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Im Wandel der Zeit

300 Jahre Kirchenneubau Kappl

Die Pfarrkirche zum hl. Abt Antonius dem Einsiedler blickt auf eine außergewöhnliche Bau- und Kunstgeschichte zurück. Vor genau 300 Jahren wurde das heutige Gotteshaus neu errichtet. Dieses Jubiläum nahm die Pfarre Kappl zum Anlass, am 24. Jänner zu einem Vortrag über die Bau- und Kunstgeschichte der Kirche einzuladen. Gleichzeitig wurde die Ausstellung „Unser Gotteshaus im Wandel der Zeit“ eröffnet. Pfarrgemeinderats-Obmann Otto Siegele begrüßte zahlreiche Interessierte.
10. Feber 2026 | von Kathrin Gruber
Im Wandel der Zeit
Kurator Harald Pöll (l.) und Pfarrgemeinderats-Obmann Otto Siegele freuen sich über das große Interesse an der Ausstellung „Unser Gotteshaus im Wandel der Zeit“ in Kappl. Foto: Kathrin Gruber
Die Pfarre Kappl hat 2026 zum Jubiläumsjahr erklärt und ein abwechslungsreiches Programm mit Vorträgen, Konzerten und Besichtigungen zusammengestellt. Anlass ist der Kirchenneubau von 1726, der die Entwicklung der Pfarrkirche bis in die Gegenwart prägt. Die Geschichte des Gotteshauses reicht jedoch bis ins späte 13. Jahrhundert zurück und ist von einer außergewöhnlichen Bau- und Kunstgeschichte gekennzeichnet. „Durch den Kirchenneubau entstand etwas völlig Neues. Aus der Kapelle wurde eine große Kirche, die seither Platz für viele Menschen bietet“, erläuterte Referent Oswald Stotter in seinem Vortrag „Die Bau- und Kunstgeschichte der Kappler Pfarrkirche zum Heiligen Antonius dem Einsiedler“.

NEUBAU UND KUNSTGESCHICHTE IM MITTELPUNKT. Stotter gab einen umfassenden Überblick über den Kirchenneubau sowie über die kunsthistorische Bedeutung des Gotteshauses. Zahlreiche Künstler und Bildhauer, darunter viele aus der Region, prägten das charakteris­tische Erscheinungsbild der Kirche, darunter Johann Ladner, Philipp Jakob Greil, Andreas Kölle und Heinrich Kluibenschedl. Neu erbaut wurde die Kirche in den Jahren 1726 bis 1728 unter dem damaligen Kuraten Pfarrer Adam Schmid, dessen Grabmal sich heute an der Nordwand befindet, sowie unter Baumeister Jakob Jehle. Selbst für regelmäßige Kirchgänger bot der Vortrag zahlreiche interessante und bislang wenig bekannte Einblicke.

KUNSTSCHÄTZE IN NEUEN PERSPEKTIVEN. Professionelle Fotografien von Bernhard Gruber, teils auch mit der Drohne aufgenommen, ermöglichten den Besuchern einen besonderen Blick auf die Kunstwerke der Kirche. Gemälde, die von den Kirchenbänken aus kaum oder gar nicht einsehbar sind, wurden auf der Leinwand vergrößert gezeigt und entfalteten so ihre ganze Wirkung. In und um die Kirche finden sich zahlreiche besondere Schätze, darunter das Taufbecken, die sogenannten „Kappler Juden“, verschiedene Kreuzdarstellungen sowie die seltene Statue des heiligen Matthias. Einzigartig ist auch die Darstellung des Königs von Bungo mit Franz Xaver, die es in dieser Form nur in Kappl gibt. „Es ist eine sehr edle und wertvolle Kirche“, lautete das Fazit des Referenten.

WACHSENDE AUSSTELLUNG. Auf insgesamt zwölf Holztafeln werden alte Ansichten der Pfarrkirche, prägende Ereignisse sowie die kürzlich abgeschlossene Restaurierung des Kirchturms präsentiert und durch informative Textpassagen ergänzt. Gestaltet wurden die Tafeln von Harald Pöll. „Wir werden sicher noch weitere Tafeln anfertigen. Es kommen laufend neue Bilder dazu“, erklärte Pöll zur Ausstellung „Unser Gotteshaus im Wandel der Zeit“. Die Ausstellung bot Raum für viele Gespräche, das Teilen von Erinnerungen und die Bestätigung mancher These. Die Ausstellung bleibt das ganze Jahr geöffnet und soll im Laufe des Jubiläumsjahres weiter wachsen.
Im Wandel der Zeit
Die Ausstellungseröffnung bot viel Gesprächsstoff. Foto: Kathrin Gruber
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„Die Kappler Juden“ von Bildhauer Johann Ladner Foto: Kathrin Gruber
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Kunstschätze regionaler Künstler prägen das Erscheinungsbild der Pfarrkirche Kappl. Foto: Bernhard Gruber

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