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„Für viele Orte wird das eine massive Belastung“

Fernpass-Landeck-Vinschgau: eine neue Transitroute? Mehrbelastung auch für das Stanzertal?

Die Grünen in Tirol und Südtirol sehen ein „klares Indiz“ für eine neue Transitroute über den Fernpass, durch den Bezirk Landeck und über den Reschen in den Vinschgau. KO Gebi Mair befürchtet zudem für das Stanzertal eine höhere Verkehrsbelas­tung.

14. Juli 2026
„Für viele Orte wird das eine massive Belastung“
Der Fernpasstunnel, die Schlossgalerie bei Landeck (Foto vom April 2021 während des Baus), die Unterführung in Prutz, die Kanzelgalerie zwischen Pfunds und Nauders oder die Umfahrung in Rabland im Vinschgau machen die Strecke sicherer, aber auch attraktiver. RS-Foto: Archiv
Die Demonstration gegen den Verkehrskollaps am Fernpass weckte auch in Südtirol reges Interesse, denn: „… wer über den Fernpass fährt, biegt gerne über den Reschenpass ab und fährt durch das Vinschgau. Dort leidet die Bevölkerung ebenso unter massiver Verkehrsbelastung“, sagt die Südtiroler Grünen-LA Madeleine Rohrer. Bis zu 17.000 Fahrzeuge täglich seien in Rabland gezählt worden, und angesichts des massiven Straßenausbaus in Südtirol sehen die Grünen ein klares Indiz für eine neue Transit­route durch die Alpen. „Südtirol hat in den letzten Jahren kräftig in den Straßenausbau investiert: Die 130 Millionen Euro teure Umfahrung ­Kastelbell wurde gerade eröffnet, weitere 75 Millionen fließen in die Umfahrung Rabland“, berichtet Madeleine Rohrer.

BLEIBT LKW-FAHRVERBOT? Eine ähnliche Diagnose stellen die Tiroler Grünen: Auf Tiroler Seite werde nicht minder in den Straßenbau investiert. Auf der Reschenstraße werde die Kanzelgalerie um 40 Millionen Euro errichtet, und am Fernpass komme mit dem 600 Millionen Euro teuren Scheiteltunnel und dem Ausbau des Lermooser Tunnels eine Attraktivierung für den Auto- und Schwerverkehr. „Wenn alle Streckenabschnitte fertig sind, zieht diese Nord-Süd-Verbindung noch mehr Verkehr an. Maut hin oder her. Und die Gefahr, dass das 7,5-Tonnen-Limit am Fernpass fällt, ist real. Wenn die Straße einmal ausgebaut ist, wird das Lkw-Fahrverbot früher oder später fallen“, warnt Verkehrssprecher Gebi Mair. Ein derartiges Fahrverbot im Vinschgau gebe es erst gar nicht. „Fällt das Fahrverbot am Fernpass, entsteht hier eine für Frächter sehr günstige Alternative am niederrangigen Straßennetz“, warnen die Grünen unisono. Das bedeute noch mehr Konkurrenz für die Schiene und noch mehr Belastung für die Einheimischen.

KO MAIR WARNT VOR BELASTUNGEN FÜR DEN BEZIRK LANDECK. Und Gebi Mair befürchtet noch mehr: „Ich warne nur ungern, aber: Kommt die Maut, kommen auch Mautflüchtlinge ins Stanzertal, den Landecker Talkessel und das Obere Gericht. Für den Bezirk Landeck wird der Durchzugsverkehr also mit dem Fernpasstunnel nicht weniger, sondern mehr. Denn von Stuttgart zum Gardasee ist es über den Fernpass gleich schnell wie von Vorarlberg kommend“, sagt Mair. Und der Straßenausbau durch die Asfinag werde sein Übriges dazu beitragen. Wenn die Maut im Außerfern in Kraft ist und höher ausfällt als durch den Arlbergtunnel, sei davon auszugehen, dass Autoreisende aus dem Südwesten Deutschland vermehrt den Arlberg ansteuern werden und dann weiter über den Reschenpass nach Italien fahren. Für viele Orte von Tösens über Pfunds bis Nauders wird das eine massive Belastung sein. Begünstigt werde das auch durch die Umfahrungen im Vinschgau. „Dann wird es Abfahrtsverbote brauchen, dann wird Transit kommen – wir kennen die Spirale. Auch deswegen sind wir gegen die Millionenausgaben der Landesregierung in den Straßenausbau … alle Straßenerweiterungen, die die Einheimischen belasten, lehnen wir ab.“

BAHN STATT STRASSE. Die Grünen sind sich dies- und jenseits des Reschens einig: „Hört auf, die Straße noch attraktiver zu machen und den Verkehr anzulocken. Die Menschen wollen endlich wieder etwas Lebensqualität vor der Haustüre und nicht Lärm und Abgase“, so Mair. Statt in die Straßenattraktivierung solle in die Bahn als Alternative investiert werden. In Tirol durch einen Bahntunnel ins Inntal, auf Vinschgauer Seite durch die Idee der Vinschgerbahn – und die Reschenbahn. „Der Vinsch­gau darf nicht zur Ausweichroute werden. Straßen entlasten wir nur, indem wir gute Alternativen schaffen“, so die beiden Grünen Politiker.
„Für viele Orte wird das eine massive Belastung“
LA Gebi Mair: „Wenn alle Streckenabschnitte fertig sind, zieht diese Nord-Süd-Verbindung noch mehr Verkehr an. Maut hin oder her.“ Foto: gruene

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