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Baustelle der Superlative

Kanzelgalerie in Pfunds: Tirols derzeit größtes Bauprojekt läuft trotz herausfordernder Bedingungen nach Plan

Sicher von A nach B zu kommen ist nichts Selbstverständliches. Dass dies so gut wie menschenmöglich ist, dafür sorgt das Land Tirol. Bei der Kanzelgalerie in Pfunds an der B 180 Reschenstraße werden bis Abschluss der Arbeiten Ende 2026 unter anderem rund 23.000 Laufmeter an Pfählen, 16.000 Kubikmeter Beton und 2.300 Tonnen Betonstahl verbaut – eine Baustelle der Superlative.

29. Juli 2025
Baustelle der Superlative
​​​​​​​Die Kanzelgalerie wird 400 Meter lang sein, die Bauarbeiten sollen bis Ende 2026 fertiggestellt sein – bislang ist man im Zeitplan. Foto: Land Tirol/Christanell 
Bei der Kanzelgalerie handelt es sich um eine Baustelle mit besonders herausfordernden Rahmenbedingungen. Das steile Gelände mit teils überhängenden Wänden und Felsen in labilem Gebiet erfordert besondere Sicherheitsvorkehrungen. Seit August 2024 laufen die Arbeiten am insgesamt 800 Meter langen Baulos. Doch bevor es mit dem Bau der Galerie überhaupt losgehen konnte, mussten die steilen Felswände oberhalb des Bauloses überstiegen, beräumt und gesichert werden. Auf 850 Metern Länge wurden durchgängig fünf Meter hohe Steinschlagschutzzäune neu errichtet und die Felswände 150 Meter oberhalb der Schutzbarrieren zusätzlich mit 5.000 Quadratmetern Vernetzung gesichert. Für die Sicherungsarbeiten wurden insgesamt 4.500 Arbeitsstunden investiert, die laut Günter Guglberger, Vorstand der Abteilung Landesstraßen und Radwege beim Land Tirol, nun zum Großteil abgeschlossen sind: „Besonders herausfordernd waren die Sicherungsarbeiten in den 200 Meter hohen Felswänden und das Abtragen des großen, rund 70 Meter hohen Fels­turmes am Baulosanfang hinter dem Südportal der Tschingelsgalerie.“

AKTUELLER STAND. Derzeit laufen die Arbeiten für die Galeriefundamente auf Hochtouren. Um eine entsprechende Standsicherheit des Bauwerkes zu gewährleisten, werden diese teilweise mit bis zu 20 Meter langen Pfählen tief verankert. Bereits fertiggestellt sind die Betonarbeiten für die Portalwände im Süden des Bauloses sowie die talseitigen Stützmauern am Baulosanfang im Norden. Mit August 2025 beginnt der Aufbau des Schalwagens für das 400 Meter lange Galeriebauwerk. Dieses wird am Nordportal aufgestellt. Für den Bau werden 23.000 Laufmeter an Pfählen, 2.300 Tonnen Betonstahl und 16.000 Kubikmeter Beton verbaut.

HERAUSFORDERNDE VERKEHRSFÜHRUNG. Trotz der beengten Platzverhältnisse wird dafür gesorgt, dass der Verkehr fließen kann. Parallel zur bestehenden Straße wurde eine tieferliegende Bau­ebene errichtet. Auf dieser können die Pfähle zur Verankerung des Galeriebauwerks gebohrt werden, ohne den Verkehr immer wieder komplett anhalten zu müssen. Aktuell wird er einspurig mit Ampel geregelt. Auch längerfristig kann die Ebene genutzt werden – beispielsweise dann, wenn die Straße für weitere Arbeiten komplett gesperrt werden muss. „Damit wird die Beeinträchtigung des Verkehrs auf ein Minimum reduziert“, so Gregor Wieland, Leiter des Sachgebietes Brücken- und Tunnelbau.

MEHR SICHERHEIT FÜR EINE VERLÄSSLICHERE ANBINDUNG. Laut Straßenbaureferent LH-Stv. Josef Geisler braucht es die Kanzelgalerie. Vor allem, da die B 180 ein wichtiges Verbindungsglied in den Süden sei: „Blockstürze erreichen gerade zwischen der Tschingelsgalerie und der Kanzelkehre trotz Sicherheitsnetzes immer wieder die Fahrbahn. Die Kanzelgalerie erhöht die Sicherheit und Verfügbarkeit der Straße maßgeblich.“ Auch Bgm. Melanie Zerlauth (Pfunds) und Bgm. Helmut Spöttl (Nauders) sind sich einig: „Für unsere Gemeinden ist die B 180 unerlässlich. Sowohl unsere Bürgerinnen und Bürger als auch Gäste nutzen die Verbindung tagtäglich. Die Kanzelgalerie bringt künftig einen enormen Mehrwert für uns Einheimische aber auch für Gäste und Durchreisende.“ Die Bauarbeiten laufen bislang nach Zeitplan. Geschätzte Kosten: 39 Millionen Euro – auch das ein Superlativ.
Baustelle der Superlative
Lokalaugenschein mit Bgm. Helmut Spöttl (Nauders), LH-Stv. Josef Geisler, Bgm. Melanie Zerlauth und VBgm. Werner Mair (beide Pfunds, v. l.) RS-Foto: Haidegger
Baustelle der Superlative
Derzeit werden die Galeriefundamente errichtet. Bereits fertiggestellt sind u. a. die Betonarbeiten für die Portalwände im Süden des Bauloses. RS-Foto: Haidegger
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Unter anderem werden rund 2.300 Tonnen Betonstahl verbaut. RS-Foto: Haidegger

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