Schnee von morgen
Preissteigerungen bei den Bergbahnen im Bezirk
10. Oktober 2023 | von
Von Attila Haidegger
Die Preissprünge bei den Skipässen werden von Jahr zu Jahr höher und sind mittlerweile im zweistelligen Prozentbereich angelangt. Foto: Haidegger
Von Attila Haidegger
So steigt der Preis in Ischgl für den regulären Tagesskipass in der Hauptsaison von 67 Euro auf 72 Euro – ein Plus von rund 7,5 Prozent. Auch in St. Anton (+11,9%), Serfaus-Fiss-Ladis (+11,4%), Galtür (+12,9%) oder am Kaunertaler Gletscher (+10,3%) wird mehr für das winterliche Vergnügen berappt. In Fendels (+7%) und in Nauders (+3,6%) sind’s nicht ganz so viel. Die Skigebiete Kappl und See teilen sich neuerdings unter dem Namen „Skischaukel (Kartenverbund) Kappl & See“ ein Skiticket (Tageskarte 59,50 Euro), ein Vergleich ist deshalb nicht mehr möglich. Bei den Venet-Bergbahnen zahlte man letzte Saison für einen regulären Tagesskipass 44 Euro, für die kommende Wintersaison kann aufgrund des technischen Gebrechens der Bahn (die RUNDSCHAU berichtete) noch keine Prognose abgegeben werden. Selbstredend gelten die Preise vor allem für Touristen und weniger für Einheimische. Doch gerade das bereitet u.a. den Neos „große Sorgen, dass die aktuelle Preisentwicklung, gerade wo die deutsche Wirtschaft schwächelt, nicht unmittelbar eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Wintersaison ist“, so Klubobmann Dominik Oberhofer. Zu begründen sind die Preissteigerungen u.a. durch gestiegene Kosten bei Personal, Strom, Beschneiung, Pistenpräparation und Diesel für die Pistengeräte. Auch die nur schwach rückläufige Inflation in Österreich tut dazu ihr Übriges.
EINHEIMISCHENTARIFE GRUNDSÄTZLICH NICHT ERLAUBT. Einige Skigebiete im Bezirk locken mit attraktiveren Preisen für Einheimische, doch auch hier wurden die Preise nach oben angepasst. Einheimischen-Tagestickets kosten z. B. in Galtür nun 35 Euro (vergangenes Jahr: 31 Euro), in Serfaus-Fiss-Ladis 43 Euro (2022/23: 40 Euro) und in Nauders 38 Euro (23022/23: 36 Euro). Teilweise gibt es Sonderkonditionen wie den „Super Somsti“ in Nauders um 25 Euro. Bereits mit dem Beitritt Österreichs zur EU im Jahr 1995 kamen Einheimischentarife auf den Prüfstand und waren umstritten. Seit mehr als zehn Jahren ist die Rechtslage eindeutig: Einheimischentarife sind nicht erlaubt. „Jeder Unionsbürger kann Dienstleistungen in einem anderen EU-Mitgliedsstaat in Anspruch nehmen und muss dabei so behandelt werden wie die Inländer. Jede Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit ist verboten“, erklärt EU- und Völkerrechtsexperte Dr. Walter Obwexer der Universität Innsbruck. Ein EU-Bürger – bspw. ein deutscher Urlaubsgast in Tirol, der für einen Skipass mehr zahlen muss als Inländer – könnte sich vor einem zuständigen nationalen Gericht in Österreich gegen die Diskriminierung zur Wehr setzen und den Differenzbetrag vom Skiliftbetreiber zurückfordern. Laut Dr. Obwexer werden die Einheimischentarife aber noch so lange erhalten bleiben, bis der Europäische Gerichtshof sie in einem Vertragsverletzungsverfahren oder einem Vorabentscheidungsverfahren als rechtswidrig qualifiziert. „Das kann noch Jahre dauern“, erklärt der Universitätsprofessor. Die bei vielen beliebte „Tirol Regio Card“ wäre hier ein prominentes Beispiel. „Ewig wird es sie nicht mehr geben“, weiß auch Regio-Card-Pionier Roland Reichmayr. Heuer kostet sie übrigens 677 Euro für Erwachsene (im Vorverkauf bis 31. Oktober noch 622 Euro). Das sind rund 11% mehr als im vergangenen Jahr. Im Vorjahr betrug die Steigerung rund 8%, davor waren es jeweils 3 bis 4%.
