Vom Schwund zum Zerfall
Auch die Landecker Gletscher ziehen sich laut Alpenverein weiter zurück
7. April 2026 | von
Daniel Haueis
Der Gepatschferner 1930 … Foto: Much Heiss/Innsbruck
Laut Gletscherbericht 2024/25 des Österreichischen Alpenvereins haben sich 94 der 96 beobachteten Gletscher zurückgezogen, im Durchschnitt waren es minus 20,3 Meter, zwei haben gar um mehr als 100 Meter verloren. Den Gletschern im bzw. rund um den Bezirk Landeck ist’s zumindest nicht so schlimm ergangen: In der Silvretta beträgt das Gebietsmittel minus 16,9 Meter, im Pitz- und Kaunertal (Ötztaler Alpen) wurden durchschnittlich minus 30,2 Meter gemessen, u.a. vom Landecker Bernd Noggler, der dies seit 1997 tut. Während in der Silvretta eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen war (2023/24: –15,3 Meter), ist im Pitz- und Kaunertal eine Abschwächung zu verzeichnen – 2023/24 betrug der durchschnittliche Rückgang noch 115 Meter. Einige Einzelbeispiele aus der Silvretta: Der Jamtalferner hat sich um 40,9 Meter zurückgezogen, der Vermuntgletscher um 24,8 und der Ochsentaler Gletscher um 13,5 Meter. Im Kaunertal bzw. Pitztal hat der Sexegertenferner 57 Meter verloren, der Gepatschferner immerhin 29 Meter.
GLETSCHERUNGÜNSTIGE WITTERUNG. Der Gletscherbericht des Österreichischen Alpenvereins bestätigt insgesamt den langjährigen Trend: Die Gletscher in Österreich verlieren massiv an Länge, Fläche und Volumen. Grund waren erneut ein schneearmer und warmer Winter und ein außergewöhnlich warmer Frühsommer; gleichzeitig wurde ein Niederschlagsdefizit von 24,5 Prozent verzeichnet. „Viele Gletscher verlieren nicht nur an Länge, sondern treten zunehmend in eine Phase des strukturellen Zerfalls ein. Freigeschmolzene Felsstufen, abreißende Eisbereiche und in sich zusammenstürzende Gletscherzungen prägen immer mehr das Erscheinungsbild“, sagt Andreas Kellerer-Pirklbauer, der mit Gerhard Lieb (beide Universität Graz) den Gletschermessdienst des Alpenvereins leitet.
GLETSCHERUNGÜNSTIGE WITTERUNG. Der Gletscherbericht des Österreichischen Alpenvereins bestätigt insgesamt den langjährigen Trend: Die Gletscher in Österreich verlieren massiv an Länge, Fläche und Volumen. Grund waren erneut ein schneearmer und warmer Winter und ein außergewöhnlich warmer Frühsommer; gleichzeitig wurde ein Niederschlagsdefizit von 24,5 Prozent verzeichnet. „Viele Gletscher verlieren nicht nur an Länge, sondern treten zunehmend in eine Phase des strukturellen Zerfalls ein. Freigeschmolzene Felsstufen, abreißende Eisbereiche und in sich zusammenstürzende Gletscherzungen prägen immer mehr das Erscheinungsbild“, sagt Andreas Kellerer-Pirklbauer, der mit Gerhard Lieb (beide Universität Graz) den Gletschermessdienst des Alpenvereins leitet.

