„Wer Kinder ernst nimmt, gestaltet Zukunft“
Lorenz Kerer ist neuer Geschäftsführer des Vereins der Tagesmütter im Bezirk Landeck
Erstmals seit der Gründung des Vereins der Tagesmütter, Kinderspielgruppen und Kinderkrippen im Bezirk Landeck vor 36 Jahren übernimmt ein Mann die Geschäftsführung: Mag. Lorenz Kerer ist selbst Vater zweier Kinder und kennt die Herausforderungen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus eigener Erfahrung.
29. September 2026
Mag. Lorenz Kerer: „Für viele Familien ist Erwerbstätigkeit keine reine Frage der persönlichen Lebensgestaltung, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit.“ Foto: Haidegger
Der Verein ist einer der etablierten Anbieter von Kinderbetreuung im Bezirk Landeck. Für die kommenden Jahre hat sich der Verein viel vorgenommen: Das bestehende Betreuungsangebot soll gemeinsam mit den Gemeinden bedarfsgerecht weiterentwickelt werden. Aktuell sind 50 Pädagoginnen und Tagesmütter beim Verein beschäftigt. Sie arbeiten in Kinderkrippen, im Hort sowie als Tagesmütter unter anderem in Pians, See, Kappl, Prutz, Ried und St. Anton. Im Laufe eines Jahres werden rund 350 Kinder betreut.
WIRTSCHAFTLICHE EIGENSTÄNDIGKEIT. Die ursprüngliche Idee hinter dem Verein ist heute aktueller denn je: Frauen sollen sich nicht zwischen Familie und wirtschaftlicher Eigenständigkeit entscheiden müssen. „Für viele Familien ist Erwerbstätigkeit keine reine Frage der persönlichen Lebensgestaltung, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit. Wahlfreiheit gibt es nur dort, wo es tatsächlich etwas zu wählen gibt – für Mütter genauso wie für Väter“, so der neue Geschäftsführer Lorenz Kerer. Gerade in einer stark tourismusgeprägten Region mit Arbeitszeiten am frühen Morgen, am Abend, an Wochenenden und in Saisonspitzen brauche es Betreuungsmodelle, die sich an den Lebensrealitäten der Familien orientieren. „Wenn Betriebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen und halten wollen und junge Familien langfristig in unseren Gemeinden leben sollen, braucht es eine verlässliche soziale Infrastruktur. Kinderbetreuung gehört für mich ganz wesentlich dazu“, so Kerer.
HANDSCHLAGQUALITÄT BEEINDRUCKTE. Den Bezirk Landeck hat der 49-Jährige bereits während der Corona-Zeit näher kennengelernt, als er vorübergehend die Regionalleitung der Lebenshilfe Tirol übernahm: „Mir sind damals besonders die Handschlagqualität und die direkte, ehrliche Art der Menschen in der Region aufgefallen.“ Das war auch der Tagesmütter-Obfrau Christine Heinz ein Anliegen: „Wir wollten jemanden, der unsere Wurzeln respektiert und gleichzeitig den Mut hat, den Verein weiterzuentwickeln … Besonders wichtig ist uns dabei sein Ansatz, Lösungen gemeinsam mit Gemeinden, Familien und Mitarbeiterinnen zu entwickeln.“
LUFT NACH OBEN BEI KLEINKINDBETREUUNG. Entwicklungspotential sieht Lorenz Kerer bei Tagesmüttern sowie Gemeinde- und Betriebstagesmüttern sowie bei Horten. Auch die Betreuung von Kleinkindern ist im Bezirk laut Kerer „noch ausbaufähig“. Derzeit hätten im Bezirk rund 27 Prozent der unter Dreijährigen einen Betreuungsplatz, tirolweit wären es laut Kerer 34,3 Prozent. Ende 2022 hat die EU die sogenannten Barcelona-Ziele erhöht. Bis zum Jahr 2030 soll es für 45 Prozent der Kleinkinder einen Platz in einer Betreuungseinrichtung geben. Der Verein wolle zwar wachsen, aber nicht um jeden Preis: „Wer Kinder ernst nimmt, gestaltet Zukunft. Dafür brauchen wir vor allem Mitarbeiterinnen, die Kinder und Familien kennen, Verantwortung übernehmen und ihre Erfahrung einbringen können. Meine Aufgabe als Geschäftsführer ist es, ihnen dafür gute Rahmenbedingungen und Gestaltungsspielraum zu geben“, so Kerer, der sich zu Beginn seiner Tätigkeit auf eine Tour durch den gesamten Bezirk begibt.
