Liegt derzeit auf Eis
Was tut sich bei Fusion der Skigebiete Rendl und Dias?
5. Dezember 2023 | von
Von Herbert Tiefenbacher
Ende 2018 hat das Bundesverwaltungsgericht die eingereichte Skischaukel „Rendl am Arlberg und Dias Alpe in Kappl“ abgelehnt. RS-Foto: Tiefenbacher
Von Herbert Tiefenbacher
Es ist still geworden um das Großvorhaben „skitechnischer Zusammenschluss der Skigebiete Rendl und Dias Alpe“. Eine Zeit lang wurde darüber in den Medien so viel berichtet. Es ist in der Öffentlichkeit schon fast in Vergessenheit geraten. Im Jahr 2010 reichten die Arlberger Bergbahnen AG und die Bergbahnen Kappl GmbH & CoKG ihre gemeinsam erarbeiteten Pläne ein. Eine reine Überspannung des Malfontals, wie sie der Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer als Lösung vorgeschlagen hatte, lehnten laut Landesumweltanwalt die Arlberger Bergbahnen ab. Das Eldorado für Skifans St. Anton hatte sich von dieser Skischaukel eine weitere Ausdehnung seines Skigebiets mit zusätzlichen Tiefschneehängen erhofft. Für die Gemeinde Kappl wiederum bot sich die Chance in die „Premier League“ im Wintersport aufzusteigen. Ende 2015 hatten die Landesbehörden im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung grünes Licht für den Zusammenschluss gegeben.
ERFOLGREICHE BESCHWERDE. Der Alpenverein und der Landesumweltanwalt hatten dagegen Beschwerde eingelegt. Diese wurde im Wesentlichen damit begründet, dass unter dem Vorwand eines Skigebietszusammenschlusses das bislang unberührte Malfontal erschlossen werden sollte. Im November 2018 gab das Bundesverwaltungsgericht in Wien den Projektgegnern Recht und hob die Genehmigung für den Zusammenschluss auf. Die Bergbahnen verzichteten auf eine Berufung.
KEINE ENTSCHEIDUNGEN. Darauffolgend wanderte das Projekt nicht in die Schublade. Es gab weitere Gespräche zwischen den Arlberger Bergbahnen und den Bergbahnen Kappl. Es wurde die Umsetzung der vom Landesumweltanwalt vorgeschlagenen Alternativlösung (Peak to Peak, Talüberspannung) ins Auge gefasst. Eine Entscheidung dazu konnte noch keine getroffen werden. Es bedarf noch weiterer Abklärungen und Prüfungen. Solche wurden damals keine vorgenommen. Anfang September 2019 ist probiert worden, eine Begehung mit dem Landesumweltanwalt von Kappler Seite aus zu realisieren. Diese hat wegen Schneefall nicht stattgefunden. Dann machte Corona einen Strich durch die Rechnung. „Bislang konnten keine weiteren Gespräche mit den Arlberger Bergbahnen geführt werden und wird sich in nächster Zeit dazu kaum etwas weiter entwickeln, zumal die Seilbahnen genügend Aufgaben zur Vorbereitung im Hinblick auf die kommende Wintersaison haben und dahingehend die Prioritäten derzeit anderweitig vorliegen“, sagte am 12. März 2020 auf die entsprechende Nachfrage der damalige Aufsichtsratsvorsitzende der Kappler Bergbahnen Helmut Ladner.
AUF DEMSELBEN STAND. Das Projekt ist laut Geschäftsführer der Kappler Bergbahnen Andreas Kleinheinz auf demselben Stand wie damals vor Corona. Es liegt derzeit quasi auf Eis, aber es ist nicht vom Tisch. GF Kleinheinz meinte nämlich, die RUNDSCHAU solle in einem Jahr wieder nachfragen, was sich projektmäßig getan hat. Für Kleinheinz sind bei der Weiterverfolgung des Projekts zwei Dinge fix: Die Zusammenarbeit mit den Arlberger Bergbahnen bleibt weiterhin bestehen. Und etwas anderes als die Überspannung des Malfontales steht nicht mehr zur Diskussion. „Unsere eingereichte Variante hat das Bundesverwaltungsgericht ja abgelehnt“, meinte Kleinheinz. Dazu erklärte der Landesumweltanwalt am 10. Juni 2020 in einem Gespräch mit der RUNDSCHAU: „Die Überspannung des Malfontales wäre aus meiner Sicht machbar, aber nur als eingereichtes Projekt. Diese Überspannung ist jedenfalls ein geringerer Natureingriff als die abgelehnte Variante, das heißt aber nicht, dass das Projekt durchgewunken wird. Das muss im Detail genau angeschaut werden, da sind viele Fragen zu klären.“ Die RUNDSCHAU versuchte auch von der Arlberger Bergbahnen AG (Vorstand Mario Stedile-Foradori) ein Statement zum Projektstand einzuholen, doch zu Redaktionsschluss lag es noch nicht vor.
