Oben Hochbetrieb
Die Almsaison hat begonnen: Vieh gibt’s, auch Almpersonal, bald einmal Käse und vielleicht auch Wölfe
Die meisten Almauftriebe im Bezirk Landeck haben am ersten Juniwochenende stattgefunden. Die Bedingungen auf den Almen sind durchwegs sehr gut.
16. Juni 2026
Almauftrieb am 6. Juni auf der Alpe Dias in der Gemeinde Kappl mit saftigem Grün und Schneeresten. Foto: Johannes Reinalter
Futter gibt’s auch in den oberen Stockwerken Tirols: Noch zeitgerechte Niederschläge haben dafür gesorgt, dass frisches Gras in ausreichender Menge vorhanden ist. „Mancherorts ist jedoch das enorme Niederschlagsdefizit vom Winterhalbjahr durch das Ausbleiben von Bachläufen zu beobachten“, schränkt Peter Frank ein. Der Leiter der Bezirkslandwirtschaftskammer Landeck ist seit 18. Mai auch Geschäftsführer des Tiroler Almwirtschaftsvereins, dessen Obmann Elmar Monz aus Nauders ist. Die Almverantwortlichen werden auch nicht von Personalsorgen geplagt: Es wurde wieder überall qualifiziertes und motiviertes Personal gefunden, „wobei gerade dieser Punkt immer eine sehr große Herausforderung ist“, wie Frank anmerkt. Und auch Vieh ist vorhanden: Die Auftriebszahlen sind bei den meisten Almen auf dem Niveau der Vorjahre. Rückgänge hat es (bereits im letzten Jahr) im Bereich der TBC-Sonderuntersuchungsgebiete und der -Sonderüberwachungsgebiete gegeben. Betroffen sind insbesondere größere Jungviehalmen, weil alle Tiere, die dort gealpt werden, erst nach Vorlage eines negativen TBC-Einzeltiertestes über die Herbstversteigerungen vermarktet werden können, damit frühestens ab 24./25. November.
EIGENVERANTWORTUNG. Der Todesfall nach einer Kuhattacke auf einer Osttiroler Alm hat für Aufregung gesorgt: „Aufgrund des sehr tragischen Vorfalls in Osttirol haben wir auf der Bauernkammer vermehrt Anfragen von den Almbewirtschaftern und den Tourismusverantwortlichen bekommen“, berichtet Peter Frank. Die Verantwortlichen kümmern sich sehr sorgfältig um die Positionierung von Hinweistafeln und die Bekanntmachung der Verhaltensregeln, aber: „Es ist wichtig, Absperrungen/Zäune, Verhaltensregeln und Hinweistafeln im Umgang mit dem Weidevieh zu beachten, um Unfälle zu vermeiden. Dem Vieh muss einfach immer mit Respekt begegnet werden bzw. besser gesagt, sind nötigenfalls Ausweichrouten zu wählen“, sagt Frank.
BEDEUTUNGEN DER ALM. „Trotz all der Herausforderungen überwiegen die sehr positiven Signale und Funktionen, die mit der Almwirtschaft verbunden sind“, sagt Peter Frank. Die Almwirtschaft sei eine Produktionsgrundlage für die Bergbauern und verbinde die gesamte ländliche Bevölkerung, Einheimische und Gäste gleichermaßen. „Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, auf unsere Almen zu schauen“, stellt der Landwirtschaftskammer-Leiter fest. Er will die Bedeutung der alpinen Kulturlandschaft mit gemeinsamen Projekten noch stärker ins Bewusstsein rücken: Almpflegetage für Freiwillige, die Almbegegnung der Terra Raetica im vorderen Paznaun, ein Almseminar für Interessierte im Kaunertal und der Almkäseanschnitt am Frischemarkt sind Ideen, die die Alm ins Zentrum rücken. Manchem wird’s wie Peter Frank selbst gehen: „Ich freue mich schon auf den weltbesten Almbutter und Almkäse, den es dann bald einmal zum Genießen gibt.“
„Auszäunen von Wölfen schlichtweg unmöglich“
Die Bedrohung durch große Beutegreifer ist inzwischen permanent vorhanden. Das Auszäunen von Wölfen sei unmöglich, deswegen sei die Jagdgesetznovelle, die nun eine schnelle Entnahme von Risikowölfen und Schadwölfen ermöglicht, ein guter Schritt für die Alm- und Berglandwirtschaft. „Das Überwinden von hohen Zäunen ist für einen Wolf kein Problem. Was tatsächlich wolfsicheres Zäunen heißt, habe ich mir zuletzt im Alpenzoo in Innsbruck angeschaut. Auch das Bärengehege habe ich besucht und ich kann Aussagen, dass von einem Bären keine Gefahr ausgeht, wahrlich nicht nachvollziehen“, erklärt Peter Frank. Der Bär, der anscheinend in Ried sesshaft ist, liefere immer wieder Spuren seiner Raubtiereigenschaft und sei eine Bedrohung insbesondere für das Almpersonal, das bei Nebel und Regen, Tag und Nacht unterwegs sein muss.
