Widum: ohne Einigung
Pfarre Landeck treibt neues Wohnprojekt voran, Stadt sucht günstigere Lösung fürs Jugendzentrum
Das gemeinsame Projekt für betreutes Wohnen und offene Jugendarbeit ist auch drei Jahre nach dem Neustart nicht vorangekommen: Während die Stadt nach einer kostengünstigeren Lösung für das Jugendzentrum sucht, treibt die Pfarre Landeck-Maria Himmelfahrt ein neues Wohnprojekt inzwischen eigenständig voran. Bgm. Herbert Mayer verweist beim betreuten Wohnen auf den zeitaufwendigen Abstimmungsprozess im Rahmen des Pflege-Strukturplans.
2. November 2026
Das neue Widum ist ein Sanierungsfall. Bei seiner Zukunft gehen die Vorstellungen von Pfarre und Stadt auseinander. Foto: Herbert Tiefenbacher
Das neue Widum in Landeck ist ein Sanierungsfall – das Anfang der 1970er-Jahre errichtete Gebäude soll abgerissen werden. 2023 nahm die Pfarre Landeck-Maria Himmelfahrt einen neuen Anlauf zur Nachnutzung und präsentierte der Stadtgemeinde Mitte 2024 ein gemeinsames Konzept. Mit der Gemeinnützigen Tiroler Wohnbau GmbH in Innsbruck als Projektpartner waren zwei Gebäudeblöcke geplant: 40 Wohnungen für betreutes Wohnen sowie ein stationäres Jugendzentrum Landeck-Zams (ehemals „LA Jump In“) mit Veranstaltungsräumen. Die Stadtgemeinde sollte sich finanziell an der Einrichtung des Jugendzentrums beteiligen und anschließend Miete zahlen. Pfarrer Martin Komarek und das Pfarrbüro sollten in das entsprechend adaptierte alte Widum übersiedeln.
GETRENNTE WEGE. Rund zweieinhalb Jahre nach der Präsentation ist das ursprüngliche Gesamtkonzept nicht umgesetzt. Die Stadt prüft laut Bgm. Mayer inzwischen zwei Alternativstandorte für das Jugendzentrum: das ehemalige Gewerbeobjekt der Baufirma Pümpel und Räumlichkeiten oberhalb des Alten Kinos. Die Pfarre verfolgt neue Wohnbaupläne unterdessen unabhängig von der Stadt.
MIETKOSTEN ZU HOCH. Ursprünglich sollte das Jugendzentrum im Garten des alten Widums neu gebaut werden. Dafür sollte die Stadt eine Mietvorauszahlung leisten. Der entsprechende Beschluss sei weiterhin aufrecht, sagt Mayer. „Die Pfarre hat diese Alternative verworfen und stattdessen ein neues Projekt gestartet. Die dafür angebotenen Mietkosten sind für die Stadtgemeinde zu hoch“, erklärt der Bürgermeister. Komarek hält diese Entwicklung für keine gute Entscheidung, möchte sie aber nicht näher kommentieren: „Das ist Sache der Gemeinde. Dazu müssen die Vertreter der Stadt befragt werden.“
BETREUTES WOHNEN OFFEN. Komarek kritisiert vor allem, dass die Stadt den Bedarf für betreutes Wohnen bislang nicht beim Land Tirol geltend gemacht habe. „Trotz mehrmaligem Nachfragen hat es die Stadtgemeinde nicht zusammengebracht, den Bedarf dafür beim Land Tirol anzusuchen“, sagt der Dekan. Mayer verweist auf den Strukturplan Pflege 2023–2033, in dessen Rahmen Stadt, Land und Bezirksgemeinden gemeinsam ein Konzept erarbeiten. Dieser Abstimmungsprozess brauche Zeit und dauere länger, räumt er ein. Deshalb habe die Stadt keine Zusage machen können. „Da ist leider die Pfarre die Leidtragende gewesen“, bedauert Mayer.
PFARRE TREIBT PROJEKT VORAN. Die Pfarre hat inzwischen ein eigenes Bauprojekt mit betreubaren Wohnungen bei der Stadtgemeinde eingereicht. „Wir wollen das Vorhaben weiter voranbringen“, sagt Komarek. Mayer zufolge sollte die Planung so gestaltet werden, dass zu einem späteren Zeitpunkt auch betreutes Wohnen möglich bleibt. Zugleich sieht der Bürgermeister die Aufgabe der Stadt darin, unterschiedliche Interessen unter einen Hut zu bringen: „Wir versuchen, zwischen den Interessen der Stadt, dem öffentlichen Interesse, den Anliegen der Stadtplanung und Stadtentwicklung sowie jenen der Bauwerber einen Ausgleich zu schaffen. Dabei schauen wir, wo wir den Bauwerbern entgegenkommen können.
GETRENNTE WEGE. Rund zweieinhalb Jahre nach der Präsentation ist das ursprüngliche Gesamtkonzept nicht umgesetzt. Die Stadt prüft laut Bgm. Mayer inzwischen zwei Alternativstandorte für das Jugendzentrum: das ehemalige Gewerbeobjekt der Baufirma Pümpel und Räumlichkeiten oberhalb des Alten Kinos. Die Pfarre verfolgt neue Wohnbaupläne unterdessen unabhängig von der Stadt.
MIETKOSTEN ZU HOCH. Ursprünglich sollte das Jugendzentrum im Garten des alten Widums neu gebaut werden. Dafür sollte die Stadt eine Mietvorauszahlung leisten. Der entsprechende Beschluss sei weiterhin aufrecht, sagt Mayer. „Die Pfarre hat diese Alternative verworfen und stattdessen ein neues Projekt gestartet. Die dafür angebotenen Mietkosten sind für die Stadtgemeinde zu hoch“, erklärt der Bürgermeister. Komarek hält diese Entwicklung für keine gute Entscheidung, möchte sie aber nicht näher kommentieren: „Das ist Sache der Gemeinde. Dazu müssen die Vertreter der Stadt befragt werden.“
BETREUTES WOHNEN OFFEN. Komarek kritisiert vor allem, dass die Stadt den Bedarf für betreutes Wohnen bislang nicht beim Land Tirol geltend gemacht habe. „Trotz mehrmaligem Nachfragen hat es die Stadtgemeinde nicht zusammengebracht, den Bedarf dafür beim Land Tirol anzusuchen“, sagt der Dekan. Mayer verweist auf den Strukturplan Pflege 2023–2033, in dessen Rahmen Stadt, Land und Bezirksgemeinden gemeinsam ein Konzept erarbeiten. Dieser Abstimmungsprozess brauche Zeit und dauere länger, räumt er ein. Deshalb habe die Stadt keine Zusage machen können. „Da ist leider die Pfarre die Leidtragende gewesen“, bedauert Mayer.
PFARRE TREIBT PROJEKT VORAN. Die Pfarre hat inzwischen ein eigenes Bauprojekt mit betreubaren Wohnungen bei der Stadtgemeinde eingereicht. „Wir wollen das Vorhaben weiter voranbringen“, sagt Komarek. Mayer zufolge sollte die Planung so gestaltet werden, dass zu einem späteren Zeitpunkt auch betreutes Wohnen möglich bleibt. Zugleich sieht der Bürgermeister die Aufgabe der Stadt darin, unterschiedliche Interessen unter einen Hut zu bringen: „Wir versuchen, zwischen den Interessen der Stadt, dem öffentlichen Interesse, den Anliegen der Stadtplanung und Stadtentwicklung sowie jenen der Bauwerber einen Ausgleich zu schaffen. Dabei schauen wir, wo wir den Bauwerbern entgegenkommen können.





