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Silz fixiert Finale gegen Wattens

20:4 gegen Ehrwald – Bullen packen das Schicksal an den Hörnern

Man sagt, Eishockey sei ein Spiel der Zentimeter und der harten Bandagen. Doch wer die Silz Bulls im Halbfinale gegen Ehrwald beobachtet hat, sah mehr als nur Sport – es war eine Lektion in Sachen Dominanz und stoischer Gelassenheit. Nach der bitteren Pille im letzten Gruppenspiel kehrten die Bullen nicht etwa mit Rachegedanken zurück, sondern mit der kühlen Präzision eines Chirurgen. Das Ergebnis? Ein architektonisches Meisterwerk der Zerstörung. Zweimal 10:2 in der Best-of-3-Serie. Ein Gesamtscore von 20:4, der sich liest wie eine Telefonnummer, bei der am anderen Ende niemand mehr abnimmt, weil das Außerfern bereits in kollektive Schockstarre verfallen ist. Im Finale steigen die Bullen nun gegen Wattens in den Ring. Achtung, Termine: 1. Spiel am Dienstag, 10.2. (19.45 Uhr) in Wattens (!), erst 2. Spiel am Samstag, 14.2., in Silz (19.30). Falls notwendig: 3. Spiel am 17.2. oder 18.2. (noch offen) wieder in Silz. Klar ist eines: Am Samstag platzt die Silzer Eisarena aus allen Nähten – es wird brodeln!
10. Feber 2026 | von Albert Unterpirker
Silz fixiert Finale gegen Wattens<br />
Silz (gelb-blaue Dress) empfängt am Samstag Wattens zum großen Finale um den Tiroler Eishockey-Titel! Foto: Unterpirker
Während es auf dem Eis oft um die schnelle Ekstase des Tores geht, liegt die wahre Kunst im Verborgenen. Ein Verein ist wie ein fragiles Ökosystem: Wenn die Betreuer im Hintergrund nicht die Kufen schleifen, während die Welt schläft, oder die Helfer nicht das Fundament gießen, bricht das Konstrukt zusammen. Es ist in diesem Fall der ewige Kampf um Ordnung, Zusammenhalt, Strategie und emotionale Vorgaben, den die Bullen derzeit klar für sich entscheiden. Christian Föger blickt fast schon staatstragend auf das Erreichte: „Aus unserer Sicht als Verein und auch ganz persönlich als Obmann der Silz Bulls dürfen wir sehr stolz auf den Finaleinzug in der Tiroler-Eishockey-Liga sein. Mit einem klaren 10:2-Auswärtssieg im zweiten Halbfinalspiel und einem Gesamtscore von 20:4 gegen den EC Ehrwald hat unsere Mannschaft über beide Spiele hinweg ihre Stärke deutlich unter Beweis gestellt.“

PLAYMAKER. Föger weiß, dass Talent allein nur die halbe Miete ist. Die wahre Tugend liegt in der Disziplin, besonders wenn der Gegner versucht, das Spiel im Chaos zu versenken: „Gerade im gestrigen Spiel war entscheidend, dass das Team trotz vieler Emotionen ruhig geblieben ist und sich konsequent auf das Eishockey konzentriert hat. Dieser Auftritt zeigt sehr gut, wie geschlossen und fokussiert diese Mannschaft derzeit arbeitet.“ Wenn Philosophen vom ‚Flow‘ sprechen, meinen sie vermutlich das, was Hagler, Teschauer  und Krumpl im Halbfinale zelebrierten. Sechs Tore plus Assists – eine Statistik, die so manchem Verteidiger schlaflose Nächte bereiten dürfte. Doch während Ehrwald versuchte, über Härte zurückzufinden, blieben die Oberländer so cool wie das Eis unter ihren Kufen. Vorstandsmitglied Ferdinand Grüner, sichtlich zufrieden mit der kosmischen Fügung des Erfolgs, fasst es gewohnt direkt zusammen: „Das Spiel in Ehrwald war von Ehrwald aus härter und schmutziger, aber unsere Jungs blieben cool. Alles in allem war das ein sehr souveräner Auftritt.“ Aus einem starken Kollektiv stach obiges Trio heraus. Jedenfalls: „Es hat sich just in time alles so entwickelt, wie ich mir das vorgestellt habe!“

FINAL-CLASH. Nun wartet im Finale der ultimative Clash gegen Wattens, quasi ein Clash der Kulturen. Der große Rivale aus dem Unterland. Es ist das klassische Duell: Oberland gegen Unterland. Ein Derby, das mehr ist als nur ein Spiel um einen Pokal – es ist die finale Bestätigung einer Vision, die in Silz seit Jahren konsequent verfolgt wird. Föger vergisst dabei nicht die ‚unsichtbaren‘ Helden: „Der Dank gilt nicht nur den Spielern am Eis, sondern ausdrücklich auch dem gesamten Trainer- und Betreuerteam sowie allen Helferinnen und Helfern im Hintergrund, die Woche für Woche einen großen Beitrag leisten. Ebenso wichtig ist die Unterstützung unserer Fans, die das Team auch auswärts lautstark begleitet hat.“ Doch bei aller Euphorie schwingt auch die leise Ahnung mit, dass der Weg erst dann zu Ende ist, wenn die Schlusssirene des letzten Spiels ertönt. Oder wie Föger es ausdrückt: „Mit dem Erreichen des Finales ist ein großes Ziel geschafft. Gleichzeitig wissen wir, dass der letzte Schritt noch bevorsteht.“ Das Schicksal ist bereitet. Die Bullen sind bereit, es erneut bei den Hörnern zu packen. Wattens mag kommen – das Oberland ist bereits da.

HALBFINALE. Ebenfalls noch voll im Rennen um Titelentscheidungen sind die Scorpions Imst. Nachdem die letzten beiden Spiele gegen Zirl zugunsten der Gurgltaler strafverifiziert wurden (nicht gespielt), steht für Fischnaller und Co. nun ein strenges Halbfinal-Programm ins Haus, denn da geht es gegen niemand Geringeren als den Grunddurchgangssieger in der Division I, St. Jodok. Gegen den bisherigen Leader verlor man auswärts trotz starker Leistung mit 3:6, wendete das Blatt aber in Imst und schickte den zukünftigen Playoff-Kontrahenten mit 4:1 zu Boden. Welche Chancen rechnet man sich aus? „Gibt nur Sieg“, will Headcoach Michael „Gamper“ Schmidt gar nicht um den heißen Brei herumreden. Termine? 9.2. in St. Jodok (19.30 Uhr), 14.2. in Imst (17), 16.2. in St. Jodok (19.30) und 19.2. in Imst (20).
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20-mal Silzer Torjubel gab es im Halbfinale gegen Ehrwald. Foto: Unterpirker
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René Krumpl zählte im zweiten Halbfinale in Ehrwald ... Foto: Unterpirker
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... ebenso zu den Playmakern wie u. a. Patrick Hagler. Foto: Unterpirker

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