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HNO-Arzt wird gesucht

Dr. Reisigl geht – HNO-Stelle in Landeck ausgeschrieben

Nach der weiterhin offenen Nachfolge bei der Augenarztstelle steht die Region Landeck vor der nächsten Herausforderung: HNO-Facharzt Dr. Franz Reisigl beendet Ende 2026 seine Tätigkeit am Krankenhaus St. Vinzenz Zams. Auch seine Kassenpraxis steht vor einem Wechsel. Die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits seit mehr als einem Jahr – bislang ohne Erfolg.

6. Oktober 2026
HNO-Arzt wird gesucht
HNO-Versorgung in Landeck – Dr. Franz Reisigl steht vor dem Abschied. Foto: KI-generiert
In der Region Landeck wächst damit die Sorge vor einer weiteren Lücke in der fachärztlichen Versorgung. Erst im Frühjahr 2026 wurde die Augenarztpraxis von Dr. Gerhard Walter nach der kurzen Tätigkeit seines Nachfolgers erneut geschlossen. Zuvor waren rund 30 Ausschreibungen notwendig gewesen, ehe mit Priv.-Doz. Dr. med. Siegfried Mariacher im Oktober 2024 ein Nachfolger gefunden werden konnte. Die Kassenstelle ist inzwischen wieder vakant und wurde bereits mehrmals ausgeschrieben. Auch Dr. Walter setzt sich nach wie vor intensiv für eine Nachfolge ein und versucht, Landeck für potenzielle Interessenten attraktiv zu machen.

REISIGL GEHT. Nun zeichnet sich eine ähnliche Herausforderung im Bereich der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde ab. Dr. Franz Reisigl wird seine Tätigkeit am Krankenhaus St. Vinzenz Zams mit Ende 2026 beenden. Auch seine niedergelassene Tätigkeit in Landeck steht vor dem Ende. „Ein HNO-Arzt, der gleichzeitig im Krankenhaus tätig ist und eine eigene Kassenpraxis führt, steht über viele Jahre hinweg vor einer enormen Doppelbelastung“, erklärt Reisigl. Beide Tätigkeiten würden ein hohes Maß an zeitlichem Einsatz, Verantwortung und persönlicher Verfügbarkeit erfordern. Eine solche Doppelbelastung über viele Jahre hinweg hinterlasse unweigerlich ihre Spuren und gehe an die Substanz.

HNO AM KRANKENHAUS. Am Krankenhaus Zams ist Reisigl als HNO-Facharzt und Leiter des Fachschwerpunktes tätig. Zu seinen Aufgaben gehören stationäre Behandlungen und Operationen. Derzeit arbeiten dort drei HNO-Fachärzte. Sein Ausscheiden bedeutet für die verbleibenden Ärzte zusätzliche Aufgaben. Eine Einschränkung des medizinischen Leistungsangebots sei derzeit nicht vorgesehen, erklärt die Krankenhausleitung. Bei nicht akuten Behandlungen und Untersuchungen könne es jedoch zu längeren Warte- und Terminzeiten kommen. Die Versorgung akuter Patienten bleibe unberührt. Eine HNO-Ambulanz gibt es am Krankenhaus laut Krankenhausleitung nicht. Die ambulante HNO-Versorgung erfolgt ausschließlich im niedergelassenen Bereich.

HNO-NACHFOLGE LÄUFT. Die Nachfolge für Dr. Reisigls HNO-Stelle am Krankenhaus St. Vinzenz Zams ist bereits ausgeschrieben. Zusätzlich wird über das fachärztliche Netzwerk nach Interessenten gesucht. Der ärztliche Direktor des Hauses, MR Primar Univ.-Prof. Dr. Wöll, hat bereits Gespräche mit Verantwortlichen anderer HNO-Abteilungen in Tirol geführt. Auch Reisigl selbst steht mit potenziellen Interessenten für die Übernahme seiner Praxis in Kontakt. Bei entsprechendem Interesse wäre auch eine zusätzliche Tätigkeit am Krankenhaus Zams möglich. „Die Nachbesetzung von HNO-Fachärzten ist nicht nur in der Region, sondern österreichweit eine Herausforderung. Umso wichtiger ist es, frühzeitig und auf mehreren Ebenen nach einer geeigneten Nachbesetzung zu suchen“, betont die Krankenhausleitung.

KASSENSTELLE OFFEN. Die HNO-Kassenstelle von Dr. Reisigl ist in der Ausschreibung Nr. 4/2026 der Ärztekammer Tirol vom 17. September 2026 bereits zur Besetzung ab 1. Jänner 2027 für ÖGK, BVAEB und SVS ausgeschrieben. Reisigl bestätigt, die Stelle mit Jahresende gekündigt zu haben. Er will zunächst abwarten, wie die Suche vorankommt: „Jetzt schaue ich einmal, wie die Reaktionen auf die Bemühungen sind und wie sich die Situation entwickelt. Und dann werde ich entscheiden, wie lange ich bleiben werde.“ Längstens will er bis Ende 2027 weiterarbeiten.


Zweite HNO-Kassenstelle für Landeck ab 2028

Für Landeck ist ab 2028 eine zusätzliche HNO-Kassenstelle vorgesehen. Das bestätigt die ÖGK im Rahmen des Regionalen Strukturplans Gesundheit (RSG) Tirol 2030. Die neue Stelle soll einen erwarteten Mehrbedarf abdecken und die HNO-Versorgung in der Region verbessern. Angesiedelt wird sie direkt in Landeck.
Davon zu unterscheiden ist die bestehende Kassenstelle von HNO-Facharzt Dr. Franz Reisigl. Er hat diese mit Jahresende gekündigt, will aber längstens bis Ende 2027 weiterarbeiten. „Jetzt schaue ich einmal, wie sich die Situation entwickelt“, sagt Reisigl und will danach über sein weiteres Vorgehen entscheiden. Die ÖGK zeigt sich zuversichtlich, eine Nachfolge zu finden.
Der RSG Tirol 2030 wurde laut ÖGK auf Bezirksebene geplant. Grundlage war ein fundiertes und objektives Planungsmodell der Gesundheit Öster­reich GmbH (GÖG), mit dem analysiert wurde, wo zusätzliche Kassenstellen notwendig sind. Damit sei sichergestellt, dass alle Tiroler Bezirke ausreichend berücksichtigt und mit Kassenstellen versorgt werden – damit eine medizinische Versorgung in Richtung Innsbruck nicht eintritt.
Mit der zusätzlichen Kassenstelle soll die HNO-Versorgung in Landeck langfristig gestärkt werden. Gleichzeitig steht die Region vor der Herausforderung, sowohl für die bestehende Reisigl-Stelle als auch für die zusätzliche Position ab 2028 geeignete Fachärzte zu gewinnen.

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