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Faszinierender Theaterabend

„Alpenfestung“ in Schloss Sigmundsried in Ried

Schloss Sigmundsried, ein Originalschauplatz des Theaterstücks von Michael Schmid, ist Aufführungsort eines optimal gelungenen Theaterprojekts.

15. Juli 2025
Faszinierender Theaterabend<br />
Vitus (Forstrat Czerny – Matthias Schranz) kehrt von der Front zu Frau und Sohn zurück. RS-Foto: Pircher
Vorerst ein paar Zahlen: 19 Schauspieler, zahlreiche Statisten, Tribünenaufbau und Bau der einmaligen Bühne (sogar eine Drehbühne) mehr als 800 Arbeitsstunden, Kostüme 300 Arbeitsstunden, hunderte Probenstunden, zahllose Probentage – ein Projekt, das das Team des Theatervereins Ried unter der Obfrauschaft von Michaela Kofler mehr als ein Jahr aufs Äußerste forderte. Nun, nach der Premiere, kann man feststellen: Es hat sich gelohnt. Ein begeisternder Theaterabend, der das Publikum fesselte, nachdenklich machte, forderte, aber auch manchmal zum Schmunzeln brachte.

EIN GENIALER AUTOR. Die Schauspieler – alle – waren einfach spitze. Für dieses Projekt griff man auf die Unterstützung der Theatergruppen Prutz, Kauns, Ladis und Grins zurück. Es war ein Projekt der gesamten Region, so Michaela Kofler. Das Bühnenbild einfach stimmig. Das größte Lob verdient sich der Autor Michael Schmid: Die Geschichte war sehr genau recherchiert. Die Hauptperson des Stücks erinnert an das Leben von Forstrat Czerny. Schmid gelang es, die Stimmung in der Bevölkerung, aber auch die politischen Umstände perfekt auf die handelnden Personen umzulegen. Genial, wie er durch die „Wirtsleute“ die Geschichte und Zusammenhänge erklären ließ. Interessant, wie er die moralische Komponente der Handlung durch die „Seelen“ darstellte. Nach seinem Stück „Grenzverstand“ ein weiteres Meisterstück.

SCHAUSPIELER & CO. Folgende Schauspieler standen auf der Bühne: Matthias Schranz/Kauns, Daniela Buchhammer/Kauns, Gudrun Stecher/Ried, Victor Markl/Ladis, Monika Lenz-Schütz/Faggen, Edi Huter/Kauns, Alfred Nigg/Fiss, Geli Mair/Ried, Gabriel Althaler/Ried, Florian Wolf/Tobadill, Stefan Gärtner/Ried, Josef Falkeis/Kauns, Marc Eder/Prutz, Roland Schlamminger/Spiss, Albert Köhle/Kauns, Hannes Januska/Pfunds, Maria Handl/Ried, Hannah Achenrainer/Ried und Sieglinde Senn/Kauns. Die Gesamtleitung lag bei Michaela Kofler, die Regie in den bewährten Händen von Michael ­Schmid mit Unterstützung von Alexandra Gstrein. Die eindrucksvolle Bühne wurde von Albert Köhle und seinem Team aufgebaut, und für die Kostüme und Maske zeigte sich Meggie Baker mit ihrem Team verantwortlich.
Weitere Spieltermine: 17., 19., 24., 26., 31. Juli, 1., 7., 9., 28., 30. August, 4., 6., 11. und 13. September, Beginn ist um 20 Uhr. Ein Muss für alle Theaterfreunde. Es ist eine Freilichtaufführung, warme Kleidung wird empfohlen.


Die Nationalsozialisten in Ried

(ap) Ergänzend zum Theaterstück „Widerstand Alpenfestung“ findet man in den Barräumlichkeiten von Schloss Sigmundsried eine von Regina Hager und Dr. Sylvia Mader kuratierte Ausstellung zum Thema „Nationalsozialismus in Ried“. Auf sieben Schautafeln werden verschiedene Aspekte und Ereignisse jener Zeit dargestellt. Zusätzlich werden auf vier Bildschirmen Filme, meist Propagandafilme, aus dieser Zeit gezeigt. Ergänzt wird die Ausstellung mit Kunstwerken von Erich Horvath und Christoph Mathoy. Mitgearbeitet an der Ausstellung haben die Historiker Dr. Robert Stefan (Arzt in Fiss), Chris­toph Mathoy und Günter Patscheider. Die Ausstellung ist vor und nach den jeweiligen Theateraufführungen sowie am Mittwoch und Sonntag von 18 bis 20 Uhr zu besichtigen. Zudem kann man die Ausstellung jeden Freitag im Rahmen einer Schlossführung von 10 bis 12 Uhr besuchen.
Faszinierender Theaterabend<br />
Die „Nazis“: Hannes Januska, Roland Schlamminger, Marc Eder, Albert Köhle (v. l.) RS-Foto: Pircher
Faszinierender Theaterabend<br />
Alfred Nigg spielte den Wirt und Erzähler. RS-Foto: Pircher
Faszinierender Theaterabend<br />
Gesamtleiterin Michaela Kofler und Autor/Regisseur Michael Schmid (h. M.) mit einem Teil des Ensembles RS-Foto: Pircher

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