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„… stehen wir sehr gut da“

Bezirk: Konstant niedrige Arbeitslosenrate – Sommersaison stärker – ausländische Arbeitnehmer immer wichtiger

„Es läuft“ im Bezirk. Und dies dank des Tourismus, der seit einigen Jahren auch im Sommer punkten kann. Und dank der Einheimischen und ausländischer Staatsbürger, die inzwischen ein Viertel der rund 24.000 Arbeitnehmer im Bezirk ausmachen. Bevölkerungsverluste und auch der Klimawandel könnten in den nächsten Jahrzehnten aber auch zu einem Problem für den Arbeitsmarkt werden.
10. Feber 2026 | von Daniel Haueis
„… stehen wir sehr gut da“
AMS-Landeck-Leiter Gerhard Kubin (r., im Bild mit seinen Mitarbeitern Carmen Praxmarer und Andreas Kopp): 70 bis 80 Prozent der Arbeitslosen haben eine Einstellzusage. Foto: Daniel Haueis
Die Bilanz von AMS-Leiter Gerhard Kubin ist eine ebenso langjährige wie erfreuliche: „Vom Arbeitsmarkt her stehen wir sehr gut da.“ In Zahlen liest sich das so: Lag die Arbeitslosenrate im Bezirk Landeck seit 1995 meist um die 10 Prozent, ist sie ab 2022 (nach „Corona“) auf weniger als 6 Prozent gesunken und auch geblieben (während sie in Tirol und Österreich seither gestiegen ist). Das letztjährige Landecker Minus betrug 1,6 Prozentpunkte: Durchschnittlich waren 1.327 Landecker arbeitslos gemeldet. Zurückzuführen ist dies u.a. auf längere und besser gebuchte Sommersaisonen. Der Bau scheint mitunter später in die Winterpause zu gehen: Zum „Stempeln“ kommen die Hoch- und Tiefbau-Fachleute oft erst im Jänner. So weist die AMS-Statistik inzwischen fünf Monate im Jahr Vollbeschäftigung aus – das ist eine Arbeitslosenrate unter 3,5 Prozent.

EIN DRITTEL DER ARBEITNEHMER BEI GASTRO/BEHERBERGUNG UND SEILBAHN. Wichtig sind natürlich die Betriebe, die Arbeitsplätze bieten: Rund 24.000 unselbstständig Beschäftigte gibt es in Landeck – und davon arbeiten im Winter allein 6.600 in der Gastronomie und Beherbergung, im Sommer sind’s inzwischen auch schon 5.000 (nicht inkludiert sind die Gastronomiebetriebe von Seilbahnen, die insgesamt je nach Monat zwischen 900 und 2.000 Menschen beschäftigen). Gerhard Kubin diagnostiziert auch eine soziale Einstellung, gerade der Seilbahnen: Sie stellen auch Menschen mit Vermittlungseinschränkungen ein. Prekär könnte es aber noch werden, denn: „À la longue gehen uns die Arbeitskräfte aus“, muss Kubin mit Blick auf die Bevölkerungsprognose feststellen. Bis 2035 soll Landeck 10 Prozent der Bevölkerung verlieren, das sind rund 4.500 Menschen. Schon jetzt sei das Angebot an Arbeitskräften „massiv zurückgegangen“, so der AMS-Leiter. So überrascht es auch nicht, dass die Betriebe die Mitarbeiter halten wollen: Schon jetzt haben 70 bis 80 Prozent aller, die sich arbeitslos melden, eine Wiedereinstellzusage. Und es sind nicht nur offene Stellen, sondern auch offene Lehrstellen schwieriger zu besetzen.

EIN VIERTEL AUSLÄNDISCHE ARBEITNEHMER. Immer wichtiger wurden daher schon bis jetzt ausländische Arbeitnehmer: Sie machen bereits ein Viertel aller Arbeitnehmer im Bezirk aus. Und von den etwa 6.000 mit ausländischer Staatsbürgerschaft sind allein rund 4.200 in Gastro/Hotel tätig. „Personalhäuser sind ein großes Plus in Gastgewerbe und Beherbergung“, sagt Kubin – sollte der Klimawandel aber für kürzere Wintersaisonen sorgen, sei fraglich, ob man noch so viele Deutsche (im Dezember 2025 waren es 1.207), Ungarn (1.019), Slowaken (866) oder Türken (585) anlocken kann. Mitunter sind auch die betroffenen Länder nicht erfreut, wenn das AMS eine Jobbörse durchführen will: Laut der stellvertretenden AMS-Landeck-Leiterin Carmen Praxmarer können sie praktisch nur mehr in jenen Ländern veranstaltet werden, die keine Wintersaison haben und die Arbeitskräfte erst wieder im Sommer selbst benötigen. Die Saisonniers (in etwa: Nicht-EU-Bürger) helfen übrigens nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Statistik: Sie kommen bei den Beschäftigten vor – bei den Arbeitslosen aber nicht, weil sie nicht stempeln können.



24,457 Millionen Euro ausbezahlt
Das AMS Landeck hat im vergangenen Jahr 24,457 Millionen Euro nach dem Arbeitslosenversicherungsgesetz ausbezahlt (Arbeitslosengeld, Weiterbildungsgeld, Notstandshilfe u.ä.). Das ist eine Steigerung von 3,6 Prozentpunkten. Förderungen haben 391 Personen erhalten (+15 Prozent). „Das Pflegestipendium läuft weiterhin gut“, sagt Gerhard Kubin, der auch den Pflegebereich im Auge hat. Gesunken sind die Mittel für Arbeitsmarktpolitik auf 1,792 Millionen Euro (–5,4 Prozent), was allein schon den Sparzwängen des Bundes geschuldet ist. Was Unternehmen wünschen, erfuhren die 31 AMS-Landeck-Mitarbeiter (25 Planstellen) im vergangenen Jahr bei 614 Betriebsbesuchen, behilflich waren sie z.B. auch bei der Personalvorauswahl für Betriebe – immerhin 888 Mal war dies 2025 der Fall.


MeinAMS und neue Meldepflichten
Über MeinAMS kann man online auf sein AMS-Konto zugreifen. Möglich ist nach Registrierung z.B. die Arbeitslosmeldung: „Der klassische Saisonarbeitslose braucht mit MeinAMS nicht mehr ins AMS kommen“, sagt Andreas Kopp, Leiter der AMS-Abteilung Erstservice. Auf der Internetseite sind zudem Kurse zu finden, Anträge zu stellen, Stellenvorschläge zu erhalten, Auszahlungen ersichtlich, Termine einzusehen, Meldungen abzugeben u.a.m. Apropos Meldepflichten: Ein Arbeitslosengeldbezug bei geringfügiger Beschäftigung ist nun eigentlich nicht mehr möglich – Ausnahmen gibt’s noch, weshalb gegebenenfalls unbedingt der Kontakt mit dem AMS aufzunehmen ist, um dies zu klären. Unterbrechungen des Arbeitslosengeldbezuges sind nun übrigens im Vorhinein zu melden, und das Ende der Unterbrechung kann erst nachher gemeldet werden. Wer Meldepflichten verletzt, muss damit rechnen, dass AMS-Zahlungen eingestellt werden und Geld zurückgefordert wird, auch Strafanzeigen sind möglich. Meldungen sind im AMS Landeck, telefonisch oder auf der handytauglichen Seite MeinAMS möglich.

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