Selten, aber möglich
Drei Kinder im Bezirk aktuell im „Homeschooling“
3. März 2026 | von
Von Attila Haidegger
Drei Kinder werden aktuell im Bezirk zu Hause unterrichtet, die Prüfung am Ende des Schuljahres hat es in sich. Foto: stock.adobe.com/dinatychynska (KI-generiert)
Im aktuellen Schuljahr werden im Bezirk Landeck zwei Kinder der Primarstufe (Volksschule) und eine Schülerin der Sekundarstufe (Mittelschule) von ihren Eltern zu Hause unterrichtet. Voraussetzung dafür ist, dass der häusliche Unterricht jenem an einer öffentlichen Schule mindestens gleichwertig ist. Zudem muss er der Bildungsdirektion Tirol gemeldet werden, die ihn gegebenenfalls auch untersagen kann. Im Vorhinein müssen Eltern ein beratendes Gespräch mit der Schulqualitätsmanagerin – in Landeck ist das Dipl.-Päd. Daniela Lehmann – führen und ein Lernkonzept vorlegen. Am Ende des Schuljahres müssen die Kinder eine sogenannte Externistenprüfung ablegen. In Landeck ist dies aktuell an der Volksschule Angedair und an der Mittelschule Zams-Schönwies möglich. In der Sekundarstufe wird jedes Fach geprüft, ausgenommen sind Religion und Werken. Nach bestandener Prüfung kann ein Antrag für ein weiteres Jahr im häuslichen Unterricht gestellt werden. Bei einer nicht bestandenen Prüfung muss der Schüler in die Regelschule zurückkehren.
REFLEXIONSGESPRÄCHE. Eine Besonderheit in Landeck: Zu Beginn des zweiten Halbjahres lädt die Schulqualitätsmanagerin zu sogenannten Reflexionsgesprächen ein. An diesen nehmen die Erziehungsberechtigten mit ihrem Kind, die Schulleitung der Sprengelschule sowie die der Externistenschule teil. Hier wird unter anderem der Lernrhythmus evaluiert. Denn: „Die Externistenprüfungen sind nicht ohne. Hut ab, was die Kinder am Tag der Prüfung abliefern müssen“, so Daniela Lehmann. Grundsätzlich könne aber nicht behauptet werden, dass die Kinder in Landeck im häuslichen Unterricht – wie man annehmen könnte – schultechnisch „fester im Sattel“ säßen. „Jedes Kind ist anders, und jede Familie ist anders.“
GRÜNDE FÜR „HOMESCHOOLING“. Die Gründe, warum sich Eltern im Bezirk Landeck für häuslichen Unterricht entscheiden, sind laut der Schulqualitätsmanagerin sehr unterschiedlich. Im Gespräch werden unter anderem schlechte Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit oder Probleme im Klassengefüge des Regelunterrichts genannt. Ein weiterer Grund kann der Wunsch nach dem sogenannten Freilernen sein, bei dem Kinder aus Eigenmotivation lernen sollen. Die Eltern begleiten ihre Kinder hier als „Coach“, nicht als „Vormacher“ – ähnlich dem Montessori-Ansatz. Auch die Corona-Pandemie gilt bzw. galt laut Daniela Lehmann als Beweggrund. Allerdings: „Die Eltern-Kind-Beziehung kann beeinträchtigt werden, wenn Eltern in die Rolle der Unterrichtenden schlüpfen und damit die gewohnte familiäre Dynamik verändert wird“, so Daniela Lehmann. Ein Vater sagte im Gespräch jedoch auch, dass es ihn mit seinem Kind enger zusammenschweiße.
SOZIALE ISOLATION VERMEIDEN. Deutlichere Worte findet die Schulqualitätsmanagerin angesichts der sozialen Komponente: „Soziales Lernen im Klassenverband ist ein unverzichtbarer Bestandteil ganzheitlicher Bildung. Kinder, die ausschließlich im häuslichen Unterricht lernen, haben oft weniger Chancen, soziale Kompetenzen in der Vielfalt und Intensität zu entwickeln, wie es im Schulalltag möglich ist.“ Der Klassenverband biete einen Lern- und Lebensraum, der weit über die reine Wissensvermittlung hinausgehe. Auf Wunsch erhalten Kinder im Bezirk Landeck im Rahmen des häuslichen Unterrichts Unterstützung durch die Kinder- und Jugendhilfe der Bezirkshauptmannschaft.
REFLEXIONSGESPRÄCHE. Eine Besonderheit in Landeck: Zu Beginn des zweiten Halbjahres lädt die Schulqualitätsmanagerin zu sogenannten Reflexionsgesprächen ein. An diesen nehmen die Erziehungsberechtigten mit ihrem Kind, die Schulleitung der Sprengelschule sowie die der Externistenschule teil. Hier wird unter anderem der Lernrhythmus evaluiert. Denn: „Die Externistenprüfungen sind nicht ohne. Hut ab, was die Kinder am Tag der Prüfung abliefern müssen“, so Daniela Lehmann. Grundsätzlich könne aber nicht behauptet werden, dass die Kinder in Landeck im häuslichen Unterricht – wie man annehmen könnte – schultechnisch „fester im Sattel“ säßen. „Jedes Kind ist anders, und jede Familie ist anders.“
GRÜNDE FÜR „HOMESCHOOLING“. Die Gründe, warum sich Eltern im Bezirk Landeck für häuslichen Unterricht entscheiden, sind laut der Schulqualitätsmanagerin sehr unterschiedlich. Im Gespräch werden unter anderem schlechte Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit oder Probleme im Klassengefüge des Regelunterrichts genannt. Ein weiterer Grund kann der Wunsch nach dem sogenannten Freilernen sein, bei dem Kinder aus Eigenmotivation lernen sollen. Die Eltern begleiten ihre Kinder hier als „Coach“, nicht als „Vormacher“ – ähnlich dem Montessori-Ansatz. Auch die Corona-Pandemie gilt bzw. galt laut Daniela Lehmann als Beweggrund. Allerdings: „Die Eltern-Kind-Beziehung kann beeinträchtigt werden, wenn Eltern in die Rolle der Unterrichtenden schlüpfen und damit die gewohnte familiäre Dynamik verändert wird“, so Daniela Lehmann. Ein Vater sagte im Gespräch jedoch auch, dass es ihn mit seinem Kind enger zusammenschweiße.
SOZIALE ISOLATION VERMEIDEN. Deutlichere Worte findet die Schulqualitätsmanagerin angesichts der sozialen Komponente: „Soziales Lernen im Klassenverband ist ein unverzichtbarer Bestandteil ganzheitlicher Bildung. Kinder, die ausschließlich im häuslichen Unterricht lernen, haben oft weniger Chancen, soziale Kompetenzen in der Vielfalt und Intensität zu entwickeln, wie es im Schulalltag möglich ist.“ Der Klassenverband biete einen Lern- und Lebensraum, der weit über die reine Wissensvermittlung hinausgehe. Auf Wunsch erhalten Kinder im Bezirk Landeck im Rahmen des häuslichen Unterrichts Unterstützung durch die Kinder- und Jugendhilfe der Bezirkshauptmannschaft.
