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Kaum Bewerber in Landeck

Zwei Bewerbungen für die PVE, keine für Kassenstellen

Während für die geplante Primärversorgungseinheit in Landeck zwei Bewerbungen eingelangt sind, lagen der Tiroler Ärztekammer für fünf ausgeschriebene Kassenstellen im Bezirk bis zum 8. Oktober noch keine Bewerbungen vor. Die anhaltenden Versorgungslücken und der angekündigte Rückzug von HNO-Facharzt Dr. Franz Reisigl rücken den Ärztemangel erneut in den Fokus.

13. Oktober 2026
Kaum Bewerber in Landeck
Zwei Bewerbungen für die Primärversorgungseinheit werden von der ÖGK geprüft. Foto: KI-generiert
Am 17. September schrieb die Tiroler Ärztekammer fünf Kassenplanstellen im Bezirk Landeck aus. Neben einer Augenarzt- und einer HNO-Stelle in Landeck betrifft dies drei allgemeinmedizinische Stellen in St. Anton, Galtür und Pians. Die Bewerbungsfrist endete am 8. Oktober. Wie lange die Versorgungslücken bereits bestehen, zeigt ein Blick auf die Allgemeinmedizin: In St. Anton ist die Stelle nach Dr. Markus Sprenger seit 30. Juni 2023 unbesetzt. In Galtür und Pians sind die Stellen nach Dr. Benjamin Lechner bzw. Dr. Richard Antwi bereits seit 31. März 2022 vakant. Auf Anfrage teilte die Ärztekammer am 8. Oktober mit, dass bis dahin keine Bewerbungen eingelangt waren. Da für die Einhaltung der Frist der Poststempel zählt, könnten noch fristgerecht abgeschickte Bewerbungen nachträglich eintreffen.

ZUSÄTZLICHE HNO-STELLE. Auch in der fachärztlichen Versorgung bestehen Herausforderungen. Die Augenarztstelle in Landeck ist seit April 2026 unbesetzt. Trotz wiederholter Ausschreibungen konnte bislang keine Nachfolge gefunden werden. Es handelt sich dabei um die einzige Kassenstelle für Augenheilkunde im Bezirk. Auch bei der HNO-Versorgung steht eine Veränderung bevor: Dr. Franz Reisigl hat angekündigt, sich mittelfristig aus der aktiven Tätigkeit zurückziehen zu wollen. Zunächst möchte er abwarten, wie sich die Suche nach einer Nachfolge entwickelt. Längstens bis Ende 2027 will er seine Praxis weiterführen. Auch Reisigl selbst bemüht sich bereits seit rund einem Jahr um eine Nachfolge für seine Praxis. Die nun ausgeschriebene HNO-Kassenstelle ist allerdings eine zusätzliche Planstelle und nicht Reisigls bestehende Stelle. Ursprünglich war die Stelle im Regionalen Strukturplan Gesundheit Tirol 2030 für 2028 vorgesehen. Nun wurde sie vorgezogen und von der ÖGK zur Ausschreibung durch die Tiroler Ärztekammer freigegeben.

ZWEI BEWERBUNGEN. Bei der geplanten Primärversorgungseinheit in Landeck fällt die erste Bilanz positiver aus. Die ÖGK bestätigte am 9. Oktober, dass nach Ende der Ausschreibungsfrist am 2. Oktober zwei Bewerbungen eingelangt sind. Diese werden nun geprüft und bewertet. Weitere Angaben zum laufenden Verfahren machte die ÖGK vorerst nicht. Die PVE soll direkt in Landeck entstehen und nach Möglichkeit 2027 den Betrieb aufnehmen. Vorgesehen sind drei volle Stellen für Allgemeinmedizin. Die seit 30. Juni 2020 unbesetzte Kassenstelle von Dr. Stefan Tiefenbrunn soll in das neue Versorgungsmodell integriert werden. Ergänzt werden soll das ärztliche Team durch Pflege- und Assistenzpersonal sowie weitere Gesundheits- und Sozialberufe, darunter Physiotherapie, Logopädie, Sozialarbeit und klinische Psychologie bzw. Psychotherapie. Vorgesehen sind Mindestöffnungszeiten von 50 Stunden pro Woche, von Montag bis Freitag. Ziel ist eine breitere und besser koordinierte hausärztliche Versorgung.
Ob die beiden Bewerbungen eine rasche Umsetzung der PVE ermöglichen und sich für die übrigen offenen Kassenstellen noch Interessenten finden, bleibt abzuwarten. Entscheidend wird sein, ob aus den Ausschreibungen möglichst bald konkrete Verbesserungen für die medizinische Versorgung im Bezirk entstehen.

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