Es ist still geworden um das Großvorhaben „skitechnischer Zusammenschluss der Skigebiete Rendl und Dias Alpe“. Eine Zeit lang wurde darüber in den Medien so viel berichtet. Es ist in der Öffentlichkeit schon fast in Vergessenheit geraten. Im Jahr 2010 reichten die Arlberger Bergbahnen AG und die Bergbahnen Kappl GmbH & CoKG ihre gemeinsam erarbeiteten Pläne ein. Eine reine Überspannung des Malfontals, wie sie der Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer als Lösung vorgeschlagen hatte, lehnten laut Landesumweltanwalt die Arlberger Bergbahnen ab. Das Eldorado für Skifans St. Anton hatte sich von dieser Skischaukel eine weitere Ausdehnung seines Skigebiets mit zusätzlichen Tiefschneehängen erhofft. Für die Gemeinde Kappl wiederum bot sich die Chance in die „Premier League“ im Wintersport aufzusteigen. Ende 2015 hatten die Landesbehörden im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung grünes Licht für den Zusammenschluss gegeben.
ERFOLGREICHE BESCHWERDE. Der Alpenverein und der Landesumweltanwalt hatten dagegen Beschwerde eingelegt. Diese wurde im Wesentlichen damit begründet, dass unter dem Vorwand eines Skigebietszusammenschlusses das bislang unberührte Malfontal erschlossen werden sollte. Im November 2018 gab das Bundesverwaltungsgericht in Wien den Projektgegnern Recht und hob die Genehmigung für den Zusammenschluss auf. Die Bergbahnen verzichteten auf eine Berufung.
KEINE ENTSCHEIDUNGEN. Darauffolgend wanderte das Projekt nicht in die Schublade. Es gab weitere Gespräche zwischen den Arlberger Bergbahnen und den Bergbahnen Kappl. Es wurde die Umsetzung der vom Landesumweltanwalt vorgeschlagenen Alternativlösung (Peak to Peak, Talüberspannung) ins Auge gefasst. Eine Entscheidung dazu konnte noch keine getroffen werden. Es bedarf noch weiterer Abklärungen und Prüfungen. Solche wurden damals keine vorgenommen. Anfang September 2019 ist probiert worden, eine Begehung mit dem Landesumweltanwalt von Kappler Seite aus zu realisieren. Diese hat wegen Schneefall nicht stattgefunden. Dann machte Corona einen Strich durch die Rechnung. „Bislang konnten keine weiteren Gespräche mit den Arlberger Bergbahnen geführt werden und wird sich in nächster Zeit dazu kaum etwas weiter entwickeln, zumal die Seilbahnen genügend Aufgaben zur Vorbereitung im Hinblick auf die kommende Wintersaison haben und dahingehend die Prioritäten derzeit anderweitig vorliegen“, sagte am 12. März 2020 auf die entsprechende Nachfrage der damalige Aufsichtsratsvorsitzende der Kappler Bergbahnen Helmut Ladner.
AUF DEMSELBEN STAND. Das Projekt ist laut Geschäftsführer der Kappler Bergbahnen Andreas Kleinheinz auf demselben Stand wie damals vor Corona. Es liegt derzeit quasi auf Eis, aber es ist nicht vom Tisch. GF Kleinheinz meinte nämlich, die RUNDSCHAU solle in einem Jahr wieder nachfragen, was sich projektmäßig getan hat. Für Kleinheinz sind bei der Weiterverfolgung des Projekts zwei Dinge fix: Die Zusammenarbeit mit den Arlberger Bergbahnen bleibt weiterhin bestehen. Und etwas anderes als die Überspannung des Malfontales steht nicht mehr zur Diskussion. „Unsere eingereichte Variante hat das Bundesverwaltungsgericht ja abgelehnt“, meinte Kleinheinz. Dazu erklärte der Landesumweltanwalt am 10. Juni 2020 in einem Gespräch mit der RUNDSCHAU: „Die Überspannung des Malfontales wäre aus meiner Sicht machbar, aber nur als eingereichtes Projekt. Diese Überspannung ist jedenfalls ein geringerer Natureingriff als die abgelehnte Variante, das heißt aber nicht, dass das Projekt durchgewunken wird. Das muss im Detail genau angeschaut werden, da sind viele Fragen zu klären.“ Die RUNDSCHAU versuchte auch von der Arlberger Bergbahnen AG (Vorstand Mario Stedile-Foradori) ein Statement zum Projektstand einzuholen, doch zu Redaktionsschluss lag es noch nicht vor.