WIRTSCHAFTLICHE EIGENSTÄNDIGKEIT. Die ursprüngliche Idee hinter dem Verein ist heute aktueller denn je: Frauen sollen sich nicht zwischen Familie und wirtschaftlicher Eigenständigkeit entscheiden müssen. „Für viele Familien ist Erwerbstätigkeit keine reine Frage der persönlichen Lebensgestaltung, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit. Wahlfreiheit gibt es nur dort, wo es tatsächlich etwas zu wählen gibt – für Mütter genauso wie für Väter“, so der neue Geschäftsführer Lorenz Kerer. Gerade in einer stark tourismusgeprägten Region mit Arbeitszeiten am frühen Morgen, am Abend, an Wochenenden und in Saisonspitzen brauche es Betreuungsmodelle, die sich an den Lebensrealitäten der Familien orientieren. „Wenn Betriebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen und halten wollen und junge Familien langfristig in unseren Gemeinden leben sollen, braucht es eine verlässliche soziale Infrastruktur. Kinderbetreuung gehört für mich ganz wesentlich dazu“, so Kerer.
HANDSCHLAGQUALITÄT BEEINDRUCKTE. Den Bezirk Landeck hat der 49-Jährige bereits während der Corona-Zeit näher kennengelernt, als er vorübergehend die Regionalleitung der Lebenshilfe Tirol übernahm: „Mir sind damals besonders die Handschlagqualität und die direkte, ehrliche Art der Menschen in der Region aufgefallen.“ Das war auch der Tagesmütter-Obfrau Christine Heinz ein Anliegen: „Wir wollten jemanden, der unsere Wurzeln respektiert und gleichzeitig den Mut hat, den Verein weiterzuentwickeln … Besonders wichtig ist uns dabei sein Ansatz, Lösungen gemeinsam mit Gemeinden, Familien und Mitarbeiterinnen zu entwickeln.“
LUFT NACH OBEN BEI KLEINKINDBETREUUNG. Entwicklungspotential sieht Lorenz Kerer bei Tagesmüttern sowie Gemeinde- und Betriebstagesmüttern sowie bei Horten. Auch die Betreuung von Kleinkindern ist im Bezirk laut Kerer „noch ausbaufähig“. Derzeit hätten im Bezirk rund 27 Prozent der unter Dreijährigen einen Betreuungsplatz, tirolweit wären es laut Kerer 34,3 Prozent. Ende 2022 hat die EU die sogenannten Barcelona-Ziele erhöht. Bis zum Jahr 2030 soll es für 45 Prozent der Kleinkinder einen Platz in einer Betreuungseinrichtung geben. Der Verein wolle zwar wachsen, aber nicht um jeden Preis: „Wer Kinder ernst nimmt, gestaltet Zukunft. Dafür brauchen wir vor allem Mitarbeiterinnen, die Kinder und Familien kennen, Verantwortung übernehmen und ihre Erfahrung einbringen können. Meine Aufgabe als Geschäftsführer ist es, ihnen dafür gute Rahmenbedingungen und Gestaltungsspielraum zu geben“, so Kerer, der sich zu Beginn seiner Tätigkeit auf eine Tour durch den gesamten Bezirk begibt.
Attila Haidegger 