So steigt der Preis in Ischgl für den regulären Tagesskipass in der Hauptsaison von 67 Euro auf 72 Euro – ein Plus von rund 7,5 Prozent. Auch in St. Anton (+11,9%), Serfaus-Fiss-Ladis (+11,4%), Galtür (+12,9%) oder am Kaunertaler Gletscher (+10,3%) wird mehr für das winterliche Vergnügen berappt. In Fendels (+7%) und in Nauders (+3,6%) sind’s nicht ganz so viel. Die Skigebiete Kappl und See teilen sich neuerdings unter dem Namen „Skischaukel (Kartenverbund) Kappl & See“ ein Skiticket (Tageskarte 59,50 Euro), ein Vergleich ist deshalb nicht mehr möglich. Bei den Venet-Bergbahnen zahlte man letzte Saison für einen regulären Tagesskipass 44 Euro, für die kommende Wintersaison kann aufgrund des technischen Gebrechens der Bahn (die RUNDSCHAU berichtete) noch keine Prognose abgegeben werden. Selbstredend gelten die Preise vor allem für Touristen und weniger für Einheimische. Doch gerade das bereitet u.a. den Neos „große Sorgen, dass die aktuelle Preisentwicklung, gerade wo die deutsche Wirtschaft schwächelt, nicht unmittelbar eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Wintersaison ist“, so Klubobmann Dominik Oberhofer. Zu begründen sind die Preissteigerungen u.a. durch gestiegene Kosten bei Personal, Strom, Beschneiung, Pistenpräparation und Diesel für die Pistengeräte. Auch die nur schwach rückläufige Inflation in Österreich tut dazu ihr Übriges.
EINHEIMISCHENTARIFE GRUNDSÄTZLICH NICHT ERLAUBT. Einige Skigebiete im Bezirk locken mit attraktiveren Preisen für Einheimische, doch auch hier wurden die Preise nach oben angepasst. Einheimischen-Tagestickets kosten z. B. in Galtür nun 35 Euro (vergangenes Jahr: 31 Euro), in Serfaus-Fiss-Ladis 43 Euro (2022/23: 40 Euro) und in Nauders 38 Euro (23022/23: 36 Euro). Teilweise gibt es Sonderkonditionen wie den „Super Somsti“ in Nauders um 25 Euro. Bereits mit dem Beitritt Österreichs zur EU im Jahr 1995 kamen Einheimischentarife auf den Prüfstand und waren umstritten. Seit mehr als zehn Jahren ist die Rechtslage eindeutig: Einheimischentarife sind nicht erlaubt. „Jeder Unionsbürger kann Dienstleistungen in einem anderen EU-Mitgliedsstaat in Anspruch nehmen und muss dabei so behandelt werden wie die Inländer. Jede Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit ist verboten“, erklärt EU- und Völkerrechtsexperte Dr. Walter Obwexer der Universität Innsbruck. Ein EU-Bürger – bspw. ein deutscher Urlaubsgast in Tirol, der für einen Skipass mehr zahlen muss als Inländer – könnte sich vor einem zuständigen nationalen Gericht in Österreich gegen die Diskriminierung zur Wehr setzen und den Differenzbetrag vom Skiliftbetreiber zurückfordern. Laut Dr. Obwexer werden die Einheimischentarife aber noch so lange erhalten bleiben, bis der Europäische Gerichtshof sie in einem Vertragsverletzungsverfahren oder einem Vorabentscheidungsverfahren als rechtswidrig qualifiziert. „Das kann noch Jahre dauern“, erklärt der Universitätsprofessor. Die bei vielen beliebte „Tirol Regio Card“ wäre hier ein prominentes Beispiel. „Ewig wird es sie nicht mehr geben“, weiß auch Regio-Card-Pionier Roland Reichmayr. Heuer kostet sie übrigens 677 Euro für Erwachsene (im Vorverkauf bis 31. Oktober noch 622 Euro). Das sind rund 11% mehr als im vergangenen Jahr. Im Vorjahr betrug die Steigerung rund 8%, davor waren es jeweils 3 bis 4%.