässlich. „Wir können uns selbst das Leben schwer machen“, sagt der Coach, der diesbezüglich an seine Spieler appelliert. Auch Neuzugänge gab es, u. a. Philipp Fleck (Imst) und Philip Gstettner (Zirl). Ziele? „Wenn die ersten acht, neun aufsteigen, wollen wir dabei sein! Das wäre cool, wird aber eine schwere Aufgabe.“ Thaur? „Immer ein zacher Gegner, wir haben auswärts gewonnen. Jetzt haben wir die Chance, daheim gegen einen direkten Gegner!“

GEBIETSLIGA WEST. Eine weitgehend gute Vorbereitung legte Mieminger Plateau hinter sich, allerdings plagt man sich mit Verletzten. Ziele? „Dass wir uns spielerisch steigern und dass wir einfach das eine oder andere besser gestalten als letztes Jahr“, spricht Trainer Siggi Gritsch eine positive Weiterentwicklung an. Nun kommt es gleich zum Derby gegen Tarrenz (Freitag, 20.3., 19.30 Uhr). „Das erste Spiel ist immer schwierig, du weißt nie, wo du stehst – aber wir werden alles geben!“ Beim Gegner schaut es derweil leicht verändert aus. „Der Kader hat sich in der Breite eher ein bisschen verringert“, sagt Coach Steve Haferkorn, denn hatte man vorher rund 34 Leute zur Verfügung, so sind es derzeit nur mehr um die 28 Kicker. „Doch etwas weniger“, konstatiert Haferkorn, „dafür ist die Qualität etwas in die Höhe gegangen.“ Ziele? „Wir schauen positiv in die Zukunft, wollen unter die Top 9 kommen.“ Die Vorbereitung lief sozusagen gut und fast verletzungsfrei ab, auch drei, vier Langzeitverletzte kamen zurück. Motto für das Derby? „Wir sind voll motiviert, haben da noch eine Rechnung offen, wollen was gutmachen!“ PS: Co-Trainer Niki Hammerle rückte nach seinem Kreuzbandriss wieder als Spieler ein, neuer Co-Trainer ist nun Mathias Schöpf.
Eine den Umständen entsprechend „sehr gute Vorbereitung“ absolvierte Rietz/Stams, gibt Admir Kovacevic zu Protokoll. Zweimal pro Woche trainierte man in Telfs, einmal in der Halle. „Die Trainingsbeteiligung war überraschend positiv“, so der Trainer. Allerdings muss man als Abgänge u. a. Jakob Nagele (Haiming) beklagen, dafür holte man von der U16 zwei Junge rauf (Tormann, Feldspieler). Verletzte gibt es auch, dazu zählt etwa Jonas Wirtenberger (Schulter), jener wird wohl die gesamte Saison ausfallen. „Ein Stammspieler, ein Leistungsträger, das tut weh.“ Nachsatz: „Aber der Kader ist groß genug!“ Ziele? „Ganz klar die Top 5, für mich persönlich muss das drin sein!“ Die obere Hälfte sollte zum Aufstieg reichen, das sei das unbedingte Ziel. Inzing? „Schwierig einzuschätzen, aber wir gehen mit einem positiven Gefühl rein (Samstag, 21.3., 13.30 Uhr).“ Eine weitere Begegnung steht mit der Partie FC Paznaun gegen SPG Raika Pitztal an (Samstag, 21.3., 17.30 Uhr).

WEITERE SPIELE. Bezirksliga West: SV Fritzens – SPG Falkner & Riml Sölden, Freitag, 20.3., 19 Uhr. „Nachdem wir bereits im Herbst mit dem Kader mäßig bis schwer angeschlagen unterwegs waren, kommt es nun noch dicker. Mit Andreas Kneisl (Längenfeld), Gabriel Gstrein (Haiming), Philipp Gstrein (Lichtenau/NÖ), Pavol Sadecky und Ignasio Ignatov (beide Karriereende, berufliche Gründe) haben uns fünf weitere, in dem Fall sogar Stammspieler, den Rücken gekehrt“, erzählt Christoph Hablitzel. „Wir werden den Kader für das Frühjahr mit fünf Spielern aus der U15 auffüllen müssen, was so nicht unbedingt Sinn der Sache ist. Auch Co- und U15-Trainer Dominic Auer muss die restliche Saison noch mal ran. Vielleicht können wir noch den ein oder anderen der Altherrenmannschaft für das Frühjahr überreden“, hofft der Sölden-Coach. Trainingsbeteiligung? „Wie bei uns im Winter üblich: nicht gerade berauschend.“ PS: Die Umbauarbeiten für die tolle, neue Sportanlage in Zwieselstein haben bereits begonnen. Trotz Baustelle kann aber gespielt werden. Hablitzel: „Die Baufirma und die Gemeinde Sölden haben das perfekt abgestimmt, sodass der Spielbetrieb nicht gestört wird. Wir haben ja auch über 100 Kinder im Nachwuchsbereich, die der Lederkugel nachjagen.“ Mit Ex-Trainer Wolfgang „Pfiff“ Scheiber wurde – für den beruflich zurückgetretenen Pirmin Gstrein – ein neuer sportlicher Leiter engagiert. Sportliches Ziel: „Wir werden versuchen, aus jedem Spiel das Beste mitzunehmen und die ganz jungen Spieler in die Kampfmannschaft einzugliedern, ohne sie zu ‚verheizen‘.“ Nachsatz: „Alles andere als Tabellenletzter würde bei uns im Juni wie ein Meistertitel gefeiert werden!“ SV Sistrans – SPG Thurner Oetz/Sautens, Samstag, 21.3., 14.30 Uhr. Nicht wirklich zufrieden erscheint Roland Waldhart mit der Vorbereitung. „Drei Spieler haben es gelassen“, sagt der SPG-Übungsleiter, für den nach der Frühjahrssaison Schluss ist. „Zum Glück haben wir keine Verletzten. Obwohl es um nichts mehr geht, werden wir es aber noch mal rocken.“ Ziel? „Den Fokus Fußball bei den Jungen wieder wecken!“ Weitere Spiele: ESV Hatting-Pettnau – SU Roppen, Samstag, 21.3., 15.30 Uhr. 1. Klasse West: SPG Silz/Mötz II – FC Lechaschau, Samstag, 21.3., 16.30 Uhr. SV Nordkette – SV Längenfeld II, Sonntag, 22.3., 14 Uhr. 2. Klasse West: FC Paznaun II – SPG Pitztal II, Freitag, 20.3., 20 Uhr. SV Haiming Juniors – SPG Rietz/Stams II, Samstag, 21.3., 13.30 Uhr. SV Zams II – FC Nassereith, Sonntag, 22.3., 14 Uhr. SV Umhausen II – FC Seefelder Plateau II, Sonntag, 22.3., 16 Uhr. Frauen, Landesliga: SPG Oberland – FC Tarrenz, Sonntag, 12.4., 16 Uhr. 

 

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