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Reutte | Chronik | 7. April 2020 | Sabine Schretter

Mit Sicherheit krisensicher

Ein gewöhnungsbedürftiger Anblick: Die vierköpfige ARA-Crew in voller Covid-19-Schutzmontur. Foto: ARA/KK
Safety first: Alle ARA-Piloten fliegen derzeit mit Schutzmaske. Foto: ARA/KK
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ARA Flugrettung hat Ausnahmesituation in Griff: „Wir bleiben für Euch in der Luft, bleibt Ihr bitte für uns daheim!“


Drei Wochen Corona-Krise – die gemeinnützige ARA Flugrettung zieht eine erste Bilanz. Trotz zahlreicher neuer Herausforderungen hat man bei den rot-weiß-roten Flugrettern die Ausnahmesituation voll im Griff. 

So richtig losgebrochen ist die Corona-Krise in Österreich um den 12. März. Aber bereits am 4. Februar gab es bei der ARA Flugrettung in Kärnten erstmals Corona-Alarm. Es folgten ein Nachteinsatz und dann Gott sei Dank Entwarnung, der Test war negativ. Dieser Vorfall zeigte, dass sich die ARA-Stationen Reutte und Fresach (Kärnten) als absolut krisensicher erweisen. „Wir waren ganz grundsätzlich schon gut vorbereitet. Der Vorfall in Kärnten hat aber für eine zusätzliche Sensibilisierung gesorgt“, erklärt ARA-Geschäftsführer Thomas Jank. Dass die notfallmedizinische Versorgung aus der Luft in gewohntem Umfang und mit der üblichen Qualität aufrechterhalten werden kann, bringt speziell für die Luftrettung einige spannende Herausforderungen mit sich.
Während der Pandemie.

Safety first: Alle ARA-Piloten fliegen derzeit mit Schutzmaske. Foto: ARA/KK


Herausforderung Einsatztaktik: Derzeit wird bei jedem Einsatz angenommen, dass der Patient mit dem Coronavirus infiziert ist. Bereits vor dem Abflug muss die Schutzausrüstung angelegt werden. Beim Eintreffen am Unfallort erfolgt – wenn möglich – beim Patienten eine kurze Abklärung auf eine mögliche Infektion. Denn Covid-19-Verdachtsfälle sollen – so medizinisch verantwortbar – primär bodengebunden transportiert werden, um den Notarzthubschrauber möglichst nicht zu kontaminieren und seine Einsatzfähigkeit durch eine zeitintensive Desinfektion nicht zu gefährden. Herausforderung Schutzausrüstung: Notarzt und Flugretter absolvieren derzeit die Einsätze obligatorisch mit Schutzanzug, Schutzmaske, Schutzbrille und Schutzhandschuhen. Sogar Pilot und Windenoperator, die im Regelfall keinen direkten Patientenkontakt haben, tragen präventiv eine Schutzmaske. Bei der ARA Flugrettung wird diese Schutzbekleidung auch in „normalen“ Zeiten in ausreichendem Maße vorgehalten. Doch die nun notwendige Einsatztaktik führt unweigerlich zu einem Engpass. „Unsere bewährten Bezugsquellen versiegen zunehmend. Deswegen vertrauen wir darauf, dass die öffentliche Hand hier helfend einspringt und nach den praktischen Ärzten und den Krankenhäusern nun auch uns mit Schutzmaterial versorgt“, hofft der stellvertretende ARA-Geschäftsführer Andreas Grießer. Herausforderung Personal: Die ARA Flugrettung verfügt über eine solide Personaldecke. Wäre dem nicht so, hätte der Flugbetrieb wohl schon eingeschränkt werden müssen. Denn das gesamte heimische Flugrettungswesen ist abhängig von nebenberuflichen Mitarbeitern. Und diesen wird der systemrelevante Nebenjob bei der Flugrettung nun in der Krise von den Hauptarbeitgebern zunehmend verunmöglicht. „Teilweise mit bedenklichen Auswüchsen. Hier gibt es nach der Krise sicher Gesprächsbedarf“, so Thomas Jank. Erfreulich: Bis dato hat sich niemand aus der ARA-Crew mit dem Coronavirus infiziert. Herausforderung Einsatzzahlen: Kaum Individualverkehr auf den Straßen, de facto keine Sport- und Freizeitaktivitäten – in Folge der Ausgangsbeschränkungen entwickeln sich die Einsatzzahlen extrem rückläufig. Während die ARA Flugrettung im März 2019 noch 145 Einsätze absolvierte, waren es heuer 100. „Und im April und Mai wird der Rückgang wohl noch deutlicher“, vermutet ARA-Geschäftsführer Thomas Jank. Diese Entwicklung stellt das gemeinnützige Unternehmen natürlich vor wirtschaftliche Herausforderungen, denn die Einnahmen aus den Einsätzen fehlen nun weitgehend.
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