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Vision bleibt auf Eis

Skiverbindung Nauders-Schöneben ins Stocken geraten

Die geplante skitechnische Verbindung zwischen Nauders und Schöneben–Haideralm zählt seit Jahren zu den zentralen Zukunftsprojekten der Reschenregion. Politisch angestoßen und touris­tisch breit getragen, wurde das Projekt in den vergangenen Jahren konsequent geplant – aktuell ist seine Umsetzung jedoch ins Stocken geraten.
7. April 2026 | von Herbert Tiefenbacher
Vision bleibt auf Eis
Armin Falkner, Vorstand der Nauderer Bergbahnen AG, zeigt Verständnis für die aktuelle Projektsituation. Foto: RS-Archiv
Ein zentraler Impuls für das Projekt ging bereits Mitte der 2010er-Jahre vom damaligen Nauderer Bürgermeister Robert Mair aus. Im Rahmen der Diskussionen um den Skiverbund „Skiparadies Reschenpass“ setzte er sich für ernsthafte Gespräche über eine Verbindung mit Schöneben sowie eine engere Vernetzung der Skigebiete ein. Unterstützung erhielt er dabei u.a. vom damaligen Südtiroler Landesrat Richard Theiner, der das Vorhaben als sinnvoll, jedoch mittel- bis langfristig einzuordnen bewertete. Ab 2019 gewann das Vorhaben an Kontur, ehe 2021 mit einem Vorprojekt und einer darauf aufbauenden Machbarkeitsstudie ein entscheidender Schritt gesetzt wurde. Ziel war es, die technische Umsetzbarkeit, mögliche Varianten sowie ökologische Rahmenbedingungen zu klären. Seither wurde das Projekt kontinuierlich weiterentwickelt – heute liegt laut Betreiberseite ein detailliertes Konzept vor. Die Projektpartner betonten damals das erhebliche Entwicklungspotenzial eines grenz­überschreitenden Großskigebiets.

STILLSTAND EINGETRETEN. Dennoch ist die Dynamik zuletzt deutlich abgeflacht. Mag. Sebastian Prieth, Geschäftsführer des Ski-, Bike- & Wandergebiets Schöneben, bestätigt, dass das Projekt aktuell ins Stocken geraten ist. Zwar bestehe weiterhin großes Interesse auf beiden Seiten der Grenze, doch andere Prioritäten erschweren derzeit die Weiterentwicklung. Vor allem der Neubau der Zubringerbahn von Reschen ins Skigebiet Schöneben – die bestehende Anlage stammt aus dem Jahr 1988 und muss ersetzt werden – bindet erhebliche finanzielle Ressourcen. Auch Investitionen in die technische Beschneiung seien notwendig, um die Schneesicherheit langfristig zu gewährleisten.

TÜREN SIND OFFEN. Auch Armin Falkner, Vorstand der Nauderer Bergbahnen AG und Obmann des TVB Tiroler Oberland, verweist auf die aktuelle Situation. „Bei uns sind nach wie vor die Türen offen“, betont Falkner, zeigt jedoch Verständnis für die Lage der Partner: Diese seien durch laufende Großinvestitionen gebunden, etwa die Zubringerbahn Reschen–Schöneben, deren Fertigstellung für den Sommer 2026 vorgesehen ist. Eine ähnlich nüchterne Einschätzung kommt aus der Gemeindepolitik: Der Nauderer Bürgermeister Helmut Spöttl sieht derzeit wenig Spielraum für eine kurzfris­tige Umsetzung. Angesichts anderer Projekte südlich der Grenze sei das Vorhaben aktuell „auf Eis gelegt“. Gleichzeitig bleibt die Perspektive eines Zusammenschlusses aus seiner Sicht ein Thema für die langfristige Entwicklung der Region.

PROJEKT BLEIBT VISION. Dennoch wird das Projekt keineswegs ad acta gelegt. Im Gegenteil: Auf Betreiberseite wird die Verbindung weiterhin als zentrale Zukunftsvision bezeichnet. Prieth betont ausdrücklich, dass das Vorhaben auch künftig weiterverfolgt werden soll. Aus Sicht der Bergbahnen liegt darin ein „enormes Entwicklungspotenzial“ für die gesamte Reschenregion. Damit bleibt die skitechnische Verbindung ein Projekt mit großem Potenzial – planerisch weit fortgeschritten und strategisch gewollt, derzeit jedoch durch wirtschaftliche Rahmenbedingungen gebremst.

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