Artikel teilen
Artikel teilen >

Zwei Gemälde futsch

Simon Hafele wurde Opfer von Kunstbetrug

Der Künstler Simon Hafele aus Zams ist kürzlich Opfer eines vermutlich international agierenden Betrügernetzwerks geworden. Zwei seiner handgemalten Werke wurden bei einem vorgetäuschten Kunstkauf gestohlen – mit trüben Aussichten auf Klärung.
7. April 2026 | von Von Attila Haidegger
Zwei Gemälde futsch
Simon Hafele hofft, dass sein Betrugsfall aufmerksam macht und rät seinen Künstlerkollegen zur Vorsicht. Foto: Simon Hafele
Ein angeblicher Kaufinteressent aus Tschechien erklärte Simon Hafele nach ausführlichem E-Mail-Kontakt, zwei Gemälde von ihm erwerben zu wollen. Kurz darauf erhielt der Künstler eine Nachricht von der vermeintlichen Bank des Käufers, in der bestätigt wurde, dass das Geld für den Kauf „treuhänderisch hinterlegt“ sei. Als nächsten Schritt solle er die Bilder versenden und die Sendungsnummer übermitteln, um den Betrag freizugeben. „Ich leitete daraufhin den Versand über UPS ein und vereinbarte eine Abholung direkt in meinem Atelier. Die Bilder wurden tatsächlich abgeholt, noch bevor ich erneut Kontakt mit dem vermeintlichen Käufer oder der „Bank“ hatte“, so Hafele. Wie sich später herausstellte, handelte es sich bei der Bankseite jedoch um einen Fake.

„HOFFE, DASS MEIN FALL AUFMERKSAM MACHT“. Nachdem der Künstler dazu aufgefordert wurde, zusätzlich eine Aktivierungsgebühr zu zahlen, um die Überweisung abzuschließen, erkannte er den Betrug und schaltete die Polizei ein. „Wie die Täter ursprünglich auf mich aufmerksam wurden, kann ich nicht sagen. Der Kontakt erfolgte per E-Mail über meine Homepage. Der Käufer hatte mir darin Links zu den Bildern geschickt, die ihn interessierten. Ursprünglich wollte er drei Werke erwerben; eines war zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits verkauft, weshalb wir uns auf zwei Bilder einigten – zufällig die größten Werke, die ich derzeit besitze“, so der Künstler. In weiterer Folge stellte sich heraus, dass es sich bei der tschechischen Lieferadresse nicht um eine Privatadresse, sondern um eine Abholstation für Paketdienste handelte. „Es ist bitter, wenn man nicht nur das Vertrauen, sondern auch die eigenen Werke verliert“, so Simon Hafele. „Aber ich hoffe, dass mein Fall aufmerksam macht und andere Künstler vorsichtiger werden, wenn sie online verkaufen.“

SEHR ORGANISCH AUFGEBAUTER BETRUG. Die Polizei ermittelt laut Hafele aktuell noch in dem Fall. Laut den Ermittlern handle es sich um einen sehr organisch aufgebauten Betrug, bei dem die Täter über Prepaid-Handys agieren, die unmittelbar nach Abschluss der Aktion deaktiviert werden. Das LKA teilte ihm mit, dass in der Steiermark kürzlich ein ähnlicher Betrugsfall im Zusammenhang mit einem Kunstkauf (anscheinend mit den gleichen Tätern) bekannt wurde. Auch für die Polizei in Landeck war ein Vorgehen dieser Art ein neuer und eher seltener Fall, erklärte Hafele. Die Schadenssumme beträgt rund 7.400 Euro.

AUSSTELLUNG AM 2. MAI. Trotz dieses Rückschlags richtet der Künstler den Blick nach vorne. Am 2. Mai findet in Schloss Sigmundsried in Ried eine Ausstellung statt, bei der Kunstinteressierte die Gemälde direkt beim Künstler erwerben können.
Zwei Gemälde futsch
Eines der gemopsten Werke: „Viscosity“ – 180 cm x 170 cm Fotos: Simon Hafele Foto: Simon Hafele

Feedback geben

Feedback abschicken >
Nach oben
Wir verwenden Cookies, Tracking- und (Re-) Targeting-Technologien. Damit wollen wir unsere Webseite nutzerfreundlicher gestalten und fortlaufend verbessern. Wenn Sie unsere Webseite weiter nutzen, stimmen Sie dadurch der Verwendung von Cookies zu – ausgenommen sind Cookies für Google-Marketing-Produkte.
Einverstanden
Weiter ohne Google-Marketing-Produkte.
Weitere Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.