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Erfahren, renommiert und ausgezeichnet

Mirjam Zadoff aus Landeck wird Direktorin des Hauses der Geschichte Österreich

Mit 1. März 2027 übernimmt Prof. Dr. Mirjam Zadoff die Leitung des Hauses der Geschichte Österreich. Die Kompetenz der aus Landeck stammenden Historikerin und ihre Vorstellungen für die Zukunft der Institution in Wien gaben den Ausschlag.

27. Oktober 2026
Erfahren, renommiert und ausgezeichnet
Prof. Dr. Mirjam Zadoff aus Landeck leitet künftig das Haus der Geschichte Österreich. Foto: Stadt Frankfurt/Holger Menzel
Mirjam Zadoff, Jahrgang 1974, stammt aus Landeck und ist als Historikerin, Kuratorin und Autorin tätig. Sie studierte Geschichte und Judaistik in Wien, promovierte 2006 und habilitierte sich 2013 an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Anschließend unterrichtete sie Geschichte und Jüdische Studien an der Indiana University Bloomington. Seit 2018 ist sie Direktorin des NS-Dokumentationszentrums München und lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der Technischen Universität München. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen die österreichische, europäische und jüdische Geschichte, die Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust, Museums- und Erinnerungspraxis im internationalen Raum sowie zeitgemäße Formen pädagogischer Vermittlung. In Landeck zu erleben war sie zuletzt im April, als sie in der Pfadiau in Perjen aus ihrem Mutmach-Buch „Wie wir überwintern“ las. „Das Buch ist nicht wissenschaftlich, sondern erzählt Geschichten aus meinem Alltag. Es ist ein sehr persönliches Mutmach-Buch, wie man den Lebensmut durch die harten Zeiten rettet“, sagte Zadoff damals, die also nicht „nur“ Wissenschaftlerin ist.

LORBEEREN. Für die Leitungsfunktion haben sich zwölf Personen beworben, sieben Frauen und fünf Männer. Zehn Bewerbungen kamen aus Österreich, zwei aus dem Ausland. Vom wissenschaftlichen Beirat unter dem Vorsitz von Univ.-Prof. i.R. DDr. Oliver Rathkolb wurde Mirjam Zadoff erstgereiht – Rathkolb: „Mirjam Zadoff überzeugt als erfahrene, international renommierte und vielfach ausgezeichnete Kulturmanagerin und promovierte Historikerin mit einem Feuerwerk an innovativen Ideen. Unter ihrer Leitung wird das Haus der Geschichte Österreich am neuen Standort im MuseumsQuartier auch an internationaler Sichtbarkeit gewinnen.“ Generaldirektorin Mag. Michaela Mayr lobt Zadoff insbesondere, weil sie wissenschaftliche Exzellenz und internationale Vernetzung mit großer Erfahrung in der Leitung und Weiterentwicklung von Museen verbindet – und: „Mit ihr gewinnt das Haus der Geschichte Österreich eine herausragende Persönlichkeit, die historische Zusammenhänge mit den gesellschaftlichen Fragen unserer Gegenwart verbindet.“

EIN ÖSTERREICH-BILD. Mirjam Zadoff freut sich sehr auf diese große Aufgabe, auch den geplanten Neubau im MuseumsQuartier und die Entwicklung einer neuen Dauerausstellung. In den künftigen Ausstellungsräumen werde nicht nur die Geschichte der Ersten und Zweiten Republik erzählt, sondern auch die der letzten sechs bis sieben Dekaden der Monarchie und des Vielvölkerstaates. Am neuen Standort gibt es mehr Platz für Seminare und Workshops, und der geplante Veranstaltungssaal soll das Haus der Geschichte Österreich (ein eigenständiges Museum unter dem Dach der Österreichischen Nationalbibliothek) zu einem zentralen Ort der Diskussion und des Gesprächs machen. Es sind rund 3.000 qm Ausstellungs- und Vermittlungsfläche geplant. Das Haus soll Krieg, Flucht und Holocaust ebenso erzählen wie zentrale Themen der Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Zadoff will nicht nur Räume des Bewahrens und Ausstellens, sondern auch der Kommunikation, der Beziehung und des Austausches: Museen seien „Orte, an denen nicht nur die Vergangenheit, sondern auch eine gemeinsame Zukunft verhandelt wird“.
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Prof. Dr. Mirjam Zadoff aus Landeck leitet künftig das Haus der Geschichte Österreich. Foto: Stadt Frankfurt/Holger Menzel

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