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Erstes Wolfsrudel im Bezirk nachgewiesen

Vier Jungwölfe in Fiss fotografiert – Naturschützer fordern Abschuss-Stopp – Land Tirol widerspricht

Vier bei Fiss fotografierte Jungwölfe bestätigen ein Wolfsrudel im Bezirk Landeck. Genetische Untersuchungen zeigen, dass sich bereits 2025 ein Rudel im Paznaun aufgehalten hat. Ob die nun gesichteten Tiere dessen Nachwuchs sind, ist noch unklar. WWF und der Verein „Wölfe in Österreich“ fordern wegen der Jungtiere einen Abschuss-Stopp. Das Land sieht hingegen keinen Grund, bestehende Verordnungen automatisch aufzuheben.

8. September 2026
Erstes Wolfsrudel im Bezirk nachgewiesen
Genetische Untersuchungen ergaben, dass sich bereits 2025 ein Wolfsrudel im Paznaun aufgehalten hat. Laut Land Tirol handelt es sich dabei um den ersten bestätigten Nachweis eines Wolfsrudels in Nordtirol und damit auch im Bezirk Landeck. Symbolbild: KI-generiert
Im Gemeindegebiet von Fiss sind am 28. August vier junge Wölfe gesichtet und fotografiert worden. Fachleute überprüften die Aufnahmen und bestätigten die Reproduktion. Damit ist eine Reproduktion von Wölfen bzw. ein Wolfsrudel im Bezirk Landeck für das Jahr 2026 bestätigt. Bereits am 18. August hatte eine Wildkamera im Gemeindegebiet von Fließ eine Wölfin aufgenommen. Auf den Bildern war eine erkennbare Gesäugeleiste zu sehen, die auf Nachwuchs in diesem Gebiet hindeutete. Die vier Jungtiere bei Fiss bestätigten diesen Verdacht nun.

ZUORDNUNG NOCH OFFEN. Genetische Untersuchungen ergaben inzwischen, dass sich bereits 2025 ein Rudel im Paznaun aufgehalten hat. Laut Land Tirol handelt es sich dabei um den ersten bestätigten Nachweis eines Wolfsrudels im Bezirk Landeck. Ob die vier bei Fiss fotografierten Jungwölfe zu diesem Rudel gehören, lässt sich derzeit jedoch nicht beurteilen. Für eine genetische Zuordnung fehlt geeignetes Probenmaterial. Das Land hat deshalb das Monitoring verstärkt und die Jägerschaft gebeten, insbesondere nach Losungen zu suchen, Funde zu melden und Proben für weitere Untersuchungen zu sammeln. Von einem Rudel spricht man laut Land, wenn mehrere Wölfe in einem Familienverband zusammenleben oder zwischen ihnen verwandtschaftliche Beziehungen bestehen. Eine einheitlich festgelegte Mindestanzahl gebe es nicht. Normalerweise gehören einem Rudel die Elterntiere, die Welpen des aktuellen Jahres und teilweise Jungtiere aus den beiden vorangegangenen Jahren an.

FORDERUNG NACH MASSNAHMENVERORDNUNGSSTOPP. Der Verein „Wölfe in Österreich“ und der WWF fordern als Reaktion auf den „Rudel-Nachweis“, bestehende Abschussfreigaben im Bezirk Landeck auszusetzen. Der Verein verlangt insbesondere eine Überprüfung der am 13. August nach einem Rissereignis in Ischgl erlassenen 17. Maßnahmenverordnung Wolf 2026. Es müsse ausgeschlossen werden, dass ein Elterntier oder ein anderes für die Aufzucht wichtiges Rudelmitglied getötet werde, argumentiert Vereinsobmann Gerald Friedl: „Diese Prüfung muss vorher stattfinden. Ein getötetes Elterntier lässt sich nicht zurückholen.“ Der WWF fordert, die nach Angaben der Organisation drei derzeit geltenden Abschussverordnungen im Bezirk Landeck sofort auszusetzen.

LAND WIDERSPRICHT. Das Land Tirol stellt gegenüber der RUNDSCHAU klar, dass die aktuelle Reproduktion im Gemeindegebiet von Fiss und nicht im Paznaun nachgewiesen wurde. Im Paznaun ist derzeit eine Abschussverordnung in Kraft. Im Gemeindegebiet von Fiss besteht hingegen keine solche Verordnung, dort ist kein Wolf zur Entnahme freigegeben. Und: Aus dem Nachweis der Jungtiere lasse sich weder eine Verpflichtung zur Aufhebung bestehender Verordnungen noch ein generelles Entnahmeverbot in Gebieten mit Wolfsrudeln ableiten, so das Land. Bei jeder Entnahme müssten unabhängig von einem aktuellen Jungtiernachweis die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Dazu würden insbesondere die Weidgerechtigkeit und der Muttertierschutz gemäß des Tiroler Jagdgesetzes zählen. Das Erlegen führender Muttertiere ist – wie z.B. auch beim Rotwild – daher untersagt.



 

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