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„Von die anderen“ immer beliebter

Kriminalstatistik: mehr Delikte, höhere Aufklärungsquote

Mit den steigenden Nächtigungszahlen steigen auch jene der Kriminalstatistik. Allein die „Skidiebstähle“ machen im Bezirk Landeck ein Fünftel der angezeigten Straftaten aus.
7. April 2026 | von Daniel Haueis
„Von die anderen“ immer beliebter
750 angezeigte „Skidiebstähle“ sind fast ein Fünftel aller 2025 bekannt gewordenen Straftaten im Bezirk Landeck. Foto: stock.adobe.com, U. J. Alexander
Die Landecker Polizisten um Bezirkspolizeikommandant Obstlt Christoph Patigler, B.A., leisten gute Arbeit, auch wenn die nackten Zahlen dies nicht verraten: Im Bezirk wurden im Jahr 2025 von 3.874 angezeigten Straftaten 1.896 geklärt, eine Aufklärungsquote von 48,9 Prozent (2024: 48,2%). Das ist deutlich weniger als in Tirol, wo sie 59,5 Prozent betrug – aber: Dies ist vor allem den „Skidiebstählen“ geschuldet. Es waren 750 „Skidiebstähle“ – 47 mehr als 2024 – und damit fast ein Fünftel aller Straftaten im Bezirk. Die Aufklärungschance bei derartigen Fällen ist naturgemäß sehr gering, da konkrete Anhaltspunkte oft fehlen – sie beträgt lediglich rund 1,2% und hilft dem Ski der Marke „Von die anderen“ wohl zu noch mehr Popularität.

TATORT PISTE. Touristen sind es auch meist, die in der Deliktgruppe „Strafbare Handlungen gegen Leib und Leben“ für hohe Fallzahlen sorgen: Mjr Raphael Walch, B.A., stellvertretender Bezirkspolizeikommandant und Kriminaldienstreferent, musste einen deutlichen Anstieg von 31,1 Prozentpunkten registrieren. 1.248 Straftaten (2024: 952) – meist Körperverletzung und fahrlässige Körperverletzung – wurden bekannt. „Die hohe Zahl an Fällen der fahrlässigen Körperverletzung ist auf den konstant hohen Anteil an Kollisionsunfällen auf den Skipisten zurückzuführen. Auch schwere Körperverletzungen bleiben in ähnlichem Umfang bestehen, was ebenfalls mit dem Wintertourismus zusammenhängt“, berichtet Walch. Fazit: Der Tourismus ist also wohl auch für die 339 zusätzlichen Straftaten im Jahr 2025 hauptverantwortlich, ein Plus von 9,6 Prozentpunkten.

EINBRÜCHE LEICHT GESTIEGEN. Die Einbruchskriminalität ist im Bezirk Landeck im Tirol-Vergleich nach wie vor niedrig: Es wurden 74 Delikte bekannt (2024: 65). „Hervorzuheben ist, dass 23 dieser Fälle vollständig aufgeklärt wurden“, berichtet der stellvertretende Bezirkspolizeikommandant.

CYBERCRIME NIMMT ZU. Die Zahlen im Bereich „Cybercrime“ sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: von 56 auf 79 Delikte. Positiv ist, dass auch die Aufklärungsquote in diesem Bereich um rund 11 Prozentpunkte verbessert werden konnte, kann Walch anmerken.

PORNOGRAFISCHE BILDER. In der Deliktsgruppe „Strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung“ ist mit 40 Straftaten ein Rückgang (2024: 51) zu verzeichnen. Wie in den Vorjahren spielen hier häufig das unzulässige Verbreiten pornografischer Inhalte über Smartphones etc. eine Rolle. „In diesem Feld besteht weiterhin Bedarf an gezielter Sensibilisierung, insbesondere bei Jugendlichen und Minderjährigen“, sagt Walch.

WENIGER DROGENFUNDE. Bei den bekannt gewordenen Suchtmitteldelikten (Erwerb und Besitz von verbotenen Suchtmitteln) ist im Bezirk erneut ein Rückgang zu verzeichnen: –7,8% gegenüber dem Vorjahr. Zu beachten ist, dass viele dieser Sachverhalte ausschließlich durch polizeiliche Ermittlungen sichtbar werden, schränkt das Bezirkspolizeikommando aber ein – anders gesagt: Wer suchet, der findet – wer kaum Zeit dazu hat, findet weniger.

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