Vom Sölder Bergbuben zur Ski-Legende
Andre Arnold, der einst aus dem Ötztal auszog, um Skigeschichte zu schreiben, wird 70 Jahre alt
2. Dezember 2025 | von
Christoph Hablitzel
Andre Arnold war, ist und bleibt ein Skifanatiker, für ihn ist ein Leben ohne Schnee, Ski und Berge schlicht und einfach undenkbar. Foto: N. Arnold
Wenn man im Ötztal den Namen Andre Arnold erwähnt, nicken die Menschen wissend. Einige Ältere erinnern sich an den jungen „Maler’s Bue“ aus Sölden, der schon als Bub mehr Zeit auf den Skiern als in der elterlichen „Malerei Arnold“ in Sölden-Hof verbrachte. Andere denken an den späteren Superstar der US-Profi-Tour, an vier Weltmeistertitel, an Siege am laufenden Band. Und wieder andere kennen ihn heute als stillen Mentor, der sich mit derselben Hingabe, mit der er früher Pisten hinunterjagte, um den Skisport, speziell um den Nachwuchs, kümmert.
Vom Naturkind zum Rennläufer. Geboren am 4.12.1955 in Sölden, wuchs Andre Arnold neben drei älteren Geschwistern in einem Umfeld auf, in dem Schnee kein Wetterphänomen, sondern Lebensraum für Kinder war. Er gehörte, wie fast alle Kinder damals, zu jenen, die man eher auf der Skipiste als am Küchentisch antraf. „Wir hatten es ja nicht weit bis zum Lift im Innerwald“, so Bruder Hermann. Vom Rennsport hielt er anfangs allerdings wenig. Das sollte sich ändern, als Georg Plörer, sein Trainer vom SC Sölden-Hochsölden, ihn mit 14 Jahren ins Training drängte. Ein Schubs in die richtige Richtung, wie sich später zeigen sollte, denn der junge Andre stellte schnell klar: Talent hatte er mehr als genug. Was folgte, waren österreichische Jugendtitel, ein deutscher Meistertitel, Top-Plätze bei Rennen in ganz Europa – der Weg schien vorgezeichnet.
Der Europacup – und ein holpriger Übergang. 1972 holte Arnold bei den Junioreneuropameisterschaften in Madonna di Campiglio Bronze im Riesenslalom und setzte damit ein erstes frühes internationales Ausrufezeichen. In der Saison 1975/76 trumpfte er im Europacup groß auf: zwei Slalomsiege, mehrere Podestplätze, Platz zwei in der Slalomwertung. Der ÖSV nahm ihn in den Nationalkader auf – der Weltcup wartete. Doch die große Karriere ließ auf sich warten. Materialprobleme, Pech und eine schwere Nierenentzündung bremsten ihn aus. Der Weltcup wurde zur zähen Geduldsprobe.
Der Neustart in Amerika – und der Aufstieg zur Legende. Dann, 1977, wagte Arnold das, wovor andere zurückschreckten: Er hängte die Amateurkarriere an den Nagel, packte zwei Freunde ein und flog in die USA, um Profi zu werden. Ein Schritt ins Ungewisse – und in ein neues Leben. Bereits im ersten Jahr feierte er elf Siege. Ein Paukenschlag. Arnold wurde Gesamtsieger und Profi-Weltmeister. Vier Jahre in Folge – 1978 bis 1981 – krönte er sich zum Profi-Weltmeister. Insgesamt rund 38 Siege auf der US-Pro-Tour machen ihn bis heute zu einer absoluten Ausnahmefigur.
Jähes Ende & Rückkehr. Doch am 4. April 1982 stoppte ein Sturz in Vail seine Laufbahn abrupt. Eine schwere Knieverletzung – damit war mit nur 27 Jahren seine Profikarriere vorbei. Arnold kehrte ins Ötztal zurück, gründete mit seiner Frau Beatrix eine Familie, eröffnete Gästehäuser und fand doch immer wieder zu dem zurück, was ihn sein Leben lang begleitet hatte: dem Skisport. Arnold gründete seine Ski-Racing-Camps, in denen er junge Talente trainierte – mit derselben Leidenschaft wie einst im Rennen. Er engagiert sich in der regionalen Schneesportförderung, unterstützt Skiclubs, gründete das Projekt „Wintersport an Schulen“ und schafft damit Zugänge zum Skisport für Kinder, die möglicherweise heute so naturverbunden sind wie er damals. Bis zum Jahr 2024 bekleidete er auch das Amt des Bezirksreferenten vom TSV-Bezirkskader Imst. Auch hier hinterließ der gelernte Maler seine DNA: Immer wieder schaffen es Skisportler aus dem Bezirk in den ÖSV-Kader. Sein Nachfolger in dieser Position ist übrigens niemand Geringerer als Benni Raich. Auch hier hat Andre Arnold ein deutliches Zeichen gesetzt. „Benni ist der absolut richtige Mann dafür“, so Arnold damals. Auch im OK-Team, das jährlich für den Weltcup-Auftakt in Sölden verantwortlich ist, nimmt Andre Arnold als Mitglied im Organisationskomitee eine gewichtige Rolle wahr. Für seine Leidenschaft – den Golfsport – sowie das Wandern mit seinen Enkeln nimmt er sich aber jetzt etwas mehr Zeit. Das Charity-Event „Champions4TSV–Golfturnier“, welches Andre Arnold jährlich mit seinen „Spezl’n“ aus der Ski-Szene organisiert, ist ohne den umtriebigen Ötztaler wohl auch schwer vorstellbar. Der Reinerlös dieses Events kommt den Familien zugute, die während der Rennsaison viel mit ihren Kindern zu den diversen Nachwuchsrennen in Tirol unterwegs sind. „So kann neben dem logistischen Aufwand wenigstens ein Teil der finanziellen Aufwendungen abgedeckt werden“, freut sich der Jubilar. Und wenn man ihn in Sölden die Pisten hinunterwedeln sieht, erkennt man sofort: „Das ist der Andre.“ Er hat den Schwung auf den zwei Brettern, die ihm im wahrsten Sinne des Wortes „die Welt bedeuten“, einfach immer noch drauf. Skipension ist für Ski-Enthusiast Andre keine in Sicht. Die Enkel wird es freuen ...
