„Es geht ein interessantes Zeitfenster auf“
Bezirk: Bankvorstand Roger Klimek sieht gute Vorzeichen für die Schaffung von Wohneigentum
Auch wenn der Geist der strengen Kreditvergabe-Richtlinien eigentlich noch herrscht, ist’s nun wohl einfacher, sich Wohnraum zu schaffen. Bankfachmann Roger Klimek, Bezirksausschussmitglied der Wirtschaftskammer Landeck, macht jedenfalls Mut: Es schaut für Kaufinteressenten gut aus.
8. Juli 2025
Dir. Roger Klimek: „Aus meiner Sicht geht für alle Kaufinteressenten die nächsten 12 bis 24 Monate ein interessantes Zeitfenster auf, das aus heutiger Sicht ein guter Moment für die Schaffung von Wohnraum zu sein scheint.“ Foto: Lisa Immler Photography
Die Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmenverordnung (kurz: KIM-V) ist am 30. Juni ausgelaufen, seit 1. Juli gibt es nur mehr eine davon abgeleitete Verhaltensempfehlung für Kreditinstitute. Die Eckpfeiler kennt man im Wesentlichen von der KIM-V: Der Kreditbetrag ist maximal 90 Prozent des Immobilienwertes, für den Schuldendienst dürfen höchstens 40 Prozent des Jahresnettoeinkommens aufgewendet werden, und die Laufzeit der Wohnbaufinanzierung darf maximal 35 Jahre betragen. Fazit: Die Jubelschreie bei Banken und Kunden halten sich in Grenzen, weil das Wesen der KIM-V irgendwie erhalten bleibt. Zudem sind Banken verpflichtet, pro Quartal alle neuen Wohnbaukredite zu melden. Wenn es bei diesen Meldungen mehr als 20 Prozent Ausnahmen von den genannten Kriterien gibt, wird die Aufsicht bei der betroffenen Bank nachschauen, ob es ein systemisches Risiko gibt. Und das kostet dann Geld, denn für Banken sind diese quartalsmäßigen Meldungen mit einem erheblichen bürokratischen Aufwand verbunden. Nachdem es bei privaten Wohnbaufinanzierungen in Österreich nur sehr wenige Kreditausfälle gibt, sieht Dir. Roger Klimek, MBA, Bezirksausschussmitglied der Wirtschaftskammer Landeck und Vorstand der Raiffeisenbank Oberland-Reutte, dies als „nicht zielführend“ an. „Aus meiner Sicht besteht keine Notwendigkeit einer solchen Verhaltensempfehlung, haben doch die Banken höchstes Eigeninteresse, verliehenes Geld zur Gänze wieder zurückzubekommen. Darum werden Banken Kredite grundsätzlich nur an die Personen vergeben, die nach aktueller Beurteilung nachhaltig in der Lage sind, den Kredit auch zu bezahlen“, so Roger Klimek. Und: Potenziellen Wohnungskäufern oder Hausbauern kann er nun wieder Mut machen.
