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Auf dem Abstellgleis

Zweigleisiger Ausbau im Oberland verschoben ´

Keine guten Bahnnachrichten gibt’s für das Oberland: Die Planung des zweigleisigen Ausbaus zwischen Ötztal-Bahnhof und Kronburg kann erst nach 2032 beginnen.

23. Juni 2026
Auf dem Abstellgleis
Ein Gleis liegt zwischen Ötztal-Bahnhof und Kronburg – die Planung des Ausbaus auf zwei Gleise ist vorerst einmal gestoppt. Symbolfoto: RS-Archiv
Verkehrsausschussmitglied NR Margreth Falkner dankt dem Landeshauptmann für seinen Einsatz für die Tiroler Interessen bei der ÖBB-Rahmenplanung: „Eine halbe Milliarde mehr als im vorherigen Rahmenplan ist ein starker Erfolg für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs.“ Der vorangegangene Rahmenplan beinhaltete 2,58 Milliarden Euro für Tirol – der neue bringt 2,97 Milliarden. Ins Oberland fließt nicht sonderlich viel davon: Abgesehen vom bereits in Bau befindlichen Bahnhof Schönwies, der fertiggestellt wird, werden relevantere Vorhaben verschoben.

OBERLAND IN DER KATEGORIE „SPÄTER EINMAL“. Auch NR Falkner ortet einen Wermutstropfen in ihrer Heimatregion: Der Umbau des Bahnhofs Imst-Pitztal verzögert sich, und die Planung des zweigleisigen Ausbaus im Oberland wird verschoben. Falkner vermutet in Neos-NR Dominik Oberhofer einen Hemmschuh: „Wenn ein Tiroler Abgeordneter argumentiert, dass Tirol bei den Projekten Abstriche machen muss, schwächt das auch die Verhandlungsposition des Landes.“ FPÖ-Bezirksparteiobfrau von Imst und Koordinatorin des Bezirkes Land­eck LA Gudrun Kofler brandmarkt den ÖBB-Rahmenplan als „schmutzigen Tauschhandel auf Kos­ten der Tiroler Bevölkerung“. „Der Umbau des Bahnhofs Imst-Pitztal werde um vier Jahre verschoben und die Planungen für den zweigleisigen Ausbau im Oberland vorerst komplett abgesagt. Das ist inakzeptabel und ein Verrat an den Tiroler Regionen!“, so Kofler. Die Liste Fritz kommentiert: Die Bundesregierung dürfe Tirols Bahn-Ausbau nicht gegeneinander ausspielen. Und für die Grünen sind die anstehenden Kürzungen inakzeptabel: „Tatsache ist: Wir brauchen sowohl den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke ins Tiroler Oberland als auch den Brenner-Nordzulauf durch das Unterinntal“, so Klubobmann Gebi Mair.

PLANUNGSBEGINN ERST NACH 2032. Anzumerken ist: Der geplante zweigleisige Ausbau ist u.a. in Imsterberg (durchs Wohngebiet) und in Mils (durch die Milser Au bzw. Milser Felder) nicht auf Gegenliebe gestoßen – es würde eine Tunnelvariante bevorzugt. Das könnte eine Rolle gespielt haben, als es um die aktuelle Projektauswahl gegangen ist: „Der zweigleisige Ausbau im Tiroler Oberland liegt – auch unabhängig der aktuellen finanziellen Situation – noch sehr weit in der Zukunft“, teilen die ÖBB auf RUNDSCHAU-Anfrage hin mit einem Zwischensatz mit. Die konkreten Planungen, wie ein Trassenauswahlverfahren u.ä., können „erst nach der aktuellen Rahmenplan-Periode starten“, also erst nach 2032. Damit kommt die Fahrzeitverkürzung Landeck-Innsbruck, ein halbstündiger Takt zu den Hauptverkehrszeiten und die Verbesserung der Pünktlichkeit alles andere als schnell.LR Rene Zumtobel ist aktiv geworden: „Ich habe in Wien bereits deponiert, dass es nach Abschluss der Planungen für den Bahnhof Imst/Pitztal und im Hinblick auf die nächste Überarbeitung des Rahmenplanes aus meiner Sicht unerlässlich ist, dass anschließend eine Gesamttrassenplanung für den doppelgleisigen Ausbau folgt.“


Ein Viertel für Tirol

„Der neue ÖBB-Rahmenplan sieht für Tirol bis zum Jahr 2032 drei Milliarden Euro für den Bahnausbau vor: „Damit bekommen wir über ein Viertel der österreichweiten Investitionen für den Infrastrukturausbau auf und entlang der Schiene“, sagt LR Rene Zumtobel. Der Brenner Basistunnels wie der nächste Abschnitt beim Zulauf im Unterinntal sind gesichert, auch Ausbau und Modernisierung des Innsbrucker Hauptbahnhofes, die Bahnhöfe Schönwies, Völs und Münster sind berücksichtigt wie auch die weitere Planung zur Modernisierung des Bahnhofes Imst/Pitztal, als Ausgangspunkt für einen künftigen zweigleisigen Ausbau im Tiroler Oberland.

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