Artikel teilen
Artikel teilen >

Handfestes Gestritt um den Heiligen Antonius

Neues Stück der Heimatbühne Kappl bringt die von „Innerhalb“ gegen die von „Außerhalb“ der Kirche auf

Handfeste Meinungsverschiedenheiten erschütterten am Sonntagabend den Gemeindesaal Kappl und das alles nur wegen einer Heiligenfigur. Seit Generationen sind die beiden Ortsteile „Innerhalb“ und „Außerhalb“ der Kirche tief zerstritten. Denn dummerweise steht die Dorfkirche mit der hölzernen Statue des heiligen Antonius genau auf der Teilungsgrenze, wodurch sich immer wieder Streitpotential ergibt. Die Heimatbühne Kappl traf mit ihrem neuen Stück „Heiliger Antonius“ genau ins Schwarze. Obmann und Regisseur Egon Jäger wollte einen Bezug zur Pfarre Kappl herstellen und das gelang ihm bestens. Dort müssen die Gemeindemitglieder von „Innerhalb“ rechts auf die Empore und die von „Außerhalb“ links.

20. Oktober 2026
Handfestes Gestritt um den Heiligen Antonius
Eigentlich wollte der neue Pfarrer (Christian Dobler) während seiner Krankheitsvertretung den Dorffrieden wieder herstellen, scheitert aber gleich kläglich. Foto: Hötzel
„Die ‚Äußeren‘ und ‚Inneren‘ streiten wie die Kesselflicker. Der Pfarrer ist in der Psychiatrie und Schuld ist der Heilige Antonius“, erzählt Pfarrhaushälterin Erna der Jesusstatue am Kreuz. Schon bald überschlagen sich die Ereignisse: Aushilfspfarrer Sebastian möchte die Streithähne eigentlich versöhnen, wird aber schnell eines Besseren belehrt. Nur die Kinder der verfeindeten Gemeinderäte Frida und Hermann, Organistin Sabine und Messner Peter, verstehen sich so gut, dass sie heimliche Rendezvous im Pfarrhaus haben. Und was will eigentlich Dekan Dr. Dr. Matthäus von Heiligenberg in der kleinen Gemeinde? Geht es ihm gar nur um die wertvolle Statue? Für großes Gelächter sorgte die italienische Reinigungskraft Maria (Heidrun Sailer), die in ihrem Eifer einiges falsch versteht und den Dekan zum Beispiel mit „Heiligem Geist“ anspricht. Ihre Penne Arrabiata, nachgeschärft durch Pfarrhaushälterin Erna, sorgen nicht nur beim Dekan für Schnappatmung.

Authentisches Bühnenbild und Kostüme. Nicht nur die Heiligenfigur hatte große Ähnlichkeit mit dem Kappler Heiligen Antonius, einer gotischen Statue aus dem 16. Jahrhundert. Die Stube des Pfarrhauses wirkte so gemütlich, wie chaotisch. Der Paznauner Dialekt und Schmäh kam auch bei Ehrengast Landeshauptmann Toni Mattle sehr gut an. Die Handlung spitzte sich immer weiter zu und die verschiedenen Charaktere gingen nicht gerade zimperlich miteinander um. Sie mussten sogar der Heiligenfigur manchmal die Ohren zubinden, dass sie nicht immer so schlimme Sachen hört. Ende gut alles gut? Dem Premierenpublikum gefiel das Stück mit viel Gelächter und Applaus hörbar gut und auch der Lokalbezug ging voll auf. Weitere Termine sind am 23., 25., 30. und 31. Oktober und am 6., 7., 13., 14., 20., und 22. November.
Handfestes Gestritt um den Heiligen Antonius
Der Heilige Antonius hier mit Pfarrhaushälterin Erna (Margreth Pfeifer) spielt eine entscheidende Rolle. Foto: Hötzel
Handfestes Gestritt um den Heiligen Antonius
Warum ist Dekan Dr. Dr. Matthäus von Heiligenberg (Franz Pfeifer) extra in die kleine Gemeinde gekommen? Foto: Hötzel
Handfestes Gestritt um den Heiligen Antonius
Die einzigen, die sich verstehen sind Sabine (Celina Rudigier) (l.) und Peter (Matthias Geiger) (r.), die Kinder der verfeindeten Pfarrgemeindevorsitzenden Frida (Helga Zangerle) und Hermann (Hans Walter Wachter). Foto: Hötzel

Aktuelle Artikel

Kommentare

0 Posts