Steilkurven, Schmerzen – und der Traum von Amelie
Wie Haimings Leichtathletik-Komet Amelie Kofler allen Widerständen trotzt
Wenn Amelie Kofler läuft, sieht es leicht aus. Doch hinter der strahlenden Kulisse des 18-jährigen Leichtathletik-Talents liegt ein Jahr voller Höhen und Täler. Trotz drei (schwerer) Verletzungen lief die Tiroler 400-Meter-Spezialistin zur Höchstform auf, knackte die Qualifikationsnorm für die U20-Weltmeisterschaft im US-amerikanischen Eugene – und wurde vom österreichischen Verband dennoch nicht nominiert. Ein Rückschlag, der die Nachwuchsathletin aber vielleicht nur schneller macht.
29. September 2026
Trainer Thomas Abfalter mit Amelie – die Medaillen-Ausbeute bei den (internationalen) Rennen ist mittlerweile beachtlich. Foto: Unterpirker
Die Saison-Vorbereitung begann denkbar schlecht. Im November 2025 erlitt die 18-Jährige eine Zerrung im linken hinteren Kreuzband. Kaum war die Verletzung nach sechs Wochen Therapie verheilt, folgte der nächste Dämpfer: Anfang Dezember riss sie sich im rechten Sprunggelenk beide Außenbänder. „Da haben wir die Hallensaison im Februar eigentlich schon abgehakt“, erinnert sich Trainer Thomas Abfalter. Doch Aufgeben war keine Option. Bereits am Tag nach dem Bänderriss begann die Reha. Unter anderem auf dem Spezial-Laufband „Alter G“, das das Körpergewicht reduziert, kämpfte sich Amelie zurück. Die erhoffte Genesung verlagerte sich überraschend schnell ins Positive.
MASSIV. Bei den Österreichischen Hallenmeisterschaften in Wien schlug Kofler phänomenal zurück: In 57,92 Sekunden holte sie sich den U20-Meistertitel und verteidigte damit ihren Vorjahrestitel souverän! Nur eine Woche später steigerte sie sich auf 56,69 Sekunden und belegte Platz vier in der allgemeinen Klasse. Mit Schwung ging es an die Vorbereitung auf das große Jahresziel: das WM-Limit für Eugene. Doch nur eine Woche vor dem Ostertrainingslager in Italien folgte der nächste Schock. Beim Krafttraining traten massivste Rückenschmerzen auf. Die Diagnose in der Innsbrucker Klinik Kettenbrücke bei Wirbelsäulenspezialist Dr. Sebastian Hartmann: Anulusriss – ein Einriss des Bandscheibenrings.
EISERN. Wieder bewies Kofler eiserne Disziplin. Im Trainingslager machte sie alles, was schmerzfrei möglich war – inklusive Radfahren mit Rumpfgurt zur Stabilisierung. „Eigentlich hatte ich die U20-WM-Qualifikation zu diesem Zeitpunkt schon abgehakt“, verrät Amelie. Doch nach Ostern wandte sich das Blatt erneut schlagartig. Mitte Jänner: Erstes Formtest-Rennen in München nach den Bandverletzungen. Februar: Österreichische U20-Hallenmeisterin über 400 m in Wien (Bestzeit 56,69). Mai (Pfingstmeeting Basel): Erster Angriff auf das WM-Limit (55,26). Amelie läuft 55,30 – nur eine Zehntelsekunde vorbei. Anfang Juni (Sparkassen Gala Regensburg): Die Sensation glückt. Am Samstag unterbietet sie die WM-Norm in 55,02 Sekunden um 18 Hundertstel. Und sie kann auch einen Zusatzerfolg verbuchen: Neuer Tiroler U23-Rekord und neuer österreichischer U20-Rekord über die 400 Meter. Die Freude über die erlaufene WM-Norm währte allerdings nicht lange. Aufgrund eines begrenzten Kontingents verzichtete der österreichische Verband darauf, Kofler nach Eugene mitzunehmen. „Das war schon sehr enttäuschend“, gibt Amelie ehrlich zu. Ihr Trainer Thomas Abfalter ergänzt schmunzelnd: „Amelie hat das am Ende sogar lockerer gesehen als ich.“ Aufstecken kommt für die Tirolerin nicht in Frage: „Für mich ist wichtig: Sport soll und muss mir Freude bereiten. Ich mache weiter das, was mir Spaß macht. Das Ziel ist, schneller zu werden.“
