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Rote Adler über Amerika

Imster Fanclub auf WM-Reise

Die „Red Eagles Austria“ begleiten das ÖFB-Team bei der Weltmeisterschaft quer durch die USA. Nach dem historischen Auftaktsieg gegen Jordanien warten nun Lionel Messi und Argentinien – und womöglich eine Verlängerung des amerikanischen Abenteuers.

23. Juni 2026
Rote Adler über Amerika<br />
Bereit für den Anpfiff: Red-Eagles-Gründer und Obmann Robert „Robbie“ Schweighofer im Stadion von San Francisco vor dem Spiel gegen Jordanien.
Von der Golden Gate Bridge bis zum Grand Canyon, vom Pazifik bis in die texanische Metropole Dallas: Das Banner der „Red Eagles Austria“ hat in diesen Tagen bereits mehr von den Vereinigten Staaten gesehen als so mancher Reiseführer. Für die Mitglieder des in Imst gegründeten Fanclubs ist die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 eine Reise quer durch das selbsternannte Land der „unendlichen“ Möglichkeiten – und zugleich durch ein Stück österreichische Fußballgeschichte. Am 13. Juni brachen die ersten Mitglieder der Fangruppe auf. Von München führte die Reise über Detroit nach San Francisco. Bei jedem Spiel der österreichischen Nationalmannschaft sind mindestens 30 „Red Eagles“ im Stadion vertreten. Die Ticketbeschaffung verlief weitgehend erfolgreich: Für alle Mitglieder, die den Weg über den Atlantik angetreten haben, konnten Eintrittskarten organisiert werden. Einzig beim Duell gegen Argentinien überstieg die Nachfrage das verfügbare Kontingent.

HISTORISCH. Bereits das erste Gruppenspiel wurde zu einem besonderen Abend für die mitgereisten Fans. Österreich setzte sich mit 3:1 gegen Jordanien durch und feierte damit seinen ersten Sieg bei einer Weltmeisterschaft seit 1990. Auf den Rängen kannte der Jubel der mitgereisten Anhänger keine Grenzen. „Die Stimmung im Stadion war einfach unbeschreiblich“, schwärmt Gründer und Obmann Robert „Robbie“ Schweighofer. Besonders in Erinnerung blieb ihnen jedoch nicht nur das sportliche Ergebnis, sondern auch die Begegnung mit den jordanischen Fans. Trotz aller Rivalität auf dem Rasen sei das Miteinander von Fairness, Offenheit und gegenseitigem Respekt geprägt gewesen. Nach dem Schlusspfiff wurde gemeinsam gefeiert – ein kleiner Beweis dafür, dass Fußball bisweilen Grenzen überwindet, die andernorts unüberwindbar erscheinen. Auch abseits der Stadien hinterlassen die Tiroler ihre rot-weiß-roten Spuren. Das Banner der „Red Eagles“ reiste zur Golden Gate Bridge, entlang des Highway 1, an den Montara State Beach und schließlich bis an den Rand des Grand Canyon. Es dient dabei nicht nur als Fotomotiv, sondern gewissermaßen als roter Faden einer Reise, die täglich neue Eindrücke, Bekanntschaften und Geschichten bereithält.

FAN-TREFFEN. Ein freundschaftlicher Zwischenstopp führte die Fangruppe in die Nähe von San Francisco. Dort besuchten die „Red Eagles“ ihr wohl am weitesten entfernt lebendes Vereinsmitglied Kemal Masnopita, dessen Zuhause nur wenige Minuten vom Levi’s Stadium entfernt liegt. Kemal empfing seine Gäste mit großer Gastfreundschaft und lud sie zu einem gemeinsamen Essen ein. Für Staunen sorgten vor allem seine mit viel Liebe zum Detail eingerichteten FC-Bayern-Räumlichkeiten. Sie zeigen, dass Vereinsverbundenheit weder an Landesgrenzen noch an Ozeanen endet. „Solche Begegnungen machen deutlich, dass unsere Gemeinschaft keine Grenzen kennt. Wir sind stolz, Mitglieder wie Kemal in unseren Reihen zu haben“, betont Robbie. Diese Gemeinschaft ist in weniger als einem Jahrzehnt beachtlich gewachsen. Entstanden war die Idee zur Gründung der „Red Eagles“ im Jahr 2017 durch einen Zeitungsartikel nach einem Spiel des FC Bayern gegen Celtic Glasgow. Auf einem Foto waren Gründerpaar Sophia und Robbie mit ihrem „Alaboom“-Banner zu sehen, versehen mit der Bildunterschrift: „David Alaba hatte einen Fanclub mit im Celtic Park.“ Aus einigen fußballbegeisterten Freunden aus Tirol, die ihre Leidenschaft für den FC Bayern mit dem Stolz auf die österreichische Heimat und das Nationalteam verbanden, entwickelte sich ein Verein mit inzwischen rund 1.900 Mitgliedern. Wie eng das Verhältnis zum ÖFB-Team mittlerweile ist, zeigte sich bereits vor der Abreise in die Vereinigten Staaten. Am ÖFB-Campus trafen Mitglieder der Fanclub-Abteilung die Nationalspieler und den Teamchef persönlich. Da es nicht die erste Begegnung dieser Art war, herrschte von Beginn an eine vertraute Atmosphäre. Gespräche mit Spielern und Betreuern sowie ein gemeinsames Foto auf der Tribüne bildeten den Abschluss eines Nachmittags, der die besondere Verbindung zwischen Mannschaft und Fans einmal mehr sichtbar machte.

VERLÄNGERUNG? Nach den Tagen in Kalifornien führte die Reise der „Red Eagles“ weiter nach Las Vegas. Von dort aus standen Ausflüge zum Grand Canyon und zum Hoover Dam auf dem Programm. Am Sonntag ging es nach Dallas, wo mit Argentinien der amtierende Weltmeister wartet. Die Aussicht auf ein Duell mit Lionel Messi ließ die Vorfreude innerhalb der Fangruppe noch einmal steigen. Danach führt die Route über Oklahoma City weiter nach Kansas City, wo Österreich sein letztes Gruppenspiel bestreitet. Sollte dem Nationalteam der Einzug in die K.-o.-Phase gelingen, könnte sich das Abenteuer für einige „Red Eagles“ unerwartet verlängern. Dann, so heißt es mit einem Augenzwinkern, müsse womöglich noch das eine oder andere Gespräch mit dem Arbeitgeber geführt werden. Eines steht für die mitgereisten Fans schon jetzt fest: „Amerika ist eine andere Welt. Jeder Tag bringt neue Landschaften, Begegnungen und Geschichten und unabhängig davon, wie weit Österreich bei dieser Weltmeisterschaft noch kommt, haben die „Red Eagles“ bereits Momente erlebt, die sie wohl ein Leben lang begleiten werden“, so Robert „Robbie“ Schweighofer. Dem ist nur noch hinzuzufügen: Wenn man sich schon im Land der schier unbegrenzten Möglichkeiten befindet, warum sollte dann ausgerechnet eine Verlängerung der Reise – inklusive eines österreichischen Einzugs ins Finale – unmöglich erscheinen?

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