Foto, Quelle: Gemeinde St. Anton
Der Machtwechsel im März 1938 begann in St. Anton mit einer spektakulären Verhaftungsaktion: Am 12.3. um 3.30 Uhr in der Früh wurden 5 Personen in St. Anton verhaftet, veranlasst wurde die Aktion durch den Drogisten Ernst Glos, er war der Stellvertreter von Ortsgruppenleiter Ernst Tilzer, und den lokalen SS-Führer Erwin Falch. Die Verhafteten waren Hermann Schuler, Skilehrer und Buchhalter, Hannes Schneider, Skilehrer, Franz Salzmann, Lehrer, Oswald Flunger, Seilbahnschaffner, und der Bahnbedienstete Rudolf Birkl. Fünf Tage später verhaftete man auch noch den Heimwehrführer Xaver Tschol, der dann nach Dachau kam und dort bis zum 10.3.1940 inhaftiert war. Alle sechs wurden nach Landeck gebracht, zuerst waren sie im Gefängnis in der Volksschule untergebracht, später im Bezirksgericht. Flunger und Birkl wurden nach einer Woche Haft entlassen, Hannes Schneider erst nach 25 Tagen, er durfte aber nicht mehr nach St. Anton zurück und wanderte dann in die USA aus. Schuler und Salzmann wurden nach 30 Tagen freigelassen. Zum neuen Bürgermeister wurde am 9. April 1938 der Skilehrer und Bergführer Karl Moser (siehe nebenstehendes Foto, Quelle: Gemeinde St. Anton) ernannt, er war ein „Illegaler“, der 1934 nach Deutschland gegangen war.
Dieser Beitrag stammt aus dem Buch „Gemeindepolitik in turbulenten Zeiten, 1919 – 1950“ von Manfred Jenewein, das Buch ist um 20 Euro in der Landecker Buchhandlung Tyrolia, beim Grissemann in Zams oder beim Autor (manfred.jenewein@aon.at) erhältlich.
Dieser Beitrag stammt aus dem Buch „Gemeindepolitik in turbulenten Zeiten, 1919 – 1950“ von Manfred Jenewein, das Buch ist um 20 Euro in der Landecker Buchhandlung Tyrolia, beim Grissemann in Zams oder beim Autor (manfred.jenewein@aon.at) erhältlich.
