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Abwärtsspirale

Liste Fritz: Bettina Tschol (St. Anton) fordert Bettenstopp

Die Tourismusintensität geht am Bezirk und auch an Tirol nicht spurlos vorbei, sondern hat auch negative Auswirkungen in verschiedensten Bereichen. Eine Bettenobergrenze, so die Liste Fritz, würde einiges besser machen.
14. April 2026 | von Daniel Haueis
Abwärtsspirale
Bettina Tschol und Markus Sint: eine Bettenobergrenze als Mittel gegen tourismusbedingte Probleme Foto: Daniel Haueis
Der Bezirk Landeck trägt zur österreichischen Nächtigungsstatistik mehr als 5 Prozent bei, also gut das Zehnfache seines Einwohneranteils. Und Tirol ist touristischer Staatsmeister der Bundesländer: 50 der 157 Millionen Gästenächtigungen im Jahr 2025 wurden im „heiligen Land“ verzeichnet, also fast 32 Prozent oder fast jede dritte. Dafür braucht’s Betten und Mitarbeiter. Die Betten gibt’s in Tirol in bemerkenswerter Zahl: 355.000 sind es laut Markus Sint von der Liste Fritz. Die Mitarbeiter gibt’s schon lange nicht mehr: 70 Prozent der Tourismusmitarbeiter in Tirol, so Sint, sind Ausländer. Das trägt dazu bei, dass die Tourismusgesinnung in der Bevölkerung sinkt, da der saisonale Arbeitsmarkt für Einheimische nicht attraktiv ist, und der Tourismus weniger Wertschöpfung bringt, weil z.B. Mitarbeiterhäuser gebaut werden müssen u.a.m. Und das wiederum führt mittlerweile auch im Bezirk zu tourismusmüden Hoteliers: „Ich weiß von ganz vielen, die verkaufen wollen“, sagt GR Bettina Tschol aus St. Anton. Und: „Die Großen fressen die Kleinen“ – am Arlberg kaufen aber anscheinend zumindest Einheimische die Betriebe. Das Fazit dieser Entwicklung: mehr Verkehr in Tirol, sinkende Tourismusgesinnung, sinkende Qualität aufgrund fehlender Tiroler Gastlichkeit und Konzentration.

GEGENMITTEL BETTENSTOPP. Das Gegenmittel ist für Markus Sint und Bettina Tschol eine Bettenobergrenze: 300 beträgt sie für einzelne Hotels, aber nicht gesetzlich festgeschrieben, so Sint. Und die 355.000 Gästebetten im Land sind nach Sint zu senken – auch weil die Landesregierung selbst 330.000 wollen habe. Und das tue nicht nur der touristischen Qualität gut, sondern auch den Dörfern, denn: „St. Anton verliert Einheimische“, stellt Bettina Tschol fest, die sich zudem für mehr ganzjährigen Tourismus ausspricht – der dann auch als Arbeitgeber für die Landecker wieder attraktiv ist (Markus Sint möchte mindestens ein 50:50 bei den Mitarbeitern, In- und Ausländer). Tschol hat erst kürzlich einen ehemaligen St. Antoner im Skigebiet getroffen, der aus einem anderen Bundesland zu Besuch war: Er fühle sich nicht mehr wohl in St. Anton, so Tschol.

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