EIGENVERANTWORTUNG. Der Todesfall nach einer Kuhattacke auf einer Osttiroler Alm hat für Aufregung gesorgt: „Aufgrund des sehr tragischen Vorfalls in Osttirol haben wir auf der Bauernkammer vermehrt Anfragen von den Almbewirtschaftern und den Tourismusverantwortlichen bekommen“, berichtet Peter Frank. Die Verantwortlichen kümmern sich sehr sorgfältig um die Positionierung von Hinweistafeln und die Bekanntmachung der Verhaltensregeln, aber: „Es ist wichtig, Absperrungen/Zäune, Verhaltensregeln und Hinweistafeln im Umgang mit dem Weidevieh zu beachten, um Unfälle zu vermeiden. Dem Vieh muss einfach immer mit Respekt begegnet werden bzw. besser gesagt, sind nötigenfalls Ausweichrouten zu wählen“, sagt Frank.
BEDEUTUNGEN DER ALM. „Trotz all der Herausforderungen überwiegen die sehr positiven Signale und Funktionen, die mit der Almwirtschaft verbunden sind“, sagt Peter Frank. Die Almwirtschaft sei eine Produktionsgrundlage für die Bergbauern und verbinde die gesamte ländliche Bevölkerung, Einheimische und Gäste gleichermaßen. „Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, auf unsere Almen zu schauen“, stellt der Landwirtschaftskammer-Leiter fest. Er will die Bedeutung der alpinen Kulturlandschaft mit gemeinsamen Projekten noch stärker ins Bewusstsein rücken: Almpflegetage für Freiwillige, die Almbegegnung der Terra Raetica im vorderen Paznaun, ein Almseminar für Interessierte im Kaunertal und der Almkäseanschnitt am Frischemarkt sind Ideen, die die Alm ins Zentrum rücken. Manchem wird’s wie Peter Frank selbst gehen: „Ich freue mich schon auf den weltbesten Almbutter und Almkäse, den es dann bald einmal zum Genießen gibt.“
„Auszäunen von Wölfen schlichtweg unmöglich“
Die Bedrohung durch große Beutegreifer ist inzwischen permanent vorhanden. Das Auszäunen von Wölfen sei unmöglich, deswegen sei die Jagdgesetznovelle, die nun eine schnelle Entnahme von Risikowölfen und Schadwölfen ermöglicht, ein guter Schritt für die Alm- und Berglandwirtschaft. „Das Überwinden von hohen Zäunen ist für einen Wolf kein Problem. Was tatsächlich wolfsicheres Zäunen heißt, habe ich mir zuletzt im Alpenzoo in Innsbruck angeschaut. Auch das Bärengehege habe ich besucht und ich kann Aussagen, dass von einem Bären keine Gefahr ausgeht, wahrlich nicht nachvollziehen“, erklärt Peter Frank. Der Bär, der anscheinend in Ried sesshaft ist, liefere immer wieder Spuren seiner Raubtiereigenschaft und sei eine Bedrohung insbesondere für das Almpersonal, das bei Nebel und Regen, Tag und Nacht unterwegs sein muss.
Daniel Haueis 





