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Reutte | Chronik | 17. März 2020 | Sabine Schretter

Regionalität überwindet Staatsgrenze

Regionalität überwindet Staatsgrenze
Rund um die Zugspitze formiert sich eine Kooperation zum Thema Landwirtschaft und Tourismus. Foto: Tiroler Zugspitz Arena
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Euregio Zugspitze-Wetterstein-Karwendel beteiligt sich am Aktionsprogramm der Alpenkonvention für Grünes Wirtschaften


Die Alpen sind vom Klimawandel besonders betroffen. Die Temperaturen sind hier in den vergangenen 120 Jahren um knapp zwei Grad Celsius gestiegen – beinahe doppelt so viel wie im globalen Durchschnitt.

Von Sabine Schretter

Allein der heurige Februar war in Österreich laut Wetterdienst Ubimet um rund fünf Grad zu mild verlaufen. Dieser Klimawandel ist auch hausgemacht. In den Alpen wird pro Kopf etwa zehn Prozent mehr Energie verbraucht als im europäischen Durchschnitt. Es ist also höchste Zeit für ein Umdenken. Das deutsche Umweltbundesamt und die internationale Alpenschutzkommission suchten 2019 Pilotregionen, die sich beispielgebend dem grünen Wirtschaften verschreiben. Man versteht darunter eine Wirtschaftsweise, die CO2-arm und ressourceneffizient ist.
Pilotregion.

Auf Initiative der Regionalentwicklung Außerfern (REA) bewarb sich die Euregio Zugspitze-Wetterstein-Karwendel um den Status einer solchen Pilotregion. Im Herbst kam dann die gute Nachricht aus Berlin. Zusammen mit dem Soca-Tal in Slowenien, der Region Diois in den französischen Alpen und der Bezirk Goms im Schweizer Kanton Wallis hat man es geschafft. Die Euregio Zugspitze-Wetterstein-Karwendel ist eine Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Ihre Träger sind die Vereine REA, Regio Zugspitzregion e.V. für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen und Regio Seefelder Plateau. Pilotregionen für Grünes Wirtschaften erhalten fachliche Unterstützung in selbst gewählten Handlungsfeldern. Die Euregio wählte das Thema Wertschöpfungsketten zwischen Landwirtschaft und Tourismus. Christian Angerer, Obmann der Bezirkslandwirtschaftskammer Reutte, freut sich über diese Initiative. „Wir bemühen uns seit einiger Zeit um den Aufbau einer regionalen Fleischvermarktung. Auf diesem Gebiet können wir im grenzüberschreitenden Austausch viel voneinander lernen“, weiß Angerer. Der erste gemeinsame Workshop fand im Februar in Garmisch-Partenkirchen statt. Landrat Anton Speer, selbst Nebenerwerbslandwirt, begrüßte rund 30 Teilnehmer aus Tirol und Bayern. Den Auftakt machten drei Vorträge aus den Partnerregionen. Wolfang Winkler, Bezirksstellenleiter der WK Tirol, berichtete über die Einrichtung einer zentralen Schlachtstelle in Ehenbichl. Die Gründerin der „Bauernkiste“, Theresia Fiegl, referierte über diese erfolgreiche Plattform für Tiroler Direktvermarkter. Sebastian Kramer, Wirtschaftsförderer des Landkreises, stellte das Qualitätssiegel „Zugspitzregion“ vor. In den anschließenden Workshops arbeiteten die Teilnehmer an möglichen Maßnahmen zur Stärkung der Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Tourismus.
Erfolgsrezept Regionalität.

Rea-Geschäftsführer Günter Salchner fasst das Ergebnis zusammen: „Regionalität galt als zentrales Erfolgsrezept für Grünes Wirtschaften. Dabei spielt die Staatsgrenze keine Rolle. Somit ist ein Produkt aus Oberammergau für uns wesentlich regionaler als aus dem Burgenland“. Für die Außerferner Teilnehmer von besonderem Interesse waren die Vermarktungsschiene rund um die Rinderrasse „Murnauer-Werdenfelser“ im Landkreis Garmisch-Partenkirchen sowie die regionale Bioaufzucht von Ochsen. Die ersten Ergebnisse werden in einem zweiten Workshop im April verdichtet und anschließend präsentiert.
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