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Imst | Wirtschaft | 3. Jänner 2023 | Ewald Krismer

Wer zahlt am Ende die Rechnung?

Wer zahlt am Ende die Rechnung?<br />
Die Objekte der Begierde: Die Freilandgrundstücke im Gesamtausmaß von 5.500 Quadratmetern zwischen diesen beiden Häusern aber dennoch außerhalb des Siedlungsgebietes am östlichen Ortsende von Tarrenz. 980.000 Euro sind sie dem gemeinnützigen Wohnbauträger WE-Tirol wert.RS-Foto: Krismer
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Utopischer Kaufpreis für 5.500 Quadratmeter Frei- beziehungsweise Grünland

Die Nachricht über den Kauf von 5.500 Quadratmeter Freiland zu einem utopischen Preis sorgte unlängst für Erstaunen. Käufer der außerhalb des Siedlungsgebietes der Gemeinde Tarrenz liegenden Grundstücke ist der gemeinnützige Wohnbauträger „Wohnungseigentum“ (kurz WE-Tirol). Da und dort wurde bereits spekuliert, was solch ein Geschäft für Folgen haben und was mit den Grundstücken geschehen könnte. Tarrenz‘ Bürgermeister Stefan Rueland aber beruhigt: „So schnell ein Wohnanlagenprojekt in einem schwerlich in Bauland umzuwidmenden Grünland zu errichten, wird kaum möglich sein.“
Von Ewald Krismer

Sogar den Richter verblüffte der Versteigerungsverlauf, berichtete Tarrenz‘ Bürgermeister Stefan Rueland, der bei der Lizitation zugegen war. Von 105.000 Euro Ausrufpreis in 5.000 Euro-Schritten bis 180.000 Euro und dann mit einem satten 800.000 Euro-Sprung auf 980.000 Euro – wenn das nicht Verwunderung hervorruft, was dann? Zumal im Falle eines vorzeitigen Einknickens seitens der Mitbieter die Grundstücke für eine wesentlich geringere Summe zu haben gewesen wären. Die 980.000 Euro entsprechen einem Quadratmeterpreis von rund 180 Euro für unerschlossenes Freiland, während die Gemeinde für erschlossenes Bauland 150 Euro pro Quadratmeter verlangt. Es stellt sich daher die Frage, wer am Ende diese Rechnung bezahlt – in einer Zeit, in der über „leistbares Wohnen“ diskutiert wird. Was hinter diesem Vorgehen wirklich steckt, darüber kann nur spekuliert werden. „Ein Schelm der Böses dabei denkt!“

UMWIDMUNG FRAGLICH. Tarrenz‘ Bürgermeister Stefan Rueland sieht diese Situation dennoch gelassen. „Freilich liegt die Entscheidung beim Gemeinderat, diese Freilandgrundstücke in Bauland umzuwidmen, ich glaube aber nicht, dass die Mandatare einer Umwidmung zustimmen werden“, so Rueland. Zumindest nicht bis 2025, denn erst dann wird das Raumordnungskonzept für weitere zehn Jahre neu definiert. Und auch dann kann sich Bürgermeister Rueland nicht vorstellen, wie er sagt, dass es dahingehend ein Umdenken im Gemeindeparlament geben wird. Voraussetzung dafür ist logischerweise, dass die Agenda der Raumordnungsplanung den Gemeinden vorbehalten bleibt. Sollte diese aber irgendwann einem anderen Gremium übertragen werden, weiß niemand, was am Ende herauskommt. Auch da gilt: „Ein Schelm der Böses dabei denkt!“

WOHNUNGSBEDARF IST GEDECKT. „Was die Realisierung einer Wohnanlage auf den betreffenden Grundstücken erschwere, ist die verkehrstechnische und infrastrukturelle Erschließung, zumal kein öffentliches Interesse bestehe“, so Bürgermeister Stefan Rueland, der weiters darauf verweist, dass im Siedlungsgebiet des Dorfes und in den Weilern zahlreiche Wohnprojekte für Einheimische auf seit jeher gewidmeten Grund und bei bestehenden Gebäuden angedacht beziehungsweise teilweise bereits in Planung sind und darüber hinaus kein weiterer Wohnungsbedarf bestehe.
 
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