FEINARBEIT. Der Blick richtet sich längst wieder nach vorne. In der kommenden Hallensaison nimmt die Athletin einen Uralt-Rekord ins Visier: den Tiroler Hallenrekord in der allgemeinen Klasse von Monika Lindner aus dem Jahr 1988 (55,01 Sekunden). Mit ihrer Bestzeit von 55,02 Sekunden fehlt Kofler gerade einmal eine einzige Hundertstelsekunde, um gleichzuziehen. An Motivation mangelt es nicht – auch dank optischer Highlights: Für die neue Saison wartet bereits ein neues Laufdress auf sie. Das Design bleibt zwar noch geheim, verspricht aber, ein echter Hingucker zu werden. Parallel läuft die sportliche Feinarbeit. Da Amelie dieses Jahr die Matura absolviert, wird das Training gezielt verfeinert und die Lauftechnik weiter optimiert. Nach dem Schulabschluss folgt dann der Schritt auf die große Bühne. Thomas Abfalter bringt die Marschroute auf den Punkt: „Das große Überziel ist das Jahr 2028. Dann wollen wir im Konzert der Großen sagen: ‚Hey Leute, wir sind da!‘“
MASSIV. Bei den Österreichischen Hallenmeisterschaften in Wien schlug Kofler phänomenal zurück: In 57,92 Sekunden holte sie sich den U20-Meistertitel und verteidigte damit ihren Vorjahrestitel souverän! Nur eine Woche später steigerte sie sich auf 56,69 Sekunden und belegte Platz vier in der allgemeinen Klasse. Mit Schwung ging es an die Vorbereitung auf das große Jahresziel: das WM-Limit für Eugene. Doch nur eine Woche vor dem Ostertrainingslager in Italien folgte der nächste Schock. Beim Krafttraining traten massivste Rückenschmerzen auf. Die Diagnose in der Innsbrucker Klinik Kettenbrücke bei Wirbelsäulenspezialist Dr. Sebastian Hartmann: Anulusriss – ein Einriss des Bandscheibenrings.
EISERN. Wieder bewies Kofler eiserne Disziplin. Im Trainingslager machte sie alles, was schmerzfrei möglich war – inklusive Radfahren mit Rumpfgurt zur Stabilisierung. „Eigentlich hatte ich die U20-WM-Qualifikation zu diesem Zeitpunkt schon abgehakt“, verrät Amelie. Doch nach Ostern wandte sich das Blatt erneut schlagartig. Mitte Jänner: Erstes Formtest-Rennen in München nach den Bandverletzungen. Februar: Österreichische U20-Hallenmeisterin über 400 m in Wien (Bestzeit 56,69). Mai (Pfingstmeeting Basel): Erster Angriff auf das WM-Limit (55,26). Amelie läuft 55,30 – nur eine Zehntelsekunde vorbei. Anfang Juni (Sparkassen Gala Regensburg): Die Sensation glückt. Am Samstag unterbietet sie die WM-Norm in 55,02 Sekunden um 18 Hundertstel. Und sie kann auch einen Zusatzerfolg verbuchen: Neuer Tiroler U23-Rekord und neuer österreichischer U20-Rekord über die 400 Meter. Die Freude über die erlaufene WM-Norm währte allerdings nicht lange. Aufgrund eines begrenzten Kontingents verzichtete der österreichische Verband darauf, Kofler nach Eugene mitzunehmen. „Das war schon sehr enttäuschend“, gibt Amelie ehrlich zu. Ihr Trainer Thomas Abfalter ergänzt schmunzelnd: „Amelie hat das am Ende sogar lockerer gesehen als ich.“ Aufstecken kommt für die Tirolerin nicht in Frage: „Für mich ist wichtig: Sport soll und muss mir Freude bereiten. Ich mache weiter das, was mir Spaß macht. Das Ziel ist, schneller zu werden.“
FEINARBEIT. Der Blick richtet sich längst wieder nach vorne. In der kommenden Hallensaison nimmt die Athletin einen Uralt-Rekord ins Visier: den Tiroler Hallenrekord in der allgemeinen Klasse von Monika Lindner aus dem Jahr 1988 (55,01 Sekunden). Mit ihrer Bestzeit von 55,02 Sekunden fehlt Kofler gerade einmal eine einzige Hundertstelsekunde, um gleichzuziehen. An Motivation mangelt es nicht – auch dank optischer Highlights: Für die neue Saison wartet bereits ein neues Laufdress auf sie. Das Design bleibt zwar noch geheim, verspricht aber, ein echter Hingucker zu werden. Parallel läuft die sportliche Feinarbeit. Da Amelie dieses Jahr die Matura absolviert, wird das Training gezielt verfeinert und die Lauftechnik weiter optimiert. Nach dem Schulabschluss folgt dann der Schritt auf die große Bühne. Thomas Abfalter bringt die Marschroute auf den Punkt: „Das große Überziel ist das Jahr 2028. Dann wollen wir im Konzert der Großen sagen: ‚Hey Leute, wir sind da!‘“