Vom Naturkind zum Rennläufer. Geboren am 4.12.1955 in Sölden, wuchs Andre Arnold neben drei älteren Geschwistern in einem Umfeld auf, in dem Schnee kein Wetterphänomen, sondern Lebensraum für Kinder war. Er gehörte, wie fast alle Kinder damals, zu jenen, die man eher auf der Skipiste als am Küchentisch antraf. „Wir hatten es ja nicht weit bis zum Lift im Innerwald“, so Bruder Hermann. Vom Rennsport hielt er anfangs allerdings wenig. Das sollte sich ändern, als Georg Plörer, sein Trainer vom SC Sölden-Hochsölden, ihn mit 14 Jahren ins Training drängte. Ein Schubs in die richtige Richtung, wie sich später zeigen sollte, denn der junge Andre stellte schnell klar: Talent hatte er mehr als genug. Was folgte, waren österreichische Jugendtitel, ein deutscher Meistertitel, Top-Plätze bei Rennen in ganz Europa – der Weg schien vorgezeichnet.
Der Europacup – und ein holpriger Übergang. 1972 holte Arnold bei den Junioreneuropameisterschaften in Madonna di Campiglio Bronze im Riesenslalom und setzte damit ein erstes frühes internationales Ausrufezeichen. In der Saison 1975/76 trumpfte er im Europacup groß auf: zwei Slalomsiege, mehrere Podestplätze, Platz zwei in der Slalomwertung. Der ÖSV nahm ihn in den Nationalkader auf – der Weltcup wartete. Doch die große Karriere ließ auf sich warten. Materialprobleme, Pech und eine schwere Nierenentzündung bremsten ihn aus. Der Weltcup wurde zur zähen Geduldsprobe.
Der Neustart in Amerika – und der Aufstieg zur Legende. Dann, 1977, wagte Arnold das, wovor andere zurückschreckten: Er hängte die Amateurkarriere an den Nagel, packte zwei Freunde ein und flog in die USA, um Profi zu werden. Ein Schritt ins Ungewisse – und in ein neues Leben. Bereits im ersten Jahr feierte er elf Siege. Ein Paukenschlag. Arnold wurde Gesamtsieger und Profi-Weltmeister. Vier Jahre in Folge – 1978 bis 1981 – krönte er sich zum Profi-Weltmeister. Insgesamt rund 38 Siege auf der US-Pro-Tour machen ihn bis heute zu einer absoluten Ausnahmefigur.
Jähes Ende & Rückkehr. Doch am 4. April 1982 stoppte ein Sturz in Vail seine Laufbahn abrupt. Eine schwere Knieverletzung – damit war mit nur 27 Jahren seine Profikarriere vorbei. Arnold kehrte ins Ötztal zurück, gründete mit seiner Frau Beatrix eine Familie, eröffnete Gästehäuser und fand doch immer wieder zu dem zurück, was ihn sein Leben lang begleitet hatte: dem Skisport. Arnold gründete seine Ski-Racing-Camps, in denen er junge Talente trainierte – mit derselben Leidenschaft wie einst im Rennen. Er engagiert sich in der regionalen Schneesportförderung, unterstützt Skiclubs, gründete das Projekt „Wintersport an Schulen“ und schafft damit Zugänge zum Skisport für Kinder, die möglicherweise heute so naturverbunden sind wie er damals. Bis zum Jahr 2024 bekleidete er auch das Amt des Bezirksreferenten vom TSV-Bezirkskader Imst. Auch hier hinterließ der gelernte Maler seine DNA: Immer wieder schaffen es Skisportler aus dem Bezirk in den ÖSV-Kader. Sein Nachfolger in dieser Position ist übrigens niemand Geringerer als Benni Raich. Auch hier hat Andre Arnold ein deutliches Zeichen gesetzt. „Benni ist der absolut richtige Mann dafür“, so Arnold damals. Auch im OK-Team, das jährlich für den Weltcup-Auftakt in Sölden verantwortlich ist, nimmt Andre Arnold als Mitglied im Organisationskomitee eine gewichtige Rolle wahr. Für seine Leidenschaft – den Golfsport – sowie das Wandern mit seinen Enkeln nimmt er sich aber jetzt etwas mehr Zeit. Das Charity-Event „Champions4TSV–Golfturnier“, welches Andre Arnold jährlich mit seinen „Spezl’n“ aus der Ski-Szene organisiert, ist ohne den umtriebigen Ötztaler wohl auch schwer vorstellbar. Der Reinerlös dieses Events kommt den Familien zugute, die während der Rennsaison viel mit ihren Kindern zu den diversen Nachwuchsrennen in Tirol unterwegs sind. „So kann neben dem logistischen Aufwand wenigstens ein Teil der finanziellen Aufwendungen abgedeckt werden“, freut sich der Jubilar. Und wenn man ihn in Sölden die Pisten hinunterwedeln sieht, erkennt man sofort: „Das ist der Andre.“ Er hat den Schwung auf den zwei Brettern, die ihm im wahrsten Sinne des Wortes „die Welt bedeuten“, einfach immer noch drauf. Skipension ist für Ski-Enthusiast Andre keine in Sicht. Die Enkel wird es freuen ...