WOHNRAUM FÜR KAUFINTERESSENTEN ETWAS LEISTBARER GEWORDEN. „Seit der damaligen Einführung der nun ausgelaufenen KIM-V haben sich die Rahmenbedingungen für aktuelle Wohnbauvorhaben wieder deutlich verbessert“, sagt Klimek. Wohneigentum ist in Österreich in rund zwei Jahren im Schnitt um 5% günstiger geworden (Immobilienpreisindex der Österreichischen Nationalbank). Leistbarer sind Immobilien zudem, weil die Tariflöhne und -gehälter im gleichen Zeitraum stark gestiegen sind, sodass Wohneigentum in realer Rechnung sogar um 17% günstiger geworden ist, wie Roger Klimek vorrechnet (Raiffeisen Research Bericht „Fokus Immobilien“). Zudem spricht für Eigentum, dass Mieten u.a. durch die verminderte Bautätigkeit im Lande und die damit verbundene Verknappung von Wohnraum gestiegen sind: „Das bedeutet, dass Wohnraum für alle Kaufinteressenten etwas leistbarer geworden ist, wenn in Tirol auch auf generell hohem Preisniveau“, sagt der Fachmann. Hinzu kommt, dass jetzt der 3-Monats-Euribor bereits unter 2% gefallen ist, was Kreditnehmer ebenfalls begünstigt. „Auch bei Fixzinskrediten gibt es attraktive Angebote“, sagt Klimek. Seine Prognose und Empfehlung: „Aus meiner Sicht geht für alle Kaufinteressenten die nächsten 12 bis 24 Monate ein interessantes Zeitfenster auf, das aus heutiger Sicht ein guter Moment für die Schaffung von Wohnraum zu sein scheint. Vor allem, wenn man noch in einer Mietwohnung lebt und die erforderlichen Eigenmittel für einen Kauf aufbringen könnte.“
Und: Die regionalen Banken sind bereit, auch wenn der Geist der abgelaufenen KIM-V durch die Verhaltensempfehlung der Finanzmarktaufsicht noch nachklingen wird. Sie sind, so Dir. Roger Klimek, MBA, dennoch in der Lage, alle Wohnraumschaffenden mit den aktuellen Rahmenbedingungen gut zu unterstützen. Und falls das im Einzelfall nicht machbar sein sollte, dann ist das in der Regel auch zum Schutze des Kreditinteressenten.
WOHNRAUM FÜR KAUFINTERESSENTEN ETWAS LEISTBARER GEWORDEN. „Seit der damaligen Einführung der nun ausgelaufenen KIM-V haben sich die Rahmenbedingungen für aktuelle Wohnbauvorhaben wieder deutlich verbessert“, sagt Klimek. Wohneigentum ist in Österreich in rund zwei Jahren im Schnitt um 5% günstiger geworden (Immobilienpreisindex der Österreichischen Nationalbank). Leistbarer sind Immobilien zudem, weil die Tariflöhne und -gehälter im gleichen Zeitraum stark gestiegen sind, sodass Wohneigentum in realer Rechnung sogar um 17% günstiger geworden ist, wie Roger Klimek vorrechnet (Raiffeisen Research Bericht „Fokus Immobilien“). Zudem spricht für Eigentum, dass Mieten u.a. durch die verminderte Bautätigkeit im Lande und die damit verbundene Verknappung von Wohnraum gestiegen sind: „Das bedeutet, dass Wohnraum für alle Kaufinteressenten etwas leistbarer geworden ist, wenn in Tirol auch auf generell hohem Preisniveau“, sagt der Fachmann. Hinzu kommt, dass jetzt der 3-Monats-Euribor bereits unter 2% gefallen ist, was Kreditnehmer ebenfalls begünstigt. „Auch bei Fixzinskrediten gibt es attraktive Angebote“, sagt Klimek. Seine Prognose und Empfehlung: „Aus meiner Sicht geht für alle Kaufinteressenten die nächsten 12 bis 24 Monate ein interessantes Zeitfenster auf, das aus heutiger Sicht ein guter Moment für die Schaffung von Wohnraum zu sein scheint. Vor allem, wenn man noch in einer Mietwohnung lebt und die erforderlichen Eigenmittel für einen Kauf aufbringen könnte.“
Und: Die regionalen Banken sind bereit, auch wenn der Geist der abgelaufenen KIM-V durch die Verhaltensempfehlung der Finanzmarktaufsicht noch nachklingen wird. Sie sind, so Dir. Roger Klimek, MBA, dennoch in der Lage, alle Wohnraumschaffenden mit den aktuellen Rahmenbedingungen gut zu unterstützen. Und falls das im Einzelfall nicht machbar sein sollte, dann ist das in der Regel auch zum Schutze des Kreditinteressenten.
Daniel Haueis





