„Nicht selektiv ausbauen“
LR Zumtobel für Gesamtplanung des zweigleisigen Ausbaus im Oberland
2. Juni 2026 | von
Daniel Haueis
Im Bahnhof Schönwies, der derzeit umgebaut wird, liegen zwei Gleise – zwischen Ötztal-Bahnhof und Kronburg ansonsten meist nicht. Foto: Daniel Haueis
Eine besondere Herausforderung bei der derzeitigen Erneuerung des Bahnhofs Schönwies, aber natürlich generell für den Bahnbetrieb in Tirol ist die eingleisige Bahnstrecke im Oberland.Bekanntlich wurde noch unter Schwarz-Grün in Tirol die Idee des selektiven Ausbaus geboren: Zwei Stellen zwischen Ötztal-Bahnhof und Kronburg sollen zweigleisig werden, wodurch ein Fahrzeitgewinn von acht Minuten zwischen Landeck und Innsbruck zu erzielen sei. Auch ein halbstündiger Takt zu den Hauptverkehrszeiten und die Verbesserung der Pünktlichkeit seien dadurch zu erreichen. Der nunmehrige Verkehrs-Landesrat und Bahnfachmann René Zumtobel sieht dies anders: „Für den Abschnitt Ötztal-Bahnhof–Kronburg wäre eine Generalplanung wichtig“ – er ist nicht dafür, diesen Streckenabschnitt selektiv auszubauen. Nach Vorliegen der Planung könne dann unter Einbindung der Bevölkerung über die Trasse entschieden werden. „Wir müssen dranbleiben“, sagt Zumtobel, der weiß, wie schnell Geld zu Projekten in anderen Bundesländern abfließen kann. Da im Oberland Widerstand gegen eine Bahntrasse durch die Milser Au besteht (wie sie die ÖBB schon ins Auge gefasst hatten, da die derzeitige auf der anderen Innseite sehr beengt ist), ist’s wohl schwierig, in „Wien“ mit einer Stimme aufzutreten: „Wenn wir uns nicht einigen, wandert das Geld woanders hin“, so der Landesrat. Zumtobel hofft, dass zumindest die Trassenentscheidung noch in seiner Amtszeit als Verkehrs-Landesrat